Einheitliche Marke für alle drei Säulen Dicom und Topcall werden zu Kofax
Der Dicom-Konzern gibt sich den einheitlichen Namen »Kofax« und eine durchgängige Struktur, die auf drei Säulen basiert. »Kunden und Partner sollen besser verstehen, was wir tun«, so das Ziel laut Markeing-Chef Andrew Pery.
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Das Portfolio der bisherigen Dicom-Gruppe spannt einen großen Bogen über den Umgang mit Informationen: Erfassung, Umwandlung, Bewertung und Austausch von Informationen, in den verschiedensten Formaten, vom Papier über Fax, SMS, eMail und elektronischen Dateien bis hin zur gesprochenen Sprache. Scan-Lösungen, DMS und Unified Communications werden hier zusammengeführt und versprechen einen umfassenden Ansatz bei der Informationsverarbeitung in Unternehmen.
Gebündelt werden die genannten Funktionen in der Produktsuite »Kofax Intelligent Capture & Exchange« – dem bekanntesten Produkt des Anbieters. Damit künftig klar ist, woher der Wind weht, benennt sich Dicom daher in Kofax um.
Das zentrale Geschäft der 1991 in der Schweiz gegründeten Dicom war der Vertrieb von Scannern und Scan-Lösungen in Europa. Der amerikanishce Softwarehersteller Kofax war 1997 übernommen worden, 2004 kam mit dem Unified-Communications-Experten Topcall aus Österreich ein weiterer starker Brand hinzu. Doch zu einem einheitlichen Markenauftritt kam es bislang nicht.
Schritt nach vorn
Das soll sich nun ändern. Treibende Kraft ist CEO Reynolds Bish, der im Oktober 2007 vom Wettbewerber Captiva zu Dicom wechselte, nachdem EMC Captiva übernommen hatte. Wie Andrew Pery, Marketing-Chef der Dicom Group, im Gespräch mit IT-BUSINESS zugab, habe »Konfusion« geherrscht, sowohl bezüglich der Markenausrichtung als auch bei der Unternehmensstruktur.
In den kommenden Wochen und Monaten wird sich das grundlegend ändern. Statt der drei Brands Dicom, Topcall und Kofax wird es nur noch die Marke Kofax geben, die bisher unabhängigen Websites werden zusammengeführt. Auch die interne Struktur wird neu ausgerichtet. Drei Säulen, mit jeweils eigenen Bereichsverantwortlichen, bilden künftig das Business-Modell ab: (Hardware-) Distribution, Software-Vertrieb und OEM-Partnerschaften. Die Bereiche sind global aufgestellt, wenn auch die Distribution unter Leitung von Joachim Froning weiterhin auf den Raum EMEA beschränkt bleibt.
Die Anteilseigner haben dem Konzept am Montag zugestimmt. Nun kann die Restrukturierung in den kommenden Wochen und Monaten umgesetzt werden. Laut Pery werde das Unternehmen das Gespräch mit den Partnern suchen, um ihnen die Vorteile der Veränderungen zu verdeutlichen.
Stärkung der Distribution
Der Marketing-Chef betonte ausdrücklich, dass die Distribution mit dem Verschwinden des Namens Dicom nicht geschwächt werde. Im Gegenteil, man wolle den Namenswechsel nutzen, um mehr Aufmerksamkeit auch für diesen Geschäftszweig zu gewinnen. Zugleich sollen die Themen Software und Services in der Distribution stärker verankert werden. Pery berichtete, dass es dazu bereits erste Vereinbarungen mit HP und Fujitsu gebe, die dafür sorgen werden, den Channel stärker in deren Marketingstrategien einzubinden.
Die Neuausrichtung der Gruppe kommt für Andrew Pery gerade zur rechten Zeit. Der Markt konsolidiere sich, was die künftige Kofax-Gruppe stärke. Schon jetzt habe man erhebliche Marktanteile. Dass Kofax nun der letzte plattform-unabhängige Anbieter sei, der den Kunden stets die beste Lösung bieten kann, schaffe eine komfortable Situation für das Unternehmen.
Er verwies darauf, dass das Portfolio bereits jetzt eine Vollständigkeit aufweist, die kein Wettbewerber bieten könne: den Input aus Scanlösungen und Unified Communications zu erfassen, die gewonnenen Dokumenten zu analysieren und zu bewerten und auch den Output von Daten und Kommunikation zu managen. Aber die Kofax-Produktsuite biete trotzdem noch Raum für weitere Entwicklungen: Spracherkennung, Webservices und die Einbindung von Thin Clients gehören dazu. Letztendlich sollen die Geschäftsprozesse webbasierend gestaltet werden können und am Ende vollkommen papierlos ablaufen, so Pery in seinem Ausblick.
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