Der gesellschaftliche Nutzen digitaler Medien im Unterricht Deutschland braucht moderne Unterrichtsmethoden

Redakteur: Jürgen Paukner

In einem Vortrag auf der diesjährigen CeBIT erläuterte BITKOM-Präsident Prof. Scheer, warum die individuelle Förderung der Schüler eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.

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Eine der wichtigsten Aufgaben des Hightech-Verbandes BITKOM ist es, den Fachkräftemangel in der Branche zu lindern. Als notwendige Voraussetzung hierfür hat der BITKOM eine bessere (Schul-) Bildung ausgemacht. Der Verband gründete mit „erlebe IT“ eine eigene Nachwuchsinitiative, stellt Unterrichtsmaterial zur Verfügung und fördert junge IT-Experten bei ihrem Start in die Berufswelt.

Anlässlich der Pressekonferenz zum Einsatz digitaler Medien in den Schulen bei der diesjährigen CeBIT hielt BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer einen sehr interessanten Vortrag. Unter anderem ging er auf den bildungspolitischen Hintergrund des Themas ein und erläuterte grundsätzliche Argumente für den Einsatz digitaler Medien in der Schule. Eine fundierte Argumentationshilfe für jeden, der vor Ort Entscheidungsträger, Lehrer, Eltern oder wen auch immer für eine Investition in IT-Ausstattung gewinnen will.

Die gesellschaftspolitische Dimension

Professor Scheer führt in seinem Vortrag drei gesellschaftspolitische Gründe an, warum in unserer Zeit ein zielgerichteter Einsatz digitaler Medien in der Schule unumgänglich ist:

• Verantwortungsvoller Umgang: „Die Nutzung von Computer, Internet und Handy ist Teil der Lebenswirklichkeit von Jugendlichen und Kindern. Sie müssen lernen, verantwortungsvoll mit den digitalen Medien umzugehen.“

• Schlüsselkompetenz: „Die Beherrschung digitaler Medien ist eine Schlüsselkompetenz, die nach der Schule in Studium und Beruf gefordert wird. Darauf muss die Schule vorbereiten und zumindest ein Basiswissen schaffen.“

• Besserer Unterricht: „Digitale Medien können den schulischen Unterricht verbessern, indem sie dazu beitragen, Inhalte auf interessante Weise zu vermitteln. Sie ermöglichen es, auf Schüler individueller einzugehen und sie stärker zu motivieren.“

Trends in der Bildungspolitik

„Kern eines modernen Unterrichts ist es, den einzelnen Schüler mit seinen persönlichen Stärken und Schwächen besser zu fördern“, so Scheer weiter. Diese Notwendigkeit werde laut Scheer durch verschiedene Trends in der Bildungspolitik verstärkt.

Trend 1: Schulformen wachsen zusammen

So befindet sich zum Beispiel das jahrzehntelang fest gefügte Schulsystem im Umbruch. Haupt- und Realschulen werden in immer mehr Bundesländern zu Gemeinschaftsschulen zusammengefasst. Schüler sollen länger gemeinsam lernen und nicht bereits in der fünften Klasse getrennt werden. Auch sollen Schüler mit Behinderungen in normale Schulen integriert werden. Scheer: „All das führt zu mehr Heterogenität in der Schülerschaft, was im Unterricht berücksichtigt werden muss. Und zwar nicht, indem man das Niveau der Klasse senkt oder wahlweise die Schwächeren auf der Strecke bleiben, sondern durch individuelle Förderung des Einzelnen.“

Weiter mit: Trend 2: Altersgemischte Lerngruppen

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