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Cloudbuddies: Kunden sehen in der Krise auch eine Chance

| Autor: Michael Hase

Nils Kaufmann, Geschäftsführer bei Cloudbuddies, hält Pay as You Use für das Modell der Zukunft.
Nils Kaufmann, Geschäftsführer bei Cloudbuddies, hält Pay as You Use für das Modell der Zukunft. (Bild: Michael Hase)

Bei seinen Kunden beobachtet Nils Kaufmann, Geschäftsführer des Dienstleisters Cloudbuddies, dass sie trotz Sorgen wegen Corona in den technologischen Maßnahmen zur Sicherstellung ihres Geschäftsbetriebs auch eine Chance sehen.

Viele Systemhäuser werden in der aktuellen Situation von ihren Kunden damit beauftragt, Remote-Arbeitsplätze in der Cloud einzurichten. Welche Beobachtungen machen Sie gerade bei Ihrer Klientel?

Kaufmann: In der Tat ist es so, dass auch wir bereits Hunderte AWS Workplaces eingerichtet haben. Meine Beobachtung ist ganz klar: Der größte Teil unserer Kunden und Partner begreift die aktuell notwendigen Maßnahmen zur Sicherstellung der Arbeitsfähigkeit ihrer Mitarbeiter als große Chance. Die bestehende Infrastruktur, meist über Jahre gewachsen, wird kritisch hinterfragt. Angefangen bei nicht Video-fähiger Hardware bis hin zu starren und teuren Remote-Desktop-Lizenzmodellen. Ein Umstieg auf moderne Thin Clients und Collaboration-Lösungen im Pay-per-Use-Modell lohnt sich für Unternehmen und Behörden oft innerhalb kürzester Zeit. Gleichzeitig sind völlig neue, vor Kurzem noch unvorstellbare Arbeitsmodelle entstanden. Bei vielen deutschen Mittelständlern oder Behörden wäre undenkbar gewesen, dass die Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten. Doch siehe da: Es geht! Viele Mitarbeiter unserer Kunden sind ob der Coronakrise natürlich besorgt. Sie sind aber gleichzeitig begeistert von den Vorteilen ihres neuen Remote-Arbeitsplatzes. Die daraus resultierenden Chancen für die Zukunft sind immens.

Collaboration-Plattformen, die es Teams in erlauben, unabhängig vom Ort zusammenzuarbeiten, gibt es seit mindestens zehn Jahren. Warum haben viele Unternehmen diese Möglichkeiten noch nicht oder nur wenig genutzt, sodass sie jetzt Nachholbedarf haben?

Kaufmann: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und ein soziales Tier. Seit Jahrhunderten geht nichts über einen Handschlag. Wichtige Termine finden Auge in Auge statt. Wenn man eine Gewohnheit nicht ändern muss, wird man sie nicht ändern. Es sei denn, äußere Umstände zwingen dazu. Weitverbreitet ist auch der Irrglaube, dass Menschen nur produktiv gemeinsam arbeiten und verbindlich miteinander umgehen, wenn sie sich zusammen in einem Raum befinden. Ich selbst bin oft für einen 60-Minuten-Termin von München nach Berlin gefahren, weil ich der Meinung war, das sei wichtig. Und ich gehöre als Cloudbuddy sicherlich zu denjenigen, die zu 100 Prozent remote aus der Cloud heraus arbeiten. Dennoch fuhr ich bislang etwa 50.000 Kilometer per anno durch die Gegend. Seit über zwei Wochen arbeite ich ausschließlich im Homeoffice und führe alle Gespräche mit Mitarbeitern, Kunden und Partnern via Chime – funktioniert fantastisch und ist ebenso verbindlich.

Rechnen Sie damit, dass Ihre Kunden nach Beendigung der Coronakrise wieder zum alten Arbeitsstil zurückkehren werden oder werden sie die neuen Möglichkeiten nicht mehr missen wollen? Was sollte Ihrer Meinung nach unbedingt beibehalten werden?

Kaufmann: Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Teil der Präsenzarbeit weiterhin durch Homeoffice ersetzt wird und dass die zigfachen Kundenfahrten hinsichtlich ihrer Sinnhaftigkeit hinterfragt werden, ob denn nicht auch ein Videocall ausreicht. Unbedingt beibehalten werden sollte, dass sofern möglich jeder Fahrtweg vermieden wird. Und für mich persönlich habe ich sehr zu schätzen gelernt, statt lediglich zu telefonieren mit der gleichen Mühe einen Videocall zu machen. Es ist unvergleichlich persönlicher, wenn man den Gesprächspartner gleichzeitig sieht, was sich nach meiner Erfahrung extrem positiv in der Art und Weise der Kommunikation widerspiegelt. Grundsätzlich muss man aber bei all den Vorteilen von Remote-Arbeitsplätzen auch klar sagen: Am Ende ist es doch sehr schön, wenn man Kollegen und Partner persönlich treffen kann. Von Angesicht zu Angesicht ist für uns als soziale Wesen die natürlichste Umgangsform.

Wird die aktuelle Situation nach Ihrer Erwartung dazu führen, dass die Akzeptanz von Cloud-Angeboten in Deutschland generell einen zusätzlichen Schub bekommt?

Kaufmann: Ja, die allgemeine und flächendeckende Akzeptanz von Cloud-Angeboten ist bereits massiv gestiegen und wird dies durch die Gewöhnung daran noch weiter tun. Es ist schlicht und einfach unschlagbar, wenn Unternehmen nicht mehr über unüberschaubare Zeiträume teils riesige Summen in eine bereits bei Auslieferung veraltete IT-Infrastruktur investieren müssen. Durch PaaS- und SaaS-Lösungen haben Nutzer bereits heute die Möglichkeit, lediglich die Ressourcen zu beziehen und auch nur für die zu zahlen, die sie im jeweiligen Moment benötigen.

Welche Vorteile, die für eine Nutzung von IT as a Service sprechen, werden gerade jetzt besonders deutlich?

Kaufmann: Pay as You Use ist ganz klar das Preis- und Abnahmemodell der Gegenwart und noch viel mehr der Zukunft. Die Vorteile liegen auf der Hand: maximale Flexibilität, komplette Ortsunabhängigkeit und volle Kostenkontrolle. Eigentlich der Traum eines jeden Unternehmers. Da das bereits seit geraumer Zeit technisch und preislich möglich ist, kann man sich nur wundern, warum viele Unternehmen, Institutionen und Behörden dieses enorme Potenzial bislang noch nicht für sich entdeckt haben. Aber auch hier gilt: Wenn der Mensch liebgewonnene Gewohnheiten nicht ändern muss, dann wird er es nicht tun. Es sei denn, er wird durch äußere Umstände dazu gezwungen.

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