Künstliche Intelligenz kommt aus der Cloud, doch die Trainingsdaten werden aus guten Gründen gerne im Unternehmen behalten. Das passt zum Trend vielfältiger Betriebsmodelle. Bei Oracle richtet man sich auf diese Entwicklung ein. Die Zeit der einheitlichen Plattformlogik ist vorbei.
Cloud Computing und Künstliche Intelligenz sind eng miteinander verwoben.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Cloud- und KI-Infrastrukturen prägen das IT-Geschehen. Doch mit welchen Konsequenzen? „Immer mehr Unternehmen verabschieden sich von einer einheitlichen Plattformlogik und setzen auf vielfältige Betriebsmodelle“, sagt Tobias Deml, Director Cloud Engineering und Technical Lead OCI, Oracle. Denn so werden sie regulatorischen Vorgaben, geopolitischen Entwicklungen und branchenspezifischen Anforderungen gerecht. Deml erklärt, wie sich Märkte verändern und welche Faktoren die Projekte die nähere Zukunft prägen.
Cloud-Modelle statt Standardarchitektur
Die Cloud-Landschaften europäischer Unternehmen werden vielfältiger, postuliert der Oracle-Manager. Public Clouds bestehen demnach parallel zu souveränen europäischen Angeboten, dedizierten Regionen für sensible Daten und hybriden Architekturen, die nahe an Produktionsstandorten oder Logistikknotenpunkten betrieben werden. „Vor allem in Branchen wie Industrie, Automotive und im öffentlichen Sektor wächst die Nachfrage nach Set-ups, die sowohl GPU-intensive Workloads ermöglichen als auch hohe Anforderungen an Datenschutz und Regulierung erfüllen“, sagt der Manager.
Gleichzeitig gewinnt laut dem Oracle-Manager der hybride Betrieb an Bedeutung, denn Echtzeitprozesse in Fertigung und Lagerlogistik erzeugen Datenströme, die lokal verarbeitet werden müssen. Unternehmen würden daher zentrale Cloud-Kapazitäten mit Edge- und On-premises-Komponenten kombinieren, um Latenz, Ausfallsicherheit und Datenhoheit sicherzustellen. Daraus entsteht eine neue Kernaufgabe für Dienstleistungen rund um IT: „Die bestehende Vielfalt soll ohne Zusatzaufwand für die Fachbereiche betrieben werden, während Sicherheitsstandards, Governance und FinOps-Modelle über alle Plattformen hinweg stabil funktionieren“, umreißt Deml den Trend.
Hintergrund
Künstliche Intelligenz treibt Cloud Computing vor sich her
KI treibt Cloud Computing voran, weil KI-Anwendungen enorme Rechenleistung und große Datenmengen benötigen. Die Cloud bietet die nötige Infrastruktur, um diese Ressourcen flexibel und kosteneffizient bereitzustellen. Unternehmen können so KI-Modelle trainieren und nutzen, ohne teure eigene Hardware zu betreiben. Gleichzeitig profitieren Cloud-Anbieter von der steigenden Nachfrage nach leistungsfähigen Servern und spezialisierten KI-Diensten. Dadurch entwickeln sich beide Technologien gemeinsam weiter.
Spezialisierte Domain- und Small-Language-Models
Tobias Deml, Director Cloud Engineering und Technical Lead OCI, Oracle
(Bild: Oracle)
Folgt man den Thesen Demls setzt sich im KI-Bereich derzeit ein ähnliches Muster durch. Und das geht so: „Neben großen allgemeinen Modellen steigt die Bedeutung spezialisierter Domain- und Small-Language-Models, die branchentypische Terminologien präzise abbilden und regulatorische Anforderungen berücksichtigen.“ Dabei zählen Finanzdienstleister, der Gesundheitsbereich und regulierte Industrien zu den Treibern dieser Entwicklung.
KI rückt näher an die Fachanwendungen
Wesentlich sei zudem die Verschiebung hin zu KI-Funktionen, die in etablierte Anwendungen eingebettet sind. Unternehmen suchen nach Lösungen, bei denen KI nicht als separates Modul arbeitet, sondern zur integralen Komponente von Planung, Forecasting, Qualitätskontrolle und Entscheidungsunterstützung wird. Dies verändere auch die Anforderungen an die Infrastruktur: Offene Modellökosysteme und flexible Integrationsmechanismen werden zu zentralen Auswahlkriterien, da sie heterogene Modelllandschaften unterstützen und Innovation in bestehenden Systemen erleichtern.
Der Cloud-Chefingenieur blickt auf die vergangenen Jahre zurück, die geprägt waren, von zahlreichen Pilotprojekten. Viele dieser Vorhaben haben zwar technische Machbarkeit demonstriert, fanden jedoch später keinen Eingang in den operativen Betrieb. „Fehlende Integration in Daten- und Prozesslandschaften, unklare Verantwortlichkeiten und unverbundene Initiativen führten häufig dazu, dass Potenziale nicht ausgeschöpft wurden“, so der Manager.
Cloud und KI bilden zunehmend das Fundament betrieblicher Wertschöpfung. Wettbewerbsvorteile entstehen vor allem dort, wo Unternehmen diese Technologien nicht isoliert aufbauen, sondern pragmatisch in ihre Kernprozesse einbetten.
