Konstruktionsleiter-Forum 2024 Die Herausforderungen in der Produktentwicklung effizient lösen

Von Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler 4 min Lesedauer

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Das dritte Konstruktionsleiter-Forum war ein voller Erfolg: Im Mittelpunkt standen Methoden und Lösungen, die den komplexen Prozess der Produktentwicklung vereinfachen und nachhaltiger gestalten. Dazu zählen u.a. künstliche Intelligenz, Simulation und Digitalisierung, Modularisierung und Automatisierung.

Bereits zum dritten Mal lud konstruktionspraxis am 17. Oktober 2024 Konstruktions- und Entwicklungsleiter nach Würzburg, um Wege für die Produktentwicklung der Zukunft aufzuzeigen.(Bild:  Stefan Bausewein/VCG)
Bereits zum dritten Mal lud konstruktionspraxis am 17. Oktober 2024 Konstruktions- und Entwicklungsleiter nach Würzburg, um Wege für die Produktentwicklung der Zukunft aufzuzeigen.
(Bild: Stefan Bausewein/VCG)

Konstruktionsleitern Wege aufzeigen, wie ihre täglichen Aufgaben effizient und effektiv gemeistert werden können, ist Ziel des Konstruktionsleiter-Forums. Im Fokus der Veranstaltung, die am 17. Oktober 2024 in Würzburg bereits zum dritten Mal stattfand, standen Methoden, Tools und Lösungen, mit denen der komplexe Prozess der Produktentstehung vereinfacht werden kann. Dabei ist das Programm den Megatrends der Industrie gefolgt: KI, Digitalisierung und Automatisierung sowie Nachhaltigkeit.

Zahlreiche Referenten präsentierten sowohl auf der Hauptbühne als auch auf der Meet-the-Experts-Bühne und in Workshops wegweisende Ansätze und Methoden, um die Herausforderungen der Produktentwicklung im 21. Jahrhundert zu bewältigen. Mehr als 220 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt.

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Was KI und Digitalisierung leisten

In der Keynote zeigte Jan Seyler, Leiter KI und Regelungstechnik, Forschung und Innovation bei Festo SE & Co. KG, auf, wie KI in der Lage sein könnte, den gesamten Entwicklungszyklus von Maschinen zu beeinflussen – von der Konzeptfindung über die Bauteilauswahl bis hin zur Simulation und Optimierung. Besonders spannend war die Frage sein, welche neuen Fähigkeiten und Möglichkeiten entstehen, wenn Ingenieur und KI kollaborativ zusammenarbeiten und wie KI zum Assistenten des Anwenders wird.

Wir unterhalten uns heute schon mit Wissen

Jan Seyler

Der wenig charmante Begriff der Verwaltungsschale stand im Mittelpunkt des Vortrags von Bernd Vojanec, Digitalisierungsexperte bei Wittenstein. Seine Vorteile für die Produktentwicklung sind enorm: Denn ohne Standardisierung könne der zunehmende Datenaustausch, etwa durch Regulatorik und Digitalisierung, nicht wirtschaftlich gelöst werden. Wo heute noch Tabellen vorherrschen, kann die AAS vieles automatisieren.

Simulation boostert Produktentstehung

Im Vortrag von Marc Arnold von Altair drehte sich alles um die Methode Geometric Deep Learning, die, ähnlich wie der Mensch, Muster in wiederkehrendem Verhalten erkennt und Vorhersagen auf Basis vorhandener Daten treffen kann. Konstrukteure erhalten so schnelle Aussagen und können optimierungszentrierte Designprozesse vorantreiben.

Wie der Zugang zu Simulation auch für Nicht-Spezialisten funktioniert, hat Dr. Phillip Oberdorfer von Comsol gezeigt. Mit den Lösungen des Unternehmens können Simulations-Spezialisten Apps erstellen, die dann Nicht-Spezialisten zur Verfügung gestellt werden können, dank Compiler sogar als komplett eigenständiges Programm.

