Systemhaus schafft Strukturen für künftiges Wachstum Bechtle investiert in sein größtes Kapital: die Mitarbeiter

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Michael Hase / Michael Hase

Für Bechtle ist 2012 längst nicht so erfolgreich verlaufen wie das Rekordjahr 2011. Dennoch verspürt man bei der schwäbischen Systemhausgruppe keine Krisenstimmung. Vielmehr hat das Unternehmen erheblich in Personal und Ausbildung investiert.

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Bechtle hat innerhalb eines Jahres rund 700 neue Jobs geschaffen und kommt nun auf fast 6.000 Mitarbeiter.
Bechtle hat innerhalb eines Jahres rund 700 neue Jobs geschaffen und kommt nun auf fast 6.000 Mitarbeiter.
(Bild: Bechtle)

Was Bechtle den Mitarbeitern wohl in diesem Jahr unter den Christbaum legt? Für ihren Einsatz im Jahr 2011 bedankte sich das Systemhaus im Januar 2012 mit einem verspäteten Weihnachtsgeschenk: Jeder der rund 5.500 Mitarbeiter erhielt ein iPad. Eine großzügige Geste, die Wertschätzung zum Ausdruck bringt. Immerhin ließ sich Bechtle die Aktion zwei Millionen Euro kosten.

Tatsächlich erzielte die Systemhausgruppe aus Neckarsulm im Jahr 2011 Rekordwerte: Die Erlöse stiegen um fast 16 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis der Schwaben erhöhte sich um 39 Prozent auf 86 Millionen Euro.

Von solchen Wachstumszahlen ist Bechtle in diesem Jahr allerdings weit entfernt. So stieg der Umsatz von Januar bis September nur um magere 5,3 Prozent, von Juli bis September sogar nur um knapp ein Prozent. Gebremst wurde die Entwicklung durch das schwache Geschäft im Ausland, wo die Erlöse über die ersten neun Monate um 3,5 Prozent zurückgingen.

Solides Deutschlandgeschäft

Im Heimatmarkt verbuchte das Unternehmen in den drei Quartalen immerhin ein Wachstum von zehn Prozent. Als besonders solide erwies sich hierzulande – mit einem Plus von fast elf Prozent – das Systemhausgeschäft. Im Ausland büßten die Bechtle-Häuser dagegen 18,3 Prozent ihres Umsatzes ein. Die Euro-Krise führte dort dazu, dass sich Kunden mit Investitionen zurückhielten und Projekte aufschoben.

Starke Abstriche muss der Konzern gegenüber 2011 auch beim Ergebnis machen. Der Vorsteuergewinn (EBT) sank von Januar bis September dieses Jahres um 13,7 Prozent. Ein Grund dafür sind die gestiegenen Personalkosten. Zum einen wuchs die Belegschaft durch Akquisitionen, zum anderen investierte Bechtle erheblich in neues Personal. Mit knapp 6.000 Mitarbeitern beschäftigte die Gruppe zum Ende des dritten Quartals fast 700 Leute mehr als ein Jahr zuvor. Qualifizierte Fachkräfte für das Unternehmen zu gewinnen und an sich zu binden, sieht Bechtle als Schlüsselfaktor für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens an.

Ehrgeizige Ziele für 2020

Von Krisenstimmung scheint man in Neckarsulm weit entfernt. Die Geschäftsentwicklung des Jahres 2012 sei „vielmehr geprägt von Investitionen in die Zukunft des Unternehmens“, betont Michael Guschlbauer, Vorstand IT-Systemhaus und Managed Services (siehe auch Interview). Daher gibt sich der Manager zuversichtlich, was die künftige Entwicklung des Unternehmens angeht.

Guschlbauer rückt von den ehrgeizigen Zielen, die Bechtle als „Vision 2020“ formuliert hat, jedenfalls keinen Millimeter ab. Die Systemhausgruppe will in acht Jahren mit 10.000 Mitarbeitern einen Umsatz von fünf Milliarden Euro erwirtschaften. Er sehe keinen Grund, „an der Erreichbarkeit unserer Vision 2020 zu zweifeln“, betont der Vorstand. „Im Gegenteil: Wir schaffen gerade die optimalen Strukturen, um dieses Wachstum nachhaltig zu realisieren.“

Wie Hersteller das Systemhaus beurteilen, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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