97 Prozent der Konzerne waren Angriffsziel Cyber-Kriminalität in einer neuen Dimension

Autor: Katrin Hofmann

Die Studie „Taking the Offensive – Working together to disrupt digital crime“ von BT und KPMG kommt zum Ergebnis, dass sich die Cyberkriminalität immer mehr professionalisiert.

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Hacker haben oft einen nicht unerheblichen finanziellen Hintergrund.
Hacker haben oft einen nicht unerheblichen finanziellen Hintergrund.
(Bild: Pixabay)

Cyberkriminelle arbeiten zunehmend arbeitsteilig und profitorientiert und seien zu einer Gefahr für praktisch jedes Unternehmen geworden. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung von BT und KPMG, in deren Rahmen von „industrialisierter Cyberkriminalität“ gesprochen wird. Die mittlerweile höchst professionellen Angreifer verfügten über eigene Geschäftsmodelle und einen sie unterstützenden Schwarzmarkt.

Der Studie zufolge waren fast alle (97 Prozent) der großen multinationalen Konzerne schon einmal Ziel einer Cyberattacke. 94 Prozent der IT-Entscheider wissen, dass kriminelle Organisationen versuchen, ihre Mitarbeiter zu erpressen oder zu bestechen, um Zugriff auf sensible Daten zu erhalten.

Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer (47 Prozent) glauben, nicht über eine Strategie zu verfügen, um dies zu verhindern. Ganze 91 Prozent sehen sich bei der Abwehr digitaler Attacken grundsätzlich mit Hindernissen konfrontiert. Hier werden häufig regulatorische Schwierigkeiten angeführt. 44 Prozent sehen es dabei als problematisch an, dass sie bei der Reaktion auf einen Angriff teilweise von Dritten abhängig sind. Nur ein Fünftel der Befragten ist davon überzeugt, dass ihr Unternehmen umfassend auf Angriffe durch Cyberkriminelle vorbereitet ist.

Eine Frage des Budgets

Die Studie macht auch auf mögliche notwendige Budget-Anpassungen aufmerksam: 60 Prozent gaben an, dass die Cybersicherheit gegenwärtig aus dem zentralen IT-Budget finanziert wird. Die Hälfte von ihnen ist jedoch der Ansicht, dass es stattdessen ein separates Security-Budget geben sollte. Eine große Herausforderung sei es, dass die Kriminellen über erhebliche finanzielle Mittel verfügen, die sie unter anderem für die Entwicklung ihrer Angriffsmethoden aufwenden können.

„Die Wirtschaft befindet sich in einem Wettrüsten mit professionellen kriminellen Gruppierungen und staatlichen Organisationen, die mit äußerst raffinierten Methoden vorgehen. Der Cyberkriminelle des 21. Jahrhunderts ist ein skrupelloser und effizienter Unternehmer, der von einem hochentwickelten Schwarzmarkt unterstützt wird“, sagte Mark Hughes, CEO Security bei BT.

„Aufgrund der sprunghaft ansteigenden Cyberkriminalität wird eine neue Herangehensweise für digitale Risiken benötigt – und das bedeutet, sich in die Rolle der Angreifer zu versetzen. Unternehmen müssen sich nicht nur gegen Cyberattacken verteidigen, sondern die kriminellen Vereinigungen stören, von denen die Angriffe ausgehen. Das erfordert sowohl eine engere Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden als auch mit Partnern, die auf Cybersicherheit spezialisiert sind“, so Hughes weiter.

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Editor, IT-BUSINESS