Digitale Resilienz in Unternehmen Cybersicherheit neu denken

Von Agnes Panjas 3 min Lesedauer

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Cyberangriffe, regulatorische Anforderungen und disruptive Technologien stellen Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen. Eine Studie von Adesso und Statista beleuchtet Risiken, regulatorische Anforderungen und strategische Hebel für digitale Resilienz.

Laut einer TÜV-Cybersecurity-Studie sieht sich jedes zweite Unternehmen durch Cyberangriffe in seiner Existenz bedroht. (Bild:  Canva / KI-generiert)
Laut einer TÜV-Cybersecurity-Studie sieht sich jedes zweite Unternehmen durch Cyberangriffe in seiner Existenz bedroht.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Die Meta-Studie von Adesso und Statista „Security neu gedacht: Resilienz, Compliance und KI als Zukunftsfaktoren“ zeigt: Wer auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben will, muss Cybersicherheit strategisch denken – und gezielt in Governance, Resilienz, Compliance (GRC) und den sicheren Einsatz neuer Technologien investieren.

Cybersicherheit in Unternehmen: Hohes Bewusstsein, mangelnde Umsetzung

Ein zentrales Ergebnis der Auswertung aktueller Studien ist, dass es in Unternehmen nicht am Bewusstsein mangelt, sondern an der Umsetzung. Zwar messen laut Deloitte 62 Prozent der Unternehmen dem Thema Cybersicherheit eine hohe Relevanz bei, aber nur 39 Prozent halten sich selbst für ausreichend vorbereitet. Besonders kritisch ist, dass laut einer TÜV-Cybersecurity-Studie fast jedes zweite Unternehmen seine Existenz durch Cyberangriffe bedroht sieht.

Das Bewusstsein dafür, Cybersicherheit strategisch zu denken, ist durchaus vorhanden. Doch bei der Umsetzung gibt es noch viel zu tun. (Bild:  Adesso)
Das Bewusstsein dafür, Cybersicherheit strategisch zu denken, ist durchaus vorhanden. Doch bei der Umsetzung gibt es noch viel zu tun.
(Bild: Adesso)

Wachsender Handlungsdruck

Mit Blick auf die europäische und nationale Gesetzgebung wird der Handlungsdruck weiter steigen. Ob DORA, NIS2 oder der Cyber Resilience Act – Unternehmen aus nahezu allen Sektoren sind künftig verpflichtet, ihre IT-Sicherheit zu professionalisieren, Prozesse schärfer zu überwachen und durchzusetzen und Resilienzmaßnahmen umzusetzen. Die Realität zeigt jedoch: Anfang 2025 hatte laut KPMG keine einzige Versicherung und keine Bank die DORA-Vorgaben vollständig umgesetzt.

Andreas Prenneis, Mitglied des Vorstands bei Adesso
„Die zunehmende Komplexität regulatorischer Anforderungen, die dynamische Bedrohungslage und der technologische Wandel fordern von Unternehmen ein Umdenken in der IT-Sicherheit. Nur durch ein integriertes GRC-Framework, flexible Sicherheitskonzepte und eine starke Sicherheitskultur können wir Innovationen sicher nutzen, Angriffsflächen minimieren und die Geschäftskontinuität nachhaltig gewährleisten.“

Bildquelle: Adesso

Zero Trust und KI: Effizienzsteigerung in der modernen IT-Sicherheit

Mit dem Einsatz neuer Technologien und der zunehmenden Komplexität der IT-Landschaft wächst auch die Zahl der Angriffsvektoren. Für mehr Datenschutz, Skalierbarkeit und Flexibilität setzen immer mehr Unternehmen auf hybride IT- und Multicloud-Modelle – mit allen damit verbundenen Chancen und Risiken. Auch die Nutzung von KI kann Gefahren mit sich bringen – und zwar nicht nur als unterstützendes Werkzeug für Angreifer im Rahmen neuer Bedrohungsszenarien. So können durch die Nutzung ungesicherter oder nicht ausreichend geprüfter KI-Tools durch Mitarbeitende in Unternehmensprozessen neue Schwachstellen entstehen, die von Cyberkriminellen ausgenutzt werden können.

Etienne Dziomber, Adesso(Bild:  Adesso)
Etienne Dziomber, Adesso
(Bild: Adesso)

„Wichtig ist, dass Unternehmen Sicherheit immer von Anfang an mitdenken“, sagt Etienne Dziomber, Leiter des Geschäftsbereichs Information Security bei Adesso. „Moderne IT-Architekturen und Cloud-Umgebungen erfordern flexible, ganzheitliche Sicherheitskonzepte, um Angriffsflächen zu minimieren und Compliance dauerhaft sicherzustellen.“

Neue Technologien können jedoch auch bei der Gefahrenabwehr helfen. Moderne Sicherheitsarchitekturen wie Zero Trust oder KI-gestützter Schutz ermöglichen erhebliche Effizienzgewinne. Laut Forrester zahlen sich 92 Prozent der Investitionen in Zero-Trust-Modelle bereits nach drei Jahren aus. Den KI-gestützten Schutz nutzen bislang allerdings nur zehn Prozent der Unternehmen aktiv zur Abwehr von Cyberattacken .

Risikofaktor bleibt der Mensch

Der Mensch bleibt ein zentrales Einfallstor für Angreifer. Ungeschulte Mitarbeitende und Schatten-IT gelten weiterhin als die größten Sicherheitsrisiken in Unternehmen. Nicht selten nutzen Mitarbeitende ohne Wissen oder Zustimmung der IT-Abteilung eigenständig IT-Dienste – unter anderem für KI – und übermitteln dabei sensible Unternehmensdaten an externe Plattformen. Dies erhöht das Risiko von Datenschutzverletzungen, Compliance-Verstößen und Datenlecks. Oft geschieht dies schlicht aus Unwissenheit der Mitarbeitenden. Laut einer Bitkom-Erhebung führen allerdings nur 24 Prozent der Unternehmen regelmäßige Sicherheitsschulungen durch.

Regelmäßige Schulungen von Mitarbeitenden gelten als wichtiger Baustein für die Cyber-Resilienz von Unternehmen. Hier gibt es jedoch vielfach noch Lücken.(Bild:  Adesso)
Regelmäßige Schulungen von Mitarbeitenden gelten als wichtiger Baustein für die Cyber-Resilienz von Unternehmen. Hier gibt es jedoch vielfach noch Lücken.
(Bild: Adesso)

Cybersecurity als Teil der Unternehmensstrategie

Die Meta-Studie macht deutlich: Sicherheit darf kein isoliertes IT-Thema mehr sein, sondern muss integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie werden. Denn Resilienz ist ein klarer Wettbewerbsvorteil. Unternehmen mit hoher digitaler Widerstandskraft können Ausfallzeiten und Folgekosten vermeiden oder zumindest deutlich verringern. Nur wer regulatorische Vorgaben konsequent umsetzt, in resiliente Strukturen investiert und neue Technologien verantwortungsvoll nutzt, kann seine digitale Souveränität ausspielen und auch in Zukunft handlungsfähig bleiben.

Über Adesso

Der IT-Dienstleister Adesso konzentriert sich mit Beratung sowie individueller Softwareentwicklung auf die Kerngeschäftsprozesse von Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen. Adesso wurde 1997 in Dortmund gegründet und beschäftigt aktuell in der Adesso Group über 10.400 Mitarbeitende.

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