Veritas-Studie

DSGVO verändert Unternehmenskultur

| Autor: Heidemarie Schuster

Die DSGVO tritt am 25. Mai 2018 in Kraft. Bei Nichteinhaltung drohen Unternehmen empfindliche Strafen.
Die DSGVO tritt am 25. Mai 2018 in Kraft. Bei Nichteinhaltung drohen Unternehmen empfindliche Strafen. (Bild: Pixabay)

Laut einer Studie von Veritas Technologies wird die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) große Veränderungen in der Unternehmenskultur anstoßen. So wollen beispielsweise drei von vier Unternehmen Mitarbeiter belohnen, wenn sie ihre Datenhygiene verbessern und Compliance-Vorgaben einhalten.

Der Veritas 2017 GDPR Report zeigt auf, dass 88 Prozent der weltweit befragten Organisationen mit Trainings, Boni, Sanktionen und Vertragsergänzungen Anreize für ihre Mitarbeiter schaffen wollen, damit diese sich an die DSGVO-Vorgaben halten. 47 Prozent planen außerdem, eine Compliance-Verpflichtung in die Arbeitsverträge aufzunehmen.

Ein Verstoß gegen die vertraglich festgelegten Richtlinien kann weitreichende Folgen haben: 41 Prozent der Unternehmen haben vor, disziplinarische Maßnahmen zu ergreifen, wenn Mitarbeiter gegen die DSGVO verstoßen. 25 Prozent würden sogar Zusatzleistungen streichen – dazu zählen auch Boni. Zugleich erklären aber auch 34 Prozent, Mitarbeiter für DSGVO-konformes Verhalten belohnen zu wollen.

Neue Unternehmenskulturen

91 Prozent der Befragten gaben zu, dass ihre Organisation derzeit keine Kultur pflegt, welche die Data Governance oder DSGVO-Compliance fördert. Die weiteren Ergebnisse zeigen aber auch, dass sie den Wert von Trainings für den Wandel in der Unternehmenskultur verstanden haben.

63 Prozent der Unternehmen glauben, dass alle Mitarbeiter ein verpflichtendes Training zur DSGVO durchlaufen müssen. Mitarbeiter folgender Abteilungen sollten hier Priorität erhalten: IT (86 Prozent), Business Development & Strategy (85 Prozent), Recht (82 Prozent) und Finanzen (82 Prozent).

„Daten sind der größte Schatz eines Unternehmens. Trotzdem haben viele Firmen noch Schwierigkeiten, Prozesse für eine gute Datenhygiene zu etablieren. So ein Prozess fängt bei den Mitarbeitern an”, erklärt Stefan Henke, Regional Vice President, Central Europe bei Veritas. „Unsere Studie zeigt aber, dass Unternehmen ihre Kultur verändern wollen.”

Die Vorteile der DSGVO

Unternehmen legen offenbar Wert darauf, die neue DSGVO einzuhalten, um Strafzahlungen zu vermeiden. Darüber hinaus sehen sie aber weitere Vorteile der Compliance:

  • Mehr Datenhygiene: 92 Prozent der Befragten sind überzeugt, im Unternehmen mehr Datenhygiene zu erreichen. Dadurch steigen Qualität und Vertrauen in die Daten. Außerdem lassen sich Richtlinien strenger und genauer durchsetzen.
  • Tiefere Einblicke: Rund 55 Prozent der Befragten glauben, mit der DSGVO-Einhaltung einen tieferen Einblick in ihre Daten zu gewinnen und so ihr Geschäft besser zu verstehen – wodurch sie Kunden bessere Leistungen anbieten können.
  • Kosteneinsparung: 68 Prozent sind überzeugt, dass ihr Unternehmen Kosten senken wird.
  • Reputation: 59 Prozent der Befragten erwarten, dass die Compliance das Firmenimage und die Kundenbindung verbessern wird.
  • Schutz: 51 Prozent der Unternehmen sind überzeugt, ihre Daten effizienter schützen zu können.
  • Umsätze steigern: Rund 45 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass sie dank des besseren Datenmanagements mehr Umsatz generieren und ihren Marktanteil ausbauen können. 22 Prozent schätzen, dass sie mehr Kapital besitzen werden, das sie wiederum in mehr Forschung und Entwicklung oder andere Innovationsinitiativen investieren können.
  • Mehr Personal: 25 Prozent der Studienteilnehmer sagen, dass sie mit einer verbesserten Compliance und den erzielten Kostensenkungen mehr Mitarbeiter einstellen können.

Zur Studie

Veritas hat das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne beauftragt, die Studie durchzuführen. Im Februar und März 2017 wurden dazu 900 Führungskräfte aus Australien, Deutschland, Frankreich, Japan, Singapur, Südkorea, den USA und dem Vereinigten Königreich interviewt. Die Befragten kamen aus Unternehmen mit mindestens 1.000 Mitarbeitern aus verschiedenen Sektoren. Ein Kriterium war, dass die Organisation geschäftliche Beziehungen im EU-Raum unterhält.

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