Kooperation von Ionos und VNC Der Channel soll die souveräne Cloud befördern

Von Dr. Dietmar Müller 3 min Lesedauer

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Ende August haben Ionos und VNC ihre Zusammenarbeit bekanntgemacht. Zum einen will man gemeinsam eine souveräne und in Deutschland gehosteten Cloud-Lösung aufbauen, zum anderen Daten während des gesamten Lebenszyklus sicherer machen.

Die Kooperation von Ionos und VNC soll den Aufbau einer sicheren, digital souveränen, in Deutschland gehosteten Cloud für Kommunikation und Kollaboration bieten.(©  Dilok - stock.adobe.com)
Die Kooperation von Ionos und VNC soll den Aufbau einer sicheren, digital souveränen, in Deutschland gehosteten Cloud für Kommunikation und Kollaboration bieten.
(© Dilok - stock.adobe.com)

Seit der Begriff der „Digitalen Souveränität“ auf dem Digitalgipfel 2015 erstmals gefallen ist, steigt in Deutschland die Nachfrage nach souveränen Datenräumen – aka Clouds – deutlich. Viele Verantwortliche in Wirtschaft und Politik haben Angst, die Kontrolle über ihre Daten zu verlieren, sobald diese in die Clouds von amerikanischen oder chinesischen Anbietern wandern. Plattformen, auf denen eine Vielzahl hochprofessioneller Cloud-Dienste angeboten werden und die hohen europäischen Standards im Bereich Datensicherheit und Datenschutz einhalten, sprießen seitdem wie Pilze aus dem Boden. Beispielhaft seien das Gaia-X-Projekt des Kölner Providers Plusserver (Pluscloud open), die T-Systems Sovereign Cloud in Zusammenarbeit mit Google oder die Open Telekom Cloud genannt.

Von diesem Boom wollen auch der Hosting-Anbieter Ionos und der Open-Source-Experte VNC profitieren und arbeiten seit neustem zusammen. Die Kooperation soll den Aufbau einer sicheren, digital souveränen, in Deutschland gehosteten Cloud für Kommunikation und Kollaboration bieten. Basis bilde die Cloud-Plattform von Ionos, auf die der Software-Stack VNClagoon von VNC aufsetze.

„Bei VNClagoon handelt es sich um eine horizontale Communication- und Collaboration-Lösung, die branchenunabhängig und in einem breiten Anwendungsfeld einsetzbar ist“, erläutert Andrea Wörrlein, Geschäftsführerin von VNC, gegenüber IT-Business. „Dennoch ist uns natürlich bewusst, dass bestimmte Funktionen oder behördliche Regeln auch spezielle Anwendungen erfordern – man denke nur an die E-Akte, an Verwaltungsarchive oder kommunale Prozesse. Um Anwendungen für derartige Anforderungen zu coden, bieten wir mit der Plattform VNCfactory ein Entwickler-orientiertes Ökosystem. Dort programmieren wir zusammen mit Partnern kundenspezifische Lösungen.“

Auch könne man bereits erste Erfolgsprojekte vorweisen, so Wörrlein, zu denken sei beispielsweise an die Sales-Anwendung VNCcrm oder das Projektmanagementtool VNCproject. VNCcrm ist modularer Bestandteil von VNClagoon und verfügt als hervorstechendes optisches Merkmal über ein „Action Wheel“, über das modulübergreifend direkt aus dem CRM-Tool heraus Aktionen und Funktionen gestartet werden können, sei es Chat, E-Mail, Videokonferenz oder Zugriff auf Projektdaten. VNCproject kombiniert Aufgaben- und Ticketmanagement, Terminplanung, Fortschrittsüberwachung, Gantt-Charts sowie Zeiterfassung, Wikis und – nun ja – Projektplanung.

Confidential Computing bis auf Chip-Ebene

Das zweite Kooperationsfeld ist dem ergänzenden Thema Confidential Computing gewidmet. Dieses hat eine zusätzliche Sicherheitsebene für Daten zum Ziel, und zwar für deren gesamte Lebensdauer von der Erhebung bis zur Verarbeitung und Aufbewahrung in der Cloud. Dafür sollen Workloads in isolierten, hardwareverschlüsselten Umgebungen oder vertrauenswürdigen Umgebungen ausgeführt werden, die unbefugten Zugriff oder Modifikationen ausschließen. Ionos und VNC haben angekündigt, dafür „bis auf Chip-Ebene“ vordringen zu wollen. Das ist nicht so schwer, denn die Software Guard Extensions (SGX) von Intel stellen auf den Xeon-Prozessoren der dritten Generation ebensolche Umgebungen bereit, in denen Daten Hardware-basiert verschlüsselt werden.

Partner sollen gefördert werden

Zielgruppe für beide Angebote rund um die sichere digitale Kommunikation sind sowohl der Mittelstand als auch Großunternehmen. Für die Projekte sollen Partner aus dem Channel eingebunden werden. „Von unserer Kooperation können viele IT-Dienstleister, Entwickler, Unternehmen und die gesamte Systemhauslandschaft profitieren. Vorrangig wollen wir Developer ansprechen, die synergetische Lösungen entwickeln“, so Wörrlein. „Weitere sehr interessante Partner sind für uns ISVs und Integratoren, die vertikale Märkte adressieren sowie Beratungshäuser. Im internationalen Geschäft wollen wir aber auch klassische Reseller, Value-Added-Distributoren und SaaS-Provider von unserer Lösung überzeugen.“

Die Partner könnten sich über die Entwicklungsplattform VNCfactory in das Netzwerk einklinken, was ihnen auch Zugang zu den internen Gitlab Repositories von VNC gewähre. „In diesem Ökosystem können sie sich eng mit unserem internationalen Entwicklungsteam austauschen.“

VNC stelle den potentiellen Partnern zudem Projektmanagement-Software bereit, die auf die Anforderungen des jeweiligen Fachbereichs angepasst sei. „Das ist wichtig, damit Kunden ihre Anwendungen zielgerichtet auf den Bedarf hin entwickeln und zur Marktreife bringen können“, so Wörrlein. „Durch die Kooperation bieten wir Kunden ein noch umfassenderes Angebot für eine sichere Communication- und Collaboration-Lösung.“

Warum Ionos?

Aber warum hat sich VNC zur Zusammenarbeit mit Ionos entschieden – die Auswahl an mutmaßlich willigen Kooperationspartnern aus dem Cloud-Umfeld dürfte groß sein? „Ionos ist für uns ein Partner, der die Themen Sicherheit und digitale Souveränität mit der gleichen Priorität lebt, wie wir“, so Wörlein, die im Schweizerischen Zug auch als Verwaltungsrätin der VNC AG tätig ist. „Zugleich bietet die Zusammenarbeit für Ionos auch die Möglichkeit, von unserer Erfahrung und unserem Netzwerk zu ISVs, Integratoren und Entwicklern zu profitieren und damit neue Potenziale zu erschließen.“

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