KI-Channel-Studie Cisco: Der Channel als Brückenbauer zur KI-Reife

Von Alexander Siegert 3 min Lesedauer

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IT-Infrastruktur, Cybersicherheit und Customer Experience bieten die größten Umsatzchancen durch KI. Das zeigt eine aktuelle Cisco-Umfrage zum KI-Reifegrad der Partnerunternehmen. Trotz des enormen Potenzials sollten bestehende Kompetenzlücken zügig geschlossen werden.

Channel-Partner werden zu Schlüsselakteuren der KI-Transformation.(Bild:  Midjourney/ KI-generiert)
Channel-Partner werden zu Schlüsselakteuren der KI-Transformation.
(Bild: Midjourney/ KI-generiert)

Die Cisco-Studie „Bridging the Customer AI Readiness Gap – The opportunities ahead for partners“ zeigt, dass Künstliche Intelligenz im IT-Channel in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen wird. Über 1.500 Channel-Partner weltweit, darunter 62 aus Deutschland, wurden zu ihrem KI-Reifegrad und den Erwartungen für die Zukunft befragt. Das Ergebnis: KI birgt enorme Umsatzpotenziale, vor allem in den Bereichen IT-Infrastruktur, Cybersicherheit und Kundenerfahrung. Gleichzeitig verdeutlicht die Studie, dass der Channel eine Schlüsselrolle als Brückenbauer zur KI-Reife seiner Kunden übernehmen muss, um die zunehmende Nachfrage erfolgreich zu bedienen.

Nachfrage nach KI-Lösungen wächst

Die Nachfrage nach KI-Lösungen wächst stetig, und viele Partnerunternehmen sehen in dieser Technologie erhebliche Chancen für zukünftiges Wachstum. In Europa erwarten 29 Prozent der befragten Cisco-Partner, dass KI-Technologien in den nächsten vier bis fünf Jahren bis zu 76 Prozent ihres Umsatzes ausmachen werden. In Deutschland sind die Erwartungen etwas verhaltener: Nur 19 Prozent der Channel-Partner glauben, dass KI einen so hohen Anteil am Umsatz erreichen könnte. Besonders in den Bereichen IT-Infrastruktur (40 % in Deutschland), Cybersicherheit (24 %) und Customer Experience (10 %) sehen die Partner die größten Wachstumsfelder.

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KI-Kompetenzen sind gefragt

Die Studie zeigt, dass Systemhäuser und Channel-Partner grundsätzlich ein starkes Vertrauen in ihre KI-Kenntnisse haben. Dennoch besteht in Schlüsselbereichen Optimierungsbedarf. Zu den entscheidenden Fähigkeiten, die künftig am Markt gefragt sein werden, zählen der Aufbau skalierbarer und flexibler KI-Infrastrukturen, die Sicherstellung ausreichender GPU-Ressourcen sowie die Einhaltung von Latenz- und Durchsatzanforderungen in Rechenzentren. Ein umfassendes Verständnis von Datensätzen, Datenhoheit und Datenschutzgesetzen über Ländergrenzen hinweg ist ebenfalls unerlässlich.

Trotz dieses Wissens sind die Partner nicht in allen Bereichen optimal aufgestellt. Insbesondere deutsche Partner sehen die größten Herausforderungen in der mangelnden Erfahrung mit neuen Technologien (58 %), fehlenden Kenntnissen über Systeme und Prozesse (63 %) sowie einem Mangel an verfügbaren Technologien (44 %). Diese Kompetenzlücken müssen geschlossen werden, um das volle Potenzial von KI im Markt auszuschöpfen.

Anspruch und Realität

Die Ergebnisse der Befragung decken sich mit dem kürzlich veröffentlichten Cisco AI Readiness Index, der den Reifegrad von 8.000 Unternehmen weltweit bewertete. Demnach sind zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland kaum oder nur unzureichend auf die Anforderungen von KI vorbereitet (64 %). Dieser niedrige Reifegrad eröffnet dem Channel jedoch bedeutende Chancen, um als strategischer Partner den KI-Einsatz voranzutreiben.

Auch die Erwartungen von Channel-Partnern und Kunden an die KI-Technologie gehen auseinander: Während Partner vor allem die Optimierung bestehender Prozesse durch KI sehen, fokussieren sich Kunden stärker auf Automatisierung. Gleichzeitig bestehen auf Seiten der Channel-Partner erhebliche Wissenslücken, insbesondere bei der Skalierbarkeit von KI-Infrastrukturen und dem Management von GPU-Ressourcen. Nur 34 Prozent der deutschen Partner verfügen über umfassende Beratungskompetenz in diesem Bereich. Zudem haben 58 Prozent der Partner nur begrenzte Erfahrungen in der Unterstützung von Kunden bei Datenschutzfragen in KI-Projekten. Zudem zeigt sich eine klare Korrelation: Je kleiner das Channel-Unternehmen ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es über die erforderlichen Kenntnisse für KI-Dienste in der Infrastruktur verfügt.

Rüdiger Wölfl, Channel Chef Cisco Deutschland(Bild:  Cisco)
Rüdiger Wölfl, Channel Chef Cisco Deutschland
(Bild: Cisco)

„KI eröffnet unseren Partnern ungeahnte Umsatzchancen. Um dieses Potenzial zu heben, müssen die Fähigkeiten in Sachen Deployment der Partner aber weiter verbessert werden. Wir unterstützen unsere Partner, um bei der Einführung, Umsetzung und Nutzung von KI am Ball zu bleiben“, sagt Rüdiger Wölfl, Channel Chef Cisco Deutschland. „Das Potenzial von KI für die Umgestaltung von Geschäftsprozessen ist immens und die Partner in Deutschland spielen für ihre Kunden bei der Einführung und Nutzung von KI-Lösungen eine zentrale Rolle. Dafür muss der KI-Reifegrad im Channel aber kontinuierlich ausgebaut werden“, kommentiert Wölfl die Studienergebnisse.

Weiterbildung als Schlüssel

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzen viele Partner verstärkt auf die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter im Bereich KI. Rund 71 Prozent der deutschen Unternehmen bieten entweder interne Schulungen an oder greifen auf externe Trainingsanbieter zurück, um die KI-Kompetenzen ihres Teams auszubauen.

Über die Studie

Die Cisco-Studie „Bridging the Customer AI Readiness Gap – The opportunities ahead for partners“ basiert auf einer Doppelblindbefragung von über 1.500 Channel-Unternehmen in 29 Ländern. Sie untersucht, wie gut Partner auf die KI-Anforderungen ihrer Kunden vorbereitet sind. Aus Europa (inkl. Großbritannien) nahmen 364 Teilnehmer teil, davon 62 aus Deutschland, wobei Führungskräfte ab Director-Ebene befragt wurden.

Zu den kompletten Ergebnissen

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