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Coronakrise verändert das Online-Shopping kaum

| Autor: Sarah Gandorfer

Auch dem Online-Handel brach während des Lockdowns Umsatz weg.
Auch dem Online-Handel brach während des Lockdowns Umsatz weg. (Bild: Mymemo - stock.adobe.com)

Wer glaubt, dass das E-Commerce Business seit der Covid-19-Pandemie rapide an Fahrt aufgenommen hat, der irrt. Laut dem Verband der E-Commerce-Händler erholt es sich gerade von den erlittenen Umsatzeinbrüchen. Wobei diese Erholung branchenabhängig ist. Auch Zahlen des Bitkom belegen, dass zwar 20 Prozent der Bundesbürger mehr online gekauft haben, gleichzeitig aber eine größere Anzahl weniger gekauft hat.

Zwar sind die Ladengeschäfte mittlerweile wieder offen, doch ist die Öffnung mit Auflagen wie Masken oder nur einer beschränkten Zahl an Kundenzahlen verbunden. Nun könnte man meinen, dass es während des Lockdowns eine stark wachsende Nachfrage in den Onlineshops gegeben haben könnte. Doch wie die Zahlen einer Bitkom-Studie zeigen, ist dies nicht der Fall.

Während hierzulande jeder fünfte Verbraucher (20 %) seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie mehr im Internet bestellt als zuvor, haben gleichzeitig 29 Prozent weniger bestellt. Etwas mehr als jeder Vierte (27 %) gibt an, genau so viel im Web zu kaufen wie vor dem Ausbruch des Coronavirus. Die Befragung wurde im Zeitraum von Ende April bis Anfang Mai 2020 durchgeführt und umfasst knapp 1.000 Personen ab 16 Jahren.

Obwohl die Kaufbereitschaft im Web im Befragungszeitraum eher gesunken ist, ist trotzdem mehr als jeder Zweite (55 %) der Meinung, dass der Online-Handel in Zeiten von Covid-19 eine zentrale Versorgungsfunktion einnimmt. Zwei Drittel kaufen insbesondere bei Einzelhändlern in ihrer Region online ein, um ihnen die Treue zu halten – sofern sie ihre Waren im Internet anbieten. Fast ebenso viele (65 %) wünschen sich in diesem Zusammenhang, dass mehr Einzelhändler in ihrer Region ein Online-Angebot machen.

Entsprechend dieser Zahlen lautet das Fazit des Bitkom-Hauptgeschäftsführers Dr. Bernhard Rohleder: „Fast jeder Internetnutzer (94 %) ab 16 Jahren bestellt Waren im Internet. Somit wirkt sich eine generelle Konsumflaute kurzfristig auch auf einzelne Bereiche im Online-Handel aus. Viele große und kleine Händler mussten online wie offline schnell Antworten auf die Coronakrise finden. Jene Händler, die ein digitales Angebot für ihre Kunden bereithalten, kommen definitiv besser durch die Krise.“

Online-Handel gleicht anfängliches Minus aus

Der Verband der E-Commerce-Händler (bevh) hat seine Mitglieder in den Kalenderwochen KW 13 bis 18 wöchentlich befragt, welche Auswirkungen die Covid-19-Pandemie auf Nachfrage, Umsatz, Lagerdaten, Lieferzeit und Krankenstand hat.

In KW 18 haben die meisten Online-Händler überplanmäßige Umsätze erreicht.
In KW 18 haben die meisten Online-Händler überplanmäßige Umsätze erreicht. (Bild: behv)

Seit Beginn des Monitorings in der KW 13 stellte der bevh eine Rückkehr der Bestellzahlen und sogar Kompensationseffekte anfänglicher Umsatzrückgänge fest. Wie deutlich sich die Situation für die Online-Händler geändert hat, zeigt die nahezu perfekte Kreuzung der Trendlinien im letzten Chart (siehe Grafik).

In Kalenderwoche 18 ist deutlich erkennbar, dass die Mehrzahl der befragten Händler überplanmäßige Umsätze erreicht hat. Dabei ist nicht zu erkennen, dass die Öffnung der Geschäfte in den letzten 14 Tagen eine Bremse bei den Online-Bestellungen nach sich gezogen hätte. Lediglich Bestellungen von Gütern des täglichen Bedarfs, die anfangs stark angestiegen waren, gehen inzwischen kontinuierlich gegenüber den Vorwochen zurück. Dies ein Zeichen von Normalisierung im Konsum.

Dennoch besteht weiterhin eine große Lücke zwischen denjenigen, die Umsatz verloren haben, und denen, die Umsatz hinzugewonnen haben. Es zeigt sich zum Teil auch innerhalb der gleichen Sortimente, dass die Konsumenten noch atypisch agieren. Dies ist jedoch laut dem Verband vor allem auf die Corona-bedingten Einschränkungen allgemein zurückzuführen. So können Anbieter von Gastronomie-Einrichtung, Reiseliteratur oder Strandmode derzeit keine Erholung im Absatz erkennen. Dies erklärt die deutlich voneinander abweichenden Lageschilderungen innerhalb des gleichen Sortiments wie beispielsweise Betriebseinrichtung oder Spielwaren/Freizeit.

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