Arctic Wolf-Studie Cyberversicherungen werden immer wichtiger

Von Ira Zahorsky 3 min Lesedauer

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Cyberversicherungen werden ein immer wichtigerer Pfeiler einer umfassenden Cybersicherheitsstrategie. Doch die Prämien und Anforderungen der Versicherungen sind hoch. Wie kann die Risikobewertung erfüllt und der Beitrag niedrig gehalten werden?

Cyberversicherungen sind inzwischen eine wichtige Säule im IT-Security-Konzept von Unternehmen.(Bild:  Phonlasit - stock.adobe.com)
Cyberversicherungen sind inzwischen eine wichtige Säule im IT-Security-Konzept von Unternehmen.
(Bild: Phonlasit - stock.adobe.com)

Zu einer Cybersecurity-Strategie gehören unter anderem Prävention, Monitoring und Detection-and-Response-Lösungen. Doch auch Cyberversicherungen sind inzwischen eine wichtige Säule, um finanziellen Schaden im Falle eines erfolgreichen Angriffs zu minimieren. Sie decken je nach Police folgende Kosten ab:

  • Wiederherstellung von Daten
  • rechtliche Beratung
  • Behebung von Sicherheitslücken
  • potenzielle Haftungsansprüche Dritter
  • auftretende Betriebsausfälle

Der Cybersecurity-Anbieter Arctic Wolf hat im Oktober 2024 eine Online-Umfrage unter 903 Personen aus Nordamerika, Europa sowie Australien und Neuseeland durchgeführt. 61 Prozent der befragten Unternehmen verfügen bereits über eine Cyberversicherung, fast die Hälfte (49 %) bereits seit mehr als zwei Jahren. Doch Dr. Sebastian Schmerl, Regional Vice President Security Services EMEA bei Arctic Wolf, weiß: „Selbstverständlich sollte eine Versicherung niemals die einzige ‚Sicherheitsmaßnahme‘ sein. Für einen umfassenden Schutz braucht es unter anderem präventivem Schutz, ein umfassendes Monitoring sowie Detection-and-Response-Lösungen. Weil es jedoch niemals einen 100-prozentigen Schutz gibt, sind Cyberversicherungen ein wichtiges Tool, um finanzielle Verluste im erfolgreichen Angriffsfall zu minimieren.“

Hohe Schadenssummen – hohe Prämien

Aufgrund der hohen Schadenssummen ist die Prämie für eine Cyberversicherung entsprechend hoch. In den vergangenen zwei Jahren stieg die Prämie bei gut einem Drittel (34 %) der Versicherten um 10 bis 50 Prozent. Ein Sicherheitsvorfall bedeutet meist eine weitere Erhöhung oder auch die strengere Überprüfung bei der Vertragsverlängerung. „Das spürbare Ansteigen der Prämien zeigt, dass die Versicherer die Risiken klar erkennen und damit auch die enormen Kosten, die im Falle eines erfolgreichen Angriffs auf sie zukommen könnten“, legt Schmerl dar.

Auswahl und Abschluss einer Cyberversicherung

„Gerade in der DACH-Region beobachten wir eine hohe Nachfrage nach maßgeschneiderten Policen, die nicht nur wirtschaftlich sinnvoll sind, sondern auch die besonderen Anforderungen der Unternehmen berücksichtigen“, resümiert Schmerl. „Für diese Bewertung braucht es jedoch ein tiefes Verständnis sowohl der allgemeinen Bedrohungslage als auch der eigenen Sicherheitssituation und Bedarfe.“ Die Umfrage ergab allerdings, dass mehr als ein Drittel (36 %) der Befragten bei der Quantifizierung des Bedarfs Schwierigkeiten haben. Komplexe Antragsprozesse und eingeschränkte Abdeckung erschweren die Entscheidung zusätzlich. Um sich auf neue Policen oder Vertragsverlängerungen vorzubereiten setzen Unternehmen der Umfrage zufolge verstärkt auf Risikobewertungen und -analyse (55 %), die Schulung von Mitarbeitenden (53 %) und die Verstärkung von IT- und Cybersicherheitsteams (51 %).

Wer heute überhaupt eine Police erhalten möchte, muss Versicherungen genau die Daten zu liefern, die diese für ihre Risikobewertung brauchen.

Dr. Sebastian Schmerl, Arctic Wolf

Um schließlich eine Cyberversicherungspolice abzuschließen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Versicherungen erwarten von ihren Kunden unter anderem, dass sie ihr Sicherheitsmanagement up to date halten und Schwachstellen beseitigen sowie eine kontinuierliche Dokumentation der Sicherheitslage und entsprechende Nachweise. „Wer heute überhaupt eine Police erhalten möchte, muss Versicherungen genau die Daten zu liefern, die diese für ihre Risikobewertung brauchen. Das ist nicht immer einfach. Versicherungen erwarten gewisse Sicherheitsstandards von ihren Kunden – und die Erfüllung dieser Standards stellt insbesondere KMU mit kleinen IT-Teams, denen das nötige Security-Wissen fehlt, vor Herausforderungen“, erklärt Schmerl. Er rät: „Hier kann es eine Option sein, mit einem Sicherheitspartner zusammenzuarbeiten. Dieser kann im Prozess unterstützen und zusammen mit den Unternehmen daran arbeiten, proaktiv die IT-Sicherheitsinfrastruktur zu verstärken.“

Über die Arctic-Wolf-Umfrage zu Cyberversicherungen

Die Online-Umfrage wurde im Oktober 2024 von Arctic Wolf und CRA Business Intelligence unter 903 Personen durchgeführt, die in Unternehmen aus Nordamerika (USA und Kanada), Westeuropa (Großbritannien, Irland, Deutschland), Benelux (Belgien, Niederlande, Luxemburg) sowie Australien und Neuseeland tätig sind. Die Teilnehmenden stammen aus Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitenden und sind in Branchen außerhalb der Cybersicherheitssoftware-, Service-, MSP/MSSP- und Cyberversicherungsanbieter tätig. Die Befragten sind als IT-Experten, Cybersicherheitsspezialisten oder Führungskräfte tätig und verfügen über Entscheidungs- oder Einflusskompetenz im Bereich Cyberversicherung.

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