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Frequenzbereich bei 1,8 GHz (1.710,0 bis 1.875,5 MHz)
Hier ist ein Teil der Frequenzen bereits durch die E-Netze (O2, E-Plus) belegt. E-Plus sicherte sich hier zwei Pakete, die die Kapazität des bestehenden Netzes erweitern. Die anderen drei Pakete sicherte sich die Telekom, die zwar bislang nur im D-Netz aktiv war, aber mit den E-Netz-Frequenzen Kapazitätsengpässe in Ballungsräumen umgehen will.
Frequenzbereich bei 2,0 GHz (1.900,1 bis 2.169,7 MHz)
Dies ist der Funkbereich von UMTS. Die Hälfte des dort versteigerten Spektrums von 60 MHz sicherte sich O2, knapp 20 MHz fielen an E-Plus und knapp 10 MHz an Vodafone. Die Telekom kam nicht zum Zug. Wie Vodafone mitteilte, bedeuten die zusätzlichen 9,9 MHz eine Kapazitätserweiterung von 50 Prozent bei UMTS. Telefónica-O2 hat dementsprechend genausoviel Kapazität im UMTS-Bereich zugekauft, wie Vodafone jetzt insgesamt zur Verfügung steht. Wie die ausgelastet werden soll, läßt O2 offen. In der Pressemitteilung zum Ende der Frequenzauktion ist von nur einem ersteigerten Block die Rede, während die Bundesnetzagentur für Telefónica-O2 drei gewonnene Blöcke ausweist (einen gepaarten, zwei ungepaarte).
Frequenzbereich bei 2,6 GHz (2.500,0 bis 2.690,0 MHz)
Diesen Bereich hatte von 1999 bis 2009 die Airdata AG genutzt, um Internet via Funk sowie Sprachtelefonie in Berlin, Stuttgart und Benzberg bei Köln anzubieten. Die Rückgabe der Frequenz versuchte Airdata gerichtlich zu verhindern, scheiterte jedoch. Alle vier Auktionsteilnehmer haben sich hier Pakete gesichert. Die Frequenzen können dazu genutzt werden, regionale LTE-Angebote einzurichten.
Das Ergebnis für die Provider
Knapp 4,4 Milliarden Euro haben die Provider insgesamt für die verfügbaren Frequenzblöcke geboten. Die Summen verteilen sich wie folgt:
- Vodafone D2: 1,423 Milliarden Euro für 12 Blöcke mit einem Gesamtumfang von 95 Megahertz
- Telefónica-O2: 1,379 Milliarden Euro für 11 Blöcke beziehungsweise 99,1 Megahertz
- Telekom: 1,3 Milliarden Euro für 10 Blöcke mit insgesamt 95 Megahertz
- E-Plus: 284 Millionen Euro für 8 Blöcke mit 69,8 Megahertz. Die im Vergleich zu den anderen drei Bietern sehr geringe Summe resultiert aus der Niederlage im 800-Megahertz-Bereich, in dem E-Plus allein für einen Block mehr als 560 Millionen Euro geboten hatte, aber nicht zum Zuge kam.
- Für den Branchenverband Bitkom ist der Ausgang der Auktion unabhängig von einzelnen Ergebnissen ein Erfolg: „Mit der Versteigerung wird der Ausbau der mobilen Breitbandnetze einen Sprung machen – sowohl in der Fläche als auch in der Übertragungskapazität“, sagte Bitkom-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer. Deutschland sