Bei Microsoft wird viel Geld in KI investiert, wie in Copilot. Das ist nur folgerichtig, denn der Konzern antizipiert, dass Künstliche Intelligenz große Auswirkungen auf die Arbeit an Bildschirmen haben wird. Oliver Gürtler, Chef des Mittelstandsgeschäftes bei Microsoft, skizziert die Marschroute.
Der „Sales Qualification Agent“ für Microsoft Dynamics 365 Sales nimmt im Vertrieb zeitintensive Arbeiten rund um Leads ab.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Künstliche Intelligenz verändert die ERP- und BI-Branche erheblich, ist man bei Microsoft überzeugt. Oliver Gürtler, Leiter des Mittelstandsgeschäfts bei Microsoft Deutschland, fasst die wichtigsten Punkte zusammen: In ERP-Systemen automatisiert KI insbesondere Routineaufgaben, verbessert die Entscheidungsfindung und liefert Einblicke in Echtzeit, die zur Optimierung von Prozessen wie Plan-to-Produce, Procure-to-Pay und Quote-to-Cash beitragen. „Und für BI empfiehlt sich KI vor allem durch ihre Fähigkeit, alle möglichen Daten von Unternehmen verarbeiten zu können“, so Gürtler und betont, dass es dabei nicht nur um jene Daten direkt aus den ERP-Systemen gehe.
Natürliche Sprache für echte Menschen
Oliver Gürtler, General Manager SMC, Microsoft Deutschland
(Bild: Microsoft)
Gürtler hebt hervor, wie KI auch Frameworks wie die Verarbeitung natürlicher Sprache integriert und Vorhersagen automatisiert. „Sie [die KI] demokratisiert die Datenanalyse und ermöglicht es, auch besonders große Datensätze einschließlich unstrukturierter Daten abzufragen, um aussagekräftige Erkenntnisse durch leicht verständliche Visualisierungen zu bekommen“, so der Mittelstands-Chef. KI-gestützte BI-Tools würden zudem auch die Datenbereinigung und -vorbereitung automatisieren, wodurch Zeit für produktivere Aufgaben geschaffen wird.
Der Weg von Microsoft in die KI-Ära
„Bei Microsoft sprechen wir oft über den Wechsel vom Cloud-ERP zum autonomem ERP“, verrät der Manager und erläutert, was damit gemeint ist, nämlich dass es die Integration von KI in ERP- und BI-Systeme ermöglicht, verschiedene Geschäftsprozesse durch autonome Agenten und KI-gesteuerte Funktionen zu automatisieren. So enthält beispielsweise Microsoft Dynamics 365 autonome Agenten, die Vertriebs-, Service-, Finanz- und Supply-Chain-Teams unterstützen. Diese Agenten können rund um die Uhr im Einsatz sein, um verschiedenste Prozesse auszuführen, sodass sich die Menschen auf strategische Aufgaben wie Planung und Entscheidungsfindung konzentrieren können. „Darüber hinaus bietet Microsoft Power BI auch KI-gesteuerte Funktionen, welche die Automatisierung und App-Entwicklung verbessern und es Unternehmen ermöglichen, Aufgaben effektiver zu verwalten. Mit Copilot können Unternehmen außerdem Prozesse wie Routing und Genehmigungen automatisieren, manuelle Eingaben reduzieren und die Produktivität steigern“, so Gürtler.
Beispiel: Der Umgang mit Leads
Ein konkretes Beispiel für neue Funktionen, die durch KI ermöglicht werden, bleibt der Manager nicht schuldig und nennt den „Sales Qualification Agent“ für Microsoft Dynamics 365 Sales. Dieser Agent soll dem Verkaufspersonal helfen, sich auf die Kundenbindung zu konzentrieren, indem er andere Arbeiten abnimmt, nämlich eingehende Leads zu recherchieren, zu priorisieren und personalisierte Verkaufs-E-Mails zu entwickeln, um Verkaufsgespräche zu initiieren. „Das spart wertvolle Zeit, auch bei Mittelständlern. Ein weiteres Beispiel ist der Supplier Communications Agent für Microsoft Dynamics 365 Supply Chain Management, der die Zusammenarbeit mit Lieferanten autonom verwaltet, um die Lieferung von Bestellungen zu bestätigen und möglichen Verzögerungen zuvorzukommen.“
Autonom arbeitende Agenten
Diese Agenten arbeiten autonom und führen Aufgaben aus, die sonst einen erheblichen manuellen Aufwand erfordern würden, meint Gürtler, so dass die Mitarbeiter mehr Zeit haben, sich auf andere Aktivitäten zu konzentrieren. KI schaffe es auch, prädiktive Analysen vorzunehmen, die es Unternehmen ermöglichen, die Nachfrage zu prognostizieren, den Produktionszeitplan zu optimieren und Szenarien für Unterbrechungen der Lieferkette zu erstellen.
Das Tagesgeschäft von IT-Dienstleistern
KI in ERP- und BI-Systemen verändert das Tagesgeschäft von IT-Dienstleistern und Systemhäusern, weil sie Routineaufgaben in diesen meist mittelständischen Unternehmen automatisiert und Entscheidungsprozesse verbessert. Autonome Agenten in Microsoft Dynamics 365 führen beispielsweise eine Reihe von Prozessen rund um die Uhr aus, wodurch der Bedarf an manuellen Eingriffen reduziert wird und sich die IT-Teams dieser Mittelständler auf strategische Aufgaben konzentrieren können. KI verbessert auch die Effizienz von Finanzprozessen, wie die Kontenabstimmung und den Abschluss von Finanzperioden, indem sie die Datenaufbereitung und den Transaktionsabgleich automatisiert.
Routinearbeiten rund um Daten
Darüber hinaus automatisieren KI-gestützte BI-Tools die Datenbereinigung und -vorbereitung, sodass IT-Dienstleister ihren Kunden genauere und zeitnähere Einblicke liefern können. Insgesamt steigert KI die Produktivität und ermöglicht es den Dienstleistern und Systemhäusern, höherwertige Dienstleistungen anzubieten.
Das Ziel ist die perfekte KI-Assistenz
„Zu meiner Arbeit gehören oft Reisen, um mich mit Kunden aus dem Mittelstand oder Partnern zu treffen“, sagt der Mittelstands-Chef. „Ich habe dann viele Meetings, die ich individuell für jede Firma vorbereite. Das geht jetzt viel schneller und besser durch Microsoft Copilot. Er kann nicht nur die ersten Entwürfe für Briefings und Präsentationen aus meinen bisherigen Dokumenten erstellen, sondern zieht auch die neuesten Daten aus unserem ERP-System Microsoft Dynamics 365 und visualisiert sie mit Power BI“. Gürtler geht noch weiter und freut sich „schon auf den Tag, wenn ich der KI einfach nur sagen muss, wohin ich fahren will und wen ich treffe“. Die KI kümmert sich in dieser Vorstellung dann um alles: von der ersten Buchung über die inhaltliche Vorbereitung bis zur letzten Spesenabrechnung.
Stand: 08.12.2025
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