Lünendonk-Listen 2025 Deutlich geringeres Wachstum bei IT-Dienstleistern

Von Heidi Schuster 3 min Lesedauer

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Das Wachstum der führenden IT-Dienstleister in Deutschland ist Lünendonk zufolge 2024 deutlich zurückgegangen. Trotz konjunktureller Herausforderungen blickt die Branche aber optimistisch auf die kommenden Jahre – besonders KI, Cloud und Cybersecurity versprechen neue Impulse.

Die IT-Dienstleister verzeichnen 2024 ein deutlich geringeres Wachstum, was auf Veränderungen im Marktumfeld und steigende wirtschaftliche Herausforderungen hinweist.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Die IT-Dienstleister verzeichnen 2024 ein deutlich geringeres Wachstum, was auf Veränderungen im Marktumfeld und steigende wirtschaftliche Herausforderungen hinweist.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Die konjunkturelle Schwäche hat 2024 deutliche Spuren im deutschen IT-Dienstleistungsmarkt hinterlassen. Während die Branche 2023 mit einem Wachstum von 9,4 Prozent noch weitgehend immun gegen die schwächelnde Wirtschaft schien, legten die Umsätze 2024 lediglich um durchschnittlich 2,6 Prozent zu. Dies geht aus der aktuellen Lünendonk-Studie 2025 „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“ hervor.

IT-Service-Unternehmen zeigen sich widerstandsfähiger

Die Lünendonk-Analyse zeigt unterschiedliche Entwicklungen: Während die 25 größten IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen um durchschnittlich 3,4 Prozent wuchsen, erzielten die führenden IT-Service-Unternehmen mit 4,8 Prozent ein höheres Wachstum. „IT-Service-Unternehmen profitieren derzeit sehr stark von der notwendigen IT-Modernisierung sowie von hohen Investitionen in die Absicherung der Unternehmensnetzwerke“, erklärt Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk. „Auch im Zuge der Debatte um Souveränität sind viele lokale IT-Service-Unternehmen sehr gut aufgestellt, da sie über eigene Rechenzentren verfügen, in denen Daten und Softwareanwendungen souverän betrieben werden können.“

Die Marktführer behaupten ihre Positionen

In der Kategorie „IT-Beratung und Systemintegration“ bleibt Accenture mit einem geschätzten Deutschland-Umsatz von 3,4 Milliarden Euro (2023: 3,3 Mrd. Euro) an der Spitze, gefolgt von Capgemini mit unverändert 2,25 Milliarden Euro. IBM rückt mit 2,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,0 Mrd. Euro) auf Rang drei vor.

Zur Lünendonk-Liste „IT-Beratung und Systemintegration“


In das Ranking aufgenommen werden Unternehmen, die mehr als 60 Prozent des Umsatzes in Deutschland mit Management- und IT-Beratung, Systemintegration, Softwareentwicklung und -einführung erzielten.

Bemerkenswert ist der Sprung von Adesso von Platz sechs auf Platz vier mit einem Umsatzplus von 15 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro. Auch Infosys konnte durch die Übernahme des Entwicklungsdienstleisters In-tech stark zulegen und wird auf einen Deutschlandumsatz von 960 Millionen Euro geschätzt (2023: 770 Mio. Euro).

Bei den IT-Service-Unternehmen behauptet T-Systems mit 3,0 Milliarden Euro (2023: 2,95 Mrd. Euro) die Marktführerschaft vor NTT Data mit 2,3 Milliarden Euro (2023: 2,38 Mrd. Euro). Die Top 5 komplettieren Atos (1,43 Mrd. Euro), DXC (1,32 Mrd. Euro) und Kyndryl (750 Mio. Euro).

Verschiebungen und Neuzugänge im Ranking

Interessant sind die Verschiebungen zwischen den beiden Marktsegmenten: Allgeier wechselte nach dem Verkauf von Allgeier Experts vom Segment IT-Services in das Segment IT-Beratung und Systemintegration und erreicht dort mit 346,6 Millionen Euro Platz 15.

In umgekehrter Richtung bewegten sich Arvato Systems (Rang 8; 494,7 Mio. Euro) und All for One (Rang 10; 382,8 Mio. Euro), die nun dem Segment IT-Service zugeordnet werden. Grund hierfür sind Lünendonk zufolge „signifikante Verschiebungen in ihrem Portfolio“ mit einem neuen Schwerpunkt auf Managed Services und Rechenzentrumsbetrieb.

Zu den Neueinsteigern zählen unter anderem Manage Now (Rang 14; 197,4 Mio. Euro), das 2024 durch die Herauslösung der Fujitsu Services aus dem Fujitsu-Konzern entstanden ist, sowie X1F (Rang 21; 177,7 Mio. Euro) und Exxeta (Rang 25; 128,0 Mio. Euro) im Bereich IT-Beratung und Systemintegration.

Vorsichtiger Optimismus für die kommenden Jahre

Trotz der aktuellen Zurückhaltung bei Digitalinvestitionen bleiben die IT-Dienstleister optimistisch. Für 2025 erwarten sie ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 7,1 Prozent, für 2026 sogar von 10,4 Prozent.

Besonders vielversprechend erscheinen die Themen Data & AI (+ 18,5 %), Cloud-Transformation (+ 13,5 %), Cyber Security (+ 11,4 %), Managed Services (+ 9,8 %) und Consulting (+ 9,0 %). Laut der Studie plant jeder zweite CIO für 2026 Budgeterhöhungen, vor allem für IT-Modernisierung, Data & AI und Ende-zu-Ende-Prozessketten.

„Der Druck zur Digitalen Transformation bleibt hoch: CIOs stehen vor der Herausforderung, einerseits Kosten zu senken, andererseits digitale Innovationen zu fördern und als Business Enabler zu agieren. Vor dem Hintergrund des IT-Fachkräftemangels gelingt dieser Spagat oft nur mit externer Unterstützung. Die IT-Dienstleister bleiben daher grundsätzlich positiv gestimmt, wenngleich sich die Konjunktur auch auf ihr Geschäft auswirkt“, so Zillmann.

Über die Lünendonk-Listen und -Studie


Die neue Lünendonk-Liste 2025 „Führende IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland“ steht ab sofort unter www.luenendonk.de zum kostenfreien Download bereit, die Lünendonk-Liste „Führende IT-Service-Unternehmen in Deutschland“ ist ebenfalls dort abrufbar.

Die Lünendonk-Listen sind Teil der Lünendonk-Studie „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“, für welche über 100 IT-Dienstleister und knapp 150 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand sowie aus Großunternehmen und Konzernen befragt wurden.

IT-Dienstleister und deren Kunden erhalten dadurch Kennzahlen und Informationen für ihre Planung. Voraussichtlich ab Ende Juli 2025 steht die gesamte Studie kostenfrei unter www.luenendonk.de zur Verfügung.

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