Lünendonk-Analyse des BI-Marktes Business-Intelligence-Branche legt in Deutschland kräftig zu
Das Umsatzwachstum im vergangenen Jahr war zweistellig und weiteres Marktpotenzial ist im Mittelstand reichlich gegeben: Der BI-Branche in Deutschland geht es gut. Die Anbieter aus diesem Markt hatten das bereits so prognostiziert. Offensichtlich haben ihre Tools zumindest hier gut funktioniert.
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Die Marktforscher von Lünendonk haben den Markt für Business Intelligence (BI) in Deutschland unter die Lupe genommen, der sich im vergangenen Jahr offenbar erneut prächtig entwickelt hat.
Zweistelliges Wachstum
So sind 2012 die Umsätze der von Lünendonk untersuchten BI-Software-Anbieter hierzulande im Durchschnitt um 11,3 Prozent gewachsen – und das in einer Zeit, in der bei einigen Unternehmen umsatzmindernde Effekte durch die Umstellung vom klassischen Lizenzgeschäft auf Mietangebote erst einmal negativ zu Buche schlug. Während beim Lizenzgeschäft Einmalinvestitionen sofort umsatzwirksam werden, tröpfeln Software-Mieteinnahmen zwar längerfristig, aber dafür nach einem gewonnenen Projekt vergleichsweise spärlich in die Kassen der BI-Anbieter.
Vergleich zur ITK-Branche
11,3 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr ist aber auch im Vergleich zum Umsatz der gesamten Informations- und Kommunikationsbranche bemerkenswert. Laut Branchenverband Bitkom steig dieser im selben Zeitraum um lediglich 1,4 Prozent. Allerdings steuerten die Umsätze für Business-Intelligence-Standard-Software mit einem von Lünendonk geschätzten Marktvolumen von etwa 1,2 Milliarden Euro nur einen vergleichsweise niedrigen, aber dafür stark wachsenden Teil an den gesamten ITK-Umsätzen bei. Letztere taxiert der Bitkom auf rund 153 Milliarden Euro.
Prognosen eingetroffen
Diese Umsatzentwicklung entspricht laut Lünendonk übrigens „exakt der im Vorjahr von den BI-Software-Anbietern für das Marktsegment BI-Standard-Software abgegebenen Prognose für 2012“. Hier spielt sicherlich rein, dass die BI-Branche Tools für solche Prognosen herstellt. Die positive Nachfrageentwicklung wird sich nach Einschätzung der befragten BI-Software-Anbieter auch 2013 fortsetzen. Dem Gesamtmarkt BI-Standard-Software prognostizieren sie mit einem Marktwachstum von 11,5 Prozent für 2013 eine ähnliche Entwicklung wie bereits 2012.
Vergleich zur Software-Branche
„Dies ist eine sehr positive Geschäftsentwicklung und zeigt die anhaltend hohe Bedeutung von BI, vor allem wenn man sieht, dass der Gesamtmarkt für Unternehmens-Software in Deutschland nur um 5,1 Prozent gewachsen ist“, erläutert Mario Zillmann, Leiter Professional Services und Autor der Lünendonk-Marktstichprobe 2013 mit dem Titel „Business Intelligence als Kernkompetenz“.
Das Ranking
Ein Ergebnis der Lünendonk-Analyse lautet wie folgt: „Der deutsche Markt für BI-Standard-Software wird dominiert durch SAS Institute. Die deutsche Niederlassung des amerikanischen Herstellers von Business-Analytics-Lösungen erzielte 2012 einen Umsatz von 134,6 Millionen Euro. An zweiter Stelle der führenden BI-Software-Spezialisten in der Lünendonk-Marktstichprobe folgt Teradata (geschätzter Umsatz in Deutschland: 50,0 Millionen Euro), an dritter Position Microstrategy mit einem geschätzten Inlandsumsatz von 35,5 Millionen Euro. QlikTech, Informatica und pmOne komplettieren die Top 5 innerhalb der Lünendonk-Marktstichprobe. Informatica und pmOne liegen 2012 mit einem geschätzten Umsatz in Deutschland von 16,0 Millionen Euro gleichauf. Besonders stark von der Nachfrage nach BI-Lösungen haben Jedox, Lucanet und pmOne profitiert, die ihre Lizenz- und Service-Einnahmen in 2012 im Vergleich zum Vorjahr um jeweils über 37,0 Prozent steigern konnten.“
Wichtiges zur Studie
Der Vollständigkeit halber: Mitfinanzierende Partner dieser jährlichen Analyse sind neben dem erstplatzierten SAS Institute die Unternehmen CP Corporate Planning und Lucanet. Eine Rolle spielt bei der Auswertung, dass in diese „Marktstichprobe“, wie sie Lünendonk nennt, ausschließlich Software-Anbieter aufgenommen wurden, „die mindestens 50 Prozent ihres Umsatzes mit Vertrieb, Einführung und Wartung eigener Business-Intelligence-Standard-Software-Produkte erwirtschaften“. Das ist wohl auch der Grund, warum beispielsweise die wichtige IBM-Tochter SPSS (Data Mining und Business Analytics) nicht berücksichtigt wurde. Schließlich sind in dieser Lünendonk-Analyse großen internationale IT-Konzerne nicht vertreten, wenn sie zwar große Umsätze mit BI- Software in Deutschland erzielen, aber umsatzmäßig andere Schwerpunkte haben.
Ausblick
Beflügelt wird die Marktentwicklung mit hoher Wahrscheinlichkeit auch durch Technologien wie Business Analytics als konsequente Weiterentwicklung von Business Intelligence, hieß es auf einer Diskussionsrunde zu den Umfrageergebnissen von Lünendonk. Dr. Dirk Mahnkopf, Business Advisor Big Data bei SAS Deutschland, unterscheidet Business Intelligence und Business Analytics so: „Bei Business Intelligence blicken wir in die Vergangenheit, bei Business Analytics in die Zukunft.“
Auch die In-Memory-Technologien, wie sie beispielsweise durch SAP HANA forciert werden sowie das Mobile Business wurden als Wachstumstreiber identifiziert. Diese Technologien ermöglichen es den Anwendern, Massen an Informationen aus verschiedensten Unternehmensbereichen in hoher Geschwindigkeit auszuwerten, Szenarien zu erstellen und Kennzahlen an jedem Ort mobil zugänglich zu machen.
Zudem wird eine bessere Visualisierung und die grafische Aufbereitung der Analyseergebnisse in nächster Zeit die BI-Hersteller fordern. Schließlich geht es bei Business Intelligence letztlich darum, aus einer großen Datenmenge Informationen herauszudestilieren, mit denen der Mensch vor dem Bildschirm etwas anfangen kann. □
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