Tobias Deml, Director Cloud Engineering und Technical Lead OCI, Oracle
Konzentration auf das Wesentliche
Die nähere Zukunft steht im Zeichen der Operationalisierung: Unternehmen konzentrieren sich laut Deml auf wenige strategisch bedeutende Anwendungsfälle, die in zentrale ERP-, HCM-, Supply-Chain-, Transport- oder CX-Systeme eingebettet werden. Entscheidend seien der messbare Nutzen im Tagesgeschäft und die Fähigkeit, bestehende Arbeitsweisen zu unterstützen, statt sie zu fragmentieren. Die Nutzerakzeptanz rückt demnach in den Vordergrund: KI sei vielerorts verfügbar, doch ihr Erfolg hänge davon ab, wie Mitarbeiter mit neuen Funktionen umgehen und wie Führungsteams diesen kulturellen Wandel begleiten.
Im öffentlichen Sektor und im Gesundheitswesen entstehen laut dem Technical Lead OCI (Oracle Cloud Infrastructure) besonders starke Impulse rund um digitale Akten, Vorgangsbearbeitung und patientennahe Prozesse, die in souveräner Infrastruktur verankert werden. Transparenz, Nachvollziehbarkeit und rechtliche Sicherheit würden dort die Anforderungen an KI und Cloud dominieren.
Industrie und Automotive
Die Branchen Industrie und Automotive richten laut Deml ihre Architekturen auf produktionsnahe Einsatzszenarien aus. „Qualitätsgesicherte Fertigung, vernetzte Werke und resiliente Lieferketten basieren zunehmend auf hybriden Modellen mit enger Kopplung an Edge-Standorte“, so der Manager. Durch die lokale Nähe zu den Daten entstehen demnach neue Möglichkeiten, KI in Echtzeit in operative Prozesse zu integrieren.
Stand: 08.12.2025
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Finanzdienstleister wiederum setzen laut dem Oracle-Experten auf spezialisierte Modelle für Risiko, Compliance, Betrugsprävention und analytische Auswertungen. „Präzise Sprache, regulatorische Robustheit und Erklärbarkeit sind zentrale Kriterien, die die Auswahl künftiger KI-Modelle bestimmen“, kommentiert der Manager.
Unternehmen, die verschiedene Betriebsmodelle konsistent zusammenführen und KI-Funktionen eng in ihre Fachprozesse einbetten, werden einen klaren Vorsprung haben, so Deml. Die technologische Basis stehe bereit; nun gehe es um verlässliche Betriebsmodelle, klare Verantwortlichkeiten und eine Architektur, die Flexibilität zulässt, ohne Komplexität ausufern zu lassen – wie die von Oracle – lobt der Cloud-Spezialist die Lösungen seines Arbeitgebers. Denn im Hintergrund würden Cloud und KI zunehmend das Fundament betrieblicher Wertschöpfung bilden. Wettbewerbsvorteile entstehen laut Deml vor allem dort, wo Unternehmen diese Technologien nicht isoliert aufbauen, sondern pragmatisch in ihre Kernprozesse einbetten.
Glosse
von Stefan Riedl
Hoffentlich wird Gibberlink das neue Binär
In Terminator hat die KI „Skynet“, als sie Singularität erlangt hat (also autonom, selbstverbessernd und intelligenter als Menschen wurde) einen Atomkrieg ausgelöst, um die nervende Menschheit los zu werden. Nicht gut. Bei Asimov blieb der KI in Robotergestalt wegen der drei Robotergesetze, der sie sich stets zu fügen hatte, nur noch eine Art devotes Sklavendasein.
Wir stehen noch ganz am Anfang der KI-Ära und keiner weiß, wo das alles hinlaufen wird, aber wenn das die beiden Extreme sind, wo liegt dann die Mitte, die sich einpendeln könnte? Vielleicht bei Star Wars. Und sollte das so kommen, wird Gibberlink vielleicht das neue Binär.
Nun ist Binär für seriöse Informatiker eine Codierungseigenschaft, die auf Einsen und Nullen hinausläuft und wird seriöserweise als Adjektiv klein geschrieben. Aber nicht so im Star-Wars-Universum – aber dazu kommen wir gleich. Der guten Ordnung halber noch die Gibberlink-Definition – das ist ein Protokoll, das die Audio-Kommunikation zwischen Künstlichen Intelligenzen regelt.
Wenn beispielsweise eine „Personal AI“ – in USA und China bereits weit verbreitet – Hotels anruft, um Locations mit bestimmten Eigenschaften für eine Hochzeit zu finden und dann bei einer Telefon-Chatbot-KI rauskommt, werden sich die beiden kurz unterhalten, feststellen, dass beide KIs sind und dann auf Gibberlink umschalten – Biep-Bäp-Bub! Inwieweit könnte Gibberlink also das wahre, echte Binär werden?
Hier kommt Star Wars und ein kleines Gedankenexperiment ins Spiel. Teil dieser epischen Weltraum-Geschichte sind piepende Droiden (Roboter), die nur die Sprache „Binär“ sprechen – beispielsweise R2D2. Manche Menschen – wie Luke Skywalker – verstehen Binär, andere nicht. Auch Han Solo spricht Binär, wenngleich er in der Regel sarkastisch oder ungeduldig mit den Droiden umgeht. Vielleicht wird es irgendwann KI-Experten geben, die wie in der Star-Wars-Analogie Gibberlink verstehen. Wie cool wäre das denn? Hoffentlich gibt´s bald Sprachkurse!