Warum cloudnative Lösungen große Vorteile für Konstruktion und Entwicklung haben, das war Thema des Vortrags von Zsolt Engli und Martin Meingassner von Hirschvogel Innovation Center GmbH & Co. KG. Auf einem nicht wirklich leistungsstarken Rechner durften die Teilnehmer live die Vorteile von Onshape by PTC erleben. Nötig war lediglich ein Browser.

Das Potenzial von KI im Engineering

Nico Hartmann von Microsoft eröffnete den KI-Strang am Nachmittag mit den Worten: "KI verändert alles - in Lichtgeschwindigkeit". Und weiter: "Wir können uns gar nicht vorstellen, wo wir 2030 sein werden." Wenngleich die deutsche Ingenieurskunst in den vergangenen Jahrzehnten sehr erfolgreich mit proprietärem Wissen war, so appelliert er, dass Teamwork und geteiltes Wissen = Daten der Schlüssel zum Erfolg sind. Er hat auch ein Beispiel im Gepäck: Harting hat eine sprachbasierte und vollautomatisierte Lösung für die Steckerkonfiguration entwickelt. Mit im Boot waren Siemens Digital Industries Software und Microsoft. Ein gutes Beispiel dafür, dass ein Shift im Mindset nötig ist, wie Hartmann weiter erläuterte: "Zusammenarbeit und geteilte Daten sind heute der Schlüssel für Erfolg."

Heute ist proprietäres Wissen ein Nachteil, denn im Team entstehen bessere Lösungen. Ein Mindset-Shift ist nötig: Wir müssen unser Wissen, also unsere Daten, auch über Unternehmensgrenzen hinaus teilen und passende Partner finden. Nur so können wir die aktuellen Herausforderungen lösen.

Nico Hartmann

Es folgten weitere Vorträge zum Thema KI:

  • Dr. Martin Strietzel von Prostep hat fünf Tipps rund um das Thema "PLM-Architektur für die Zukunft mit KI aufstellen": PLM-Architektur gestalten, modellbasiertes Arbeiten erhalten, auf Low Code setzen, sich Partner suchen und den unternehmenseigenen Schatz, also die Daten, erschließen.
  • Bei Cadaico gibt es ein Plug-in für CAD-Systeme, das als Chat-App in fast allen Sprachen, mit verschiedensten Daten des Unternehmens gefüttert, webbasiert und integrierbar Konstrukteure als Assistent unterstützt. So sind enorme Zeiteinsparungen möglich.
  • Nils Kaiser von RLE Mobility GmbH & Co. KG stellte ein Tool vor, mit dem während der Konstruktion Konzepte unabhängig, sofort und vorläufig validiert werden können. Aktuell ist es für Fahrzeug-Silhouetten im Einsatz, aber der Workflow, bei dem auch die Low-Code-Plattform Synera verwendet wird, kann in ähnlicher Form für viele weitere Anwendungen verwendet werden.

Weitere Themen: Design Automation, Modularisierung, Nachhaltigkeit und fertigungsgerechtes Konstruieren

Weitere Themen auf der Hauptbühne am Nachmittag waren Modularisierung, eine automatisierte Design-Chain vom Fraunhofer IPA, Nachhaltigkeit in der Verbindungstechnik bei Arnold Umformtechnik, Montageprozessplanung mit Assemblio und die fertigungsgerechte Konstruktion für den 3D-Druck mit prozessintegrierten Digitalwerkzeugen - allesamt spannende Vorträge und wichtige Themen, wenn die Effizienz in der Produktentstehung steigen soll.

Abgerundet wurde das Konstruktionsleiter-Forum 2024, das wieder parallel zum Produktionsleiter-Forum stattfand, durch einen großen Marktplatz der Lösungsanbieter, Workshops, viel Gelegenheit für den Austausch und last but not least eine gelungene Auftaktveranstaltung am Vorabend im Maschinenhaus im Bürgerbräu Würzburg.

Heute schon Blind-Ticket für 2025 sichern

Der Termin für das Konstruktionsleiter-Forum 2025 steht bereits: Am 15. Oktober dreht sich im Vogel Convention Center in Würzburg wieder alles um Tools und Methoden für die effiziente Produktentwicklung.
Bis 15. Dezember 2024 ist ein vergünstigtes Blind-Ticket buchbar.

Ticket sichern!

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