Systemhaus übernimmt Web-Shop-Riesen vom Bezahl-TV-Sender Premiere

Cancom schnappt sich Online-Versender Home of Hardware

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Probleme mit Betriebsergebnis und Kreditlinien

Zunächst ging dieser Plan auch auf. Doch dann gab es gleichzeitig Probleme mit den Kreditlinien und dem Betriebsergebnis von HoH, aber auch dem finanziellen Engagement von Premiere. Home of Hardware investierte viel Geld in Mitarbeiter und auf weiteres Wachstum ausgelegte Infrastruktur. Insbesondere ein Show-Room für anreisende Kunden, die nicht über das Internet bestellen, war Teil des Investitionspakets. So setzte HoH in den ersten drei Quartalen 2008 zwar sein rasantes Umsatzwachstum fort. Rund 64 Millionen Euro spülte es in die Kassen des eTailers.

Allerdings blieben nur rote Zahlen übrig. Bis Ende 2008 wird HoH mit gegenwärtig 85 Mitarbeitern angepeilte 80 Millionen Euro umsetzen. Um dieses Mitarbeiter-Umsatz-Verhältnis richtig einzuordnen, sollte man allerdings die niedrigen Gewinnspannen im Online-Handel im Hinterkopf behalten.

Neu auf Premiere: »Die Rache der Börsianer«

Gleichzeitig gab es ganz offensichtlich Probleme mit dem Mehrheitseigner Premiere, nachdem dieser mit einer hausgemachten Krise zu kämpfen hatte: Der Bezahlsender verkündete im Oktober, dass man 2008 wohl mit Millionenverlusten abschließen werde. Für die Börsianer unverzeihlich war aber eine Anpassung der Abonnentenzahlen. Der Sender musste zugeben, dass rund eine Million zahlende Kunden weniger vorhanden sind als bislang angegeben. Der Aktienkurs brach daraufhin ein.

Rupert Murdoch gibt Marschrichtung vor

Insidern zufolge fährt der neue Premiere-Chef Marc Williams, der zur HoH-Übernahme noch nicht am Ruder war, einen Kurs zurück zum Kerngeschäft. Der australische Medienmogul Rupert Murdoch, der zum Großaktionär bei Premiere avancierte, soll persönlich diese Marschrichtung angeordnet haben.

Lesen Sie auf der folgenden Seite: »Cancom stellt Portfolio um« und »Martin Wild bleibt im Chefsessel«.

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