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SThree-Umfrage „So arbeitet Deutschland“ Der Arbeitnehmer zwischen Familie und Karriere

Autor: Sarah Nollau

Trotz niedriger Arbeitslosenquote gibt es Nachholbedarf auf dem Arbeitsmarkt. Umfrageteilnehmer wünschen sich eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Jedem Sechsten fehlt die Familienfreundlichkeit im Unternehmen komplett.

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Für viele ist der Spagat zwischen Job und Familie eine Herausforderung.
Für viele ist der Spagat zwischen Job und Familie eine Herausforderung.
(Bild: Pixabay / CC0 )

Die Zufriedenheit auf dem Arbeitsmarkt ist hoch. Das beweist eine Umfrage der Personalberatung SThree. Die Gründe dafür liegen auf den ersten Blick auf der Hand. Die Arbeitslosenquote ist auf einem niedrigen Stand und Fachkräfte werden händeringend gesucht. Verbesserungsbedarf gibt es laut der „So arbeitet Deutschland“-Umfrage allerdings noch bei der Vereinbarkeit von Familie und Karriere und dem Verhältnis zur Führungsriege.

Berufsentwicklung

Doch zunächst einmal zur Position der Berufstätigen. 58 Prozent arbeiten immer noch in dem Bereich, den sie erlernt haben. Die Umfrage schließt daraus, dass die Studienfach- oder Ausbildungswahl wohl für diese Mehrheit die Richtige war. Knapp 40 Prozent hingegen haben sich zu anderen Gefilden aufgemacht und ihre Profession im Laufe ihrer Karriere geändert. Die deutliche Mehrheit zieht zum Zeitpunkt der Befragung ein positives Fazit unter ihre Berufsentwicklung. Nur knapp ein Drittel (30 Prozent) würde heute einen anderen Pfad einschlagen. Allerdings würde gerade einmal ein Prozent das Studium gegen eine Ausbildung tauschen wollen.

Zufriedenheit im Job

Was macht nun die hohe Zufriedenheit im Job aus? Für knapp 70 Prozent ist es der Spaß an der Arbeit. Dieser kann gefördert werden, wenn Arbeitgeber ihren Mitarbeitern vielfältige Projekte anbieten und sie direkt fragen, welche Aufgaben sie sich vorstellen können und welche Themen für sie wichtig sind. Auf Platz Zwei, mit 57 Prozent, liegen die Entwicklungsperspektiven. Knapp dahinter mit einem Prozentpunkt weniger befindet sich die angemessene Bezahlung. Nur für knapp ein Viertel der Befragten (23 Prozent) steht die Work-Life-Balance an erster Stelle.

Regelmäßige Jobwechsel sind mittlerweile Alltag geworden. 52 Prozent der Befragten haben ihr Berufsfeld komplett geändert, weil sie andere Interessen entwickelt haben. Darauf sollten sich Ausbildungsstätten und die Wirtschaft einstellen. Auf Platz Zwei für die Wahl eines anderen Berufs steht mit 35 Prozent die schlechte Work-Life-Balance. Mitarbeiter möchten ihr Privat- und Berufsleben besser miteinander vereinen können. Für 31 Prozent wurden die Erwartungen an den Beruf nicht erfüllt. Hier sieht SThree die Schulen und Hochschulen in der Pflicht, ihre Absolventen besser bei Themen wie Karriere und Berufe zu beraten oder Tests durchzuführen, damit sich junge Menschen schon vor der Berufswahl über ihre Stärken und Interessen besser im Klaren sein können.

Vielseitige Fachkraft

Eine weitere Thematik, die die Umfrage untersucht hat, ist der Gegensatz von Generalisten und Spezialisten bei Fachkräften. 64 Prozent der Befragten sehen sich als vielseitige Generalisten, 36 Prozent als Spezialisten. Die Mehrheit der Befragten (55 Prozent) wäre lieber vielseitiger aufgestellt. Paradoxerweise glauben knapp 70 Prozent, dass Arbeitgeber nach Spezialisten Ausschau halten.

Familienfreundlichkeit im Unternehmen

Ein wichtiger Punkt in der Karriereplanung ist der Dauerbrenner „Familie und Karriere“. Um beide Lebensbereiche miteinander zu vereinbaren, haben 63 Prozent die Möglichkeit ihre Arbeitszeiten und den Arbeitsort flexibel zu wählen. Ein Drittel kann die Stunden reduzieren, 29 Prozent können ihre Kinder sogar an den Arbeitsplatz mitbringen oder Sonderurlaub beantragen. Nur 13 Prozent haben am Arbeitsort eine Betriebskita. Bei jedem Sechsten (17 Prozent) gibt es kein Entgegenkommen des Arbeitgebers, was die Familienfreundlichkeit betrifft. In Anbetracht des Ergebnisses, dass sich 46 Prozent für die Familie entscheiden würden, wenn sie vor der Wahl stünden, sollten Arbeitgeber die Familienfreundlichkeit in ihrem Unternehmen prüfen.

Der Draht zum Vorgesetzten

Führungspositionen sind weiterhin männlich dominiert. Lediglich ein Viertel der Befragten gab an, eine Frau als Führungskraft zu haben. Für 72 Prozent ist es nicht von Belang, ob es sich um Mann oder Frau handelt. Wichtiger sind hier vielmehr die Skills. Mit 4,56 von 5 Punkten ist für die Teilnehmer der Umfrage das Einfühlungsvermögen und Konfliktmanagement ein wichtiger Faktor bei Führungskräften. Darauf folgen Persönlichkeitskompetenz (Flexibilität, Stresstoleranz, Selbststeuerung) und Methodenkompetenz (Projektmanagement, Rhetorik, Organisation). Fachkompetenz und digitale Kompetenz landen mit 3,77 und 3,22 Punkten abgeschlagen dahinter. In der Realität beweisen Führungskräfte ihre Methoden- und Fachkompetenz (3,65 Punkte). Am schlechtesten bewerten die Befragten die digitale Kompetenz mit 3,35 Punkten. Alles in allem halten allerdings 70 Prozent der Befragten ihre Chefs für die führende Position fähig.

Über die Studie

Die Ergebnisse gehören zum dritten Teil der Umfrage. 755 Personen nahmen teil. Die größte Gruppe machte die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen mit 31 Prozent aus. Das Whitepaper zur Umfrage „So arbeitet Deutschland“ steht bei SThree zum Download bereit.

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 Sarah Nollau

Sarah Nollau

Redakteurin