Umwandlung in AG soll Investoren locken Devil Computer erwägt Börsengang

Redakteur: Regina Böckle

Der Braunschweiger Distributor Devil will durch die Umwandlung von der GmbH in eine AG für potenzielle Kapitalgeber interessanter werden. Im Zuge dessen wechselte der bisherige Geschäftsführer Karsten Hartmann zunächst in den Firmenbeirat. Sein Nachfolger Axel Grotjahn schließt einen späteren Börsengang nicht aus.

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Binnen weniger Jahre im Windschatten der Broadliner herangewachsen, macht sich die Devil Computer Vertriebs GmbH nun auf, selbst richtig groß zu werden. Vom wendigen, dynamischen Komponenten-Distributor hat sich das Braunschweiger Unternehmen mittlerweile zum Vollsortimenter entwickelt, ohne seinen Ruf als persönlich nahbarer und flexibler Distributor einzubüßen. Daran konnte selbst die Übernahme durch den holländischen PC- und CE-Hersteller Tulip im Herbst 2006 nichts ändern.

Jährlich mindestens zehn Prozent Umsatzwachstum hat sich Devil verschrieben – künftig allerdings unter anderen Vorzeichen. Denn die Umwandlung zur AG ist geplant. Im Zuge dessen wechselte der bisherige Devil-Geschäftsführer Karsten Hartmann in den Unternehmensbeirat, um nach der Umfirmierung zur AG als Aufsichtsrat für den Distributor tätig zu sein.

In seine Fußstapfen als Devil-Chef und CEO ist Axel Grotjahn getreten, Mitgründer der Gesellschaft, langjähriger Prokurist des Unternehmens und seit 20 Jahren in der IT-Branche tätig. Zudem wurde Carsten Schmelzer zum Geschäftsführer für die Bereiche Finanzen, Controlling und Personal berufen. Er bringt für seine neuen Aufgaben langjährige Erfahrung aus dem Corporate Finance-Geschäft mit.

Die frischgebackenen Geschäftsführer wollen den Wachstumskurs von Devil in Zusammenarbeit mit dem Fachhandel, durch den Aufbau neuer Geschäftsbereiche und mögliche Zukäufe weiter vorantreiben. Axel Grotjahn, CEO und Geschäftsführer Devil, erläutert die Pläne.

ITB: Warum soll Devil in eine AG umgewandelt werden?

Grotjahn: Eine AG bietet als Rechtsform mehr Flexibilität, um neue Investoren zu gewinnen. Dies können Mitarbeiter sein, um sie noch stärker an das Unternehmen zu binden, aber auch weitere Investorengruppen. Durch zusätzliches Eigenkapital hat Devil außerdem die Möglichkeit, verstärkt zu investieren und das dynamische Wachstum weiter zu beschleunigen.

ITB: Ist möglicherweise langfristig ein Börsengang geplant?

Grotjahn: Das Thema zieht Devil in Erwägung. Eine konkrete Planung gibt es dazu aktuell nicht.

ITB: Inwiefern wird sich durch die Umwandlung zur AG und den Wechsel von Karsten Hartmann in den Aufsichtsrat – formal oder sonst wie – das Verhältnis zu Tulip verändern?

Grotjahn: Das Verhältnis zu Tulip bleibt unverändert gut. Nach wie vor agiert Devil unter dem Dach von Tulip weitgehend eigenständig und konzentriert sich auf das Kerngeschäft, nämlich die IT-Distribution mit Schwerpunkt Fachhandel. Für die strategische Ausrichtung und wenn es um die Nutzung von Synergien innerhalb der Gruppe geht, stimmt sich das Management regelmäßig ab. Karsten Hartmann bildet mit seiner großen Erfahrung eine wichtige Unterstützung für den weiteren Expansionskurs von Devil. Alle Beteiligten profitieren von der zielgerichteten Bündelung der Kompetenzen.

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