Cisco Broadband Survey 2023 Deutsche wünschen sich nachhaltiges Breitbandinternet

Von David Binnig 4 min Lesedauer

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79 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sagen, dass Breitbandinternet eine kritische nationale Infrastruktur ist. Gleichzeitig wird dem Thema Nachhaltigkeit bei Breitbandanschlüssen eine immer wichtigere Rolle zuteil. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage von Cisco in der Region EMEA.

81 Prozent der befragten Bundesbürger im Cisco Broadband Survey 2023 gaben an, dass sie bereit wären, mehr für eine umweltfreundliche Breitbandverbindung zu bezahlen. (Bild:  liliya - stock.adobe.com)
81 Prozent der befragten Bundesbürger im Cisco Broadband Survey 2023 gaben an, dass sie bereit wären, mehr für eine umweltfreundliche Breitbandverbindung zu bezahlen.
(Bild: liliya - stock.adobe.com)

94 Prozent der Deutschen zwischen 16 und 74 Jahren nutzen laut Statistischem Bundesamt das Internet. Ein Leben ohne Internet – für die meisten Menschen in Deutschland unvorstellbar. Dabei machen sich viele Gedanken über die Bildschirmzeit oder den Schutz privater Daten. Doch wie sieht es mit der CO2-Bilanz in der digitalen Welt aus?

Jeder Bundesbürger verursacht durch Energieverbrauch, Transport und Konsum CO2-äquivalente Emissionen von rund zwölf Tonnen pro Jahr. Unser digitaler Lebensstil trägt hierzu geschätzte 0,9 Tonnen bei.(Bild:  Statista)
Jeder Bundesbürger verursacht durch Energieverbrauch, Transport und Konsum CO2-äquivalente Emissionen von rund zwölf Tonnen pro Jahr. Unser digitaler Lebensstil trägt hierzu geschätzte 0,9 Tonnen bei.
(Bild: Statista)

Die aktuelle globale IT-Infrastruktur inklusive Geräte, Internet und unterstützender Systeme ist laut einer im Patterns Journal veröffentlichten Studie schätzungsweise für 2,1 bis 3,9 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Cisco hat in einer repräsentativen Studie das Bewusstsein von Arbeitnehmern für diese Thematik untersucht.

Deutsche sind offen für nachhaltiges Breitband

79 Prozent der deutschen Arbeitnehmer schätzen das Breitbandinternet als nationale kritische Infrastruktur ein. Gleichzeitig ist das Thema Nachhaltigkeit des Breitbandinternets sehr wichtig für die deutschen Arbeitnehmer. So sind 64 Prozent der Befragten aus Deutschland über die CO2-Emissionen ihrer Breitbandverbindung besorgt. Im europäischen Vergleich liegt man damit im Mittelfeld. Während sich in Frankreich 78 Prozent und in Spanien 76 Prozent sorgen, sind es in den Niederlanden nur 56 Prozent und in Polen 53 Prozent.

Ein Großteil der Befragten in Deutschland wäre bereit für nachhaltiges Breitband tiefer in die Tasche zu greifen. (Bild:  Cisco)
Ein Großteil der Befragten in Deutschland wäre bereit für nachhaltiges Breitband tiefer in die Tasche zu greifen.
(Bild: Cisco)

81 Prozent der Bundesbürger gaben an, dass sie bereit wären, mehr für eine umweltfreundliche Breitbandverbindung zu bezahlen. Das liegt über dem EMEA-weiten Durchschnitt (77 %) und ist auch der Top-Wert im Vergleich mit anderen europäischen Ländern – es folgt die Schweiz mit 76 Prozent, während in Frankreich nur 64 Prozent bereit wären, mehr zu zahlen.

Für eine umweltfreundliche Breitbandverbindung würden 29 Prozent der in Deutschland Befragten einen Aufpreis von über 20 Prozent im Vergleich zu den aktuellen Kosten zahlen. Auch hier liegt man über dem EMEA-weiten Durchschnitt (27 %).

Gleichzeitig gab ein Viertel der Deutschen (76 %) an, ihre Ausgaben für Online-Dienste aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten reduziert zu haben. Etwa jeder Fünfte (20 %) wechselte bereits zu einem günstigeren Paket oder kündigte Streaming-Dienste (19 %).

Es mangelt an Wissen

Beim Thema Nachhaltigkeit des Internets herrscht noch viel Aufklärungsbedarf. Gerade einmal 11 Prozent der Deutschen fühlen sich gut informiert und könnten andere Nutzer dazu beraten. 39 Prozent haben schon etwas über die CO2-Emissionen des Internets gehört, könnten dies aber anderen nicht erklären. Ein gewisses Halbwissen besitzen 29 Prozent und keine Ahnung haben nach eigener Aussage 21 Prozent.

Tipps für eine nachhaltige Internetnutzung

Aber was können Verbraucher tun, um ihren digitalen CO2-Fußabdruck konkret zu verringern? Laut Cisco sind folgende Maßnahmen sinnvoll:

  • Alte Geräte ersetzen und zum Recycling geben. Beim Router ist es wie beim Kühlschrank: Alte Geräte verbrauchen deutlich mehr Strom als neue.
  • In Vergleichsportalen prüfen, welche Internetprovider nach ESG-Kriterien arbeiten und ob diese eine nachvollziehbare Net-Zero-Strategie haben.
  • Unnötiges Versenden von großen Anhängen in Mails vermeiden. Je mehr Daten geschickt werden, desto mehr CO2 verursacht das.
  • Internethardware ausschalten, wenn sie nicht gebraucht wird: WLAN in der Nacht ausschalten, Handy in den Flugmodus, Laptop abends herunterfahren.

Weitere Schwerpunkte der Studie

Der Broadband Survey 2023 beleuchtet neben Nachhaltigkeitsaspekten auch die Bereiche IT-Sicherheit und Hybrid Work. Das Ergebnis: Die virtuelle Zusammenarbeit im Homeoffice hat zu einer verstärkten Verschmelzung von Berufs- und Privatleben geführt. Gleichzeitig birgt das Homeoffice neue Risiken, da zum Beispiel Online-Banking und Arbeitsprozesse über den gleichen Breitbandanschluss laufen.

Bei der Wahl eines Internet-Services hat in Deutschland der Faktor IT-Sicherheit Priorität.(Bild:  Cisco)
Bei der Wahl eines Internet-Services hat in Deutschland der Faktor IT-Sicherheit Priorität.
(Bild: Cisco)

Für die Sicherung der Internetverbindung sind bei den deutschen Befragten Passwörter mit 46 Prozent weiterhin die häufigste Schutzmaßnahme. 31 Prozent der Deutschen nutzen Netzwerk-Verschlüsselung (Encyption). Nur jeweils 20 Prozent setzen auf VPN oder die Firewall des Routers.

Trotz der insgesamt eher schwachen Vorkehrungen fühlt sich knapp die Hälfte (48 %) sicher, wenn sie ihre Dokumente, Fotos oder Videos in der Cloud speichern. Damit sind die Deutschen aber deutlich skeptischer als der Durchschnitt in EMEA (59 %). Entsprechend ist Security klar der wichtigste Punkt bei der Entscheidung für einen neuen Internet-Service in Deutschland (38 %). Auf den weiteren Plätzen folgen Zuverlässigkeit (28 %), bisherige Erfahrungen (25 %), Schnelligkeit (23 %) und Bekanntheit der Marke (19 %). EMEA-weit steht dagegen Geschwindigkeit (40 %) vor Sicherheit (38 %).

Meinung

Die Studie von Cisco gibt praxisnahe Beispiele um den individuellen CO2-Ausstoß zu verringern. Gleichzeitig muss man berücksichtigen, dass der größte Hebel für eine Reduktion des CO2-Footprints bei den großen Cloud-Service-Anbietern, den sogenannten Hyperscalern liegt. Der Verbraucher spielt in diesem Kontext zwar eine Rolle, wird jedoch alleine keinen entscheidenden Ausschlag geben können, um bestimmte CO2-Bilanzen nicht zu überschreiten.

Gerade Zukunftstechnologien wie generative Künstliche Intelligenz oder die Blockchain werden immense Rechenleistung benötigen und sind dementsprechend energiehungrig. Entscheider aus Politik und Wirtschaft müssen hier rechtzeitig die richtigen Leitplanken setzen, um kritische Infrastruktur nicht nur zuverlässig und sicher, sondern auch nachhaltig zu gestalten.

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Methodik

Der Cisco Broadband Survey basiert auf einer Befragung von 21.629 Arbeitnehmern in 12 Ländern der Region EMEA: Deutschland, Schweiz, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Polen, Schweden, Spanien, Saudi-Arabien, Südafrika und Vereinigte Arabische Emirate. Sie wurde im Januar und Februar 2023 durchgeführt. In Deutschland wurden 2.051 Personen befragt. Die Stichprobe umfasste Befragte aus allen Regionen der einzelnen Länder, die entweder vollständig per Fernzugriff, komplett im Büro, hybrid zu Hause und im Büro oder als Frontline Worker arbeiten. Die Umfrage wurde vom unabhängigen Marktforschungsunternehmen Censuswide durchgeführt.

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