Eine Gruppe für lokale Helden Das plant die neue Dienstleistergruppe Ploon.it

Von Mihriban Dincel 4 min Lesedauer

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Ein eigenes Sonnensystem mit acht Local-Hero-Planeten und eigenen Monden: Das möchte die Ploon.it Group erreichen – natürlich nur metaphorisch. Was es damit auf sich hat und welche Strategie dieses „Sonnensystem“ verfolgt, erklären Jan-Michael Lohr, CEO, und Jan Schmidt, COO der Ploon.it.

Die Ploon.it Group ist wie ein Sonnensystem, bei dem die Sonne die Gruppenfunktion darstellt, während die Planeten die Local Heros abbilden.(Bild:  Canva / KI-generiert)
Die Ploon.it Group ist wie ein Sonnensystem, bei dem die Sonne die Gruppenfunktion darstellt, während die Planeten die Local Heros abbilden.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Mit dem Zusammenschluss zwischen dem Anbieter von Managed Services List + Lohr und der Investmentgesellschaft Prom12 formierte sich im Juli 2024 eine neue Gruppe am Systemhausmarkt: Die Ploon.it Group. Die Gruppe hat ambitionierte Ziele, konkrete Pläne und eine klare Strategie. „Wir planen eine Unternehmensgruppe mit acht Local Heros jeweils in den starken Wirtschaftsregionen Deutschlands zu formen. Diese sollen organisch wie auch anorganisch weiterentwickelt werden, indem wir den Local Heros weitere kleine IT-Anbieter zuführen“, klärt Jan Schmidt, COO der Ploon.it, auf. Die Local Heros stellen im Sinnbild der Gruppe die Planeten dar, und die kleinen zugehörigen IT-Anbieter deren Monde. In der Mitte steht die Sonne, die für die Gruppen-Support-Funktion steht – also Ideen- und Knowhow-Transport, gegenseitige Unterstützung und Synergien. Um diese Vision zu verwirklichen, hat die Gruppe den Investor Prom12 mit an Bord, welcher nicht nur finanziell, sondern ebenso bei strategischen Entscheidungen unterstützt.

Eine Gruppe formiert sich

Die Ploon.it Group wurde in Zusammenarbeit des Systemhauses List + Lohr aus Hannover mit dem Investor Prom12 aus München gegründet. Um die Intention hinter der Gruppe zu verstehen, bedarf es einen kurzen Blick in die Vergangenheit von List + Lohr. Vor 28 Jahren gegründet, musste sich das Unternehmen 2010, wie viele andere, dem Thema Cloud annähern. „Die damaligen Lösungen waren für Reseller noch nicht ganz ausgereift“, erinnert sich CEO Jan-Michael Lohr. Um passende Cloud-Services bieten zu können, wurde das Spin-Off Busymouse ins Leben gerufen, dass 2016 an Dogado verkauft wurde. Aus dem Cloud-Business haben die Geschäftsführer einige Erfahrungen sammeln können, die sie später für das Systemhausgeschäft übersetzt haben – beispielsweise mehr Standardisierung für weniger Aufwand – um so ihre Vision, Local Hero zu werden, zu verwirklichen. Mit Erfolg. Der nächste Schritt war, auch in Anbetracht des Fachkräftemangels, mehr Sichtbarkeit, Wachstum und Stabilität für die Zukunft. „Weiter zu wachsen, stand dem Local-Hero-Gedanken aber entgegen“, erklärt Lohr. So entstand die Idee, viele kleine Local Heros in anderen Regionen unter dem Dach einer Gruppe, der Ploon.it, aufzubauen.

Abgrenzung zu anderen Gruppe

Mit reichlich IT-Dienstleistergruppen auf dem Markt, könnte es schwer werden, sich von anderen abzuheben. Doch Ploon.it gehe anders vor als manch andere Konstellationen. „Wir lassen den Planeten ihre Eigenständigkeit. Das heißt, wir wollen die Unternehmen beim Ausbau unterstützen, sie und ihre DNA stärken und nicht voll integrieren“, so Schmidt. Die Marke wie auch das Team bleiben bestehen. Mitarbeiter können sich weiterhin mit dem Brand identifizieren. „Mit dem Namenszusatz ‚Part of Ploon.it‘ treten wir dennoch gemeinsam auf und generieren Synergieeffekte“, versichert Schmidt. CEO Jan-Michael Lohr betont zudem den Erfolgsfaktor Regionalität, auf den die Gruppe setzt: „So vermeiden wir Anonymität gegenüber den Kunden und begegnen ihnen persönlich.“

Jan Schmidt (l.) und Jan-Michael Lohr (Bild:  ploon.it group)
Jan Schmidt (l.) und Jan-Michael Lohr
(Bild: ploon.it group)

Mit der konkret gewünschten Anzahl von acht Planeten, gehe die Group zudem zielgerichtet vor. „Das liegt unter anderem auch daran, dass das gesamte Ploon.it-Management und ebenso unser Investor weitreichende Branchenkenntnisse besitzen. Wir wollen eine solide Gruppe aufbauen, die funktioniert und nicht rein zahlenbasiert zusammenkaufen. Das Ziel ist ein solides Konstrukt, mit guten Services für Kunden“, begründet Schmidt. Daher gäbe es auch keinen Kaufdruck seitens des Investors.

Akquisitionen in wirtschaftsstarken Regionen

Die Gruppe strebt Übernahmen in den wirtschaftsstarken Regionen Deutschlands an. Bei den Käufen handele es sich entweder um die Klärung der Nachfolge oder um Geschäftsführer, die ihr Unternehmen weiterentwickeln wollen. Dabei möchte Ploon.it sowohl Synergieeffekte generieren, in denen bereits vorhandene Themen gestärkt, aber ebenso neue Spezialthemen gefördert werden. List + Lohr konzentriert sich beispielsweise neben den großen Themen wie Infrastruktur oder Security ebenso auf Datev. Ein wichtiges Merkmal: Der Fokus sollte bei allen in Betracht gezogenen Unternehmen auf Managed Services liegen und kein Planet sich in seiner Region mit einem anderen überschneiden.

Das Ziel ist ein solides Konstrukt, mit guten Services für Kunden.

Jan Schmidt, COO Ploon.it

Die Umsetzung dieser Ziele steht schon in naher Zukunft bevor: „Wir planen ein bis zwei Planeten pro Jahr für Ploon.it zu gewinnen. In jedem Jahr wollen wir diesen Planten dann außerdem ihre ein bis zwei Monde zuführen. So haben wir einen guten Überblick über die Transaktionen“, erläutert Lohr die genaueren Pläne. Und konkrete Gespräche würden schon geführt, verrät er. Ein ambitioniertes Ziel, doch den Geschäftsführern zufolge machbar. „Durch die Eigenständigkeit, die wir den Unternehmen in der Gruppe lassen, haben wir keinen großen Integrationsaufwand“, begründet Schmidt und weiß gleichzeitig um den späteren höheren Aufwand durch die Betreuung mehrerer Marken. Beide wirken dennoch zuversichtlich und glauben an eine Erfolgsreise der Ploon.it, wie sie bereits List + Lohr erlebt hat.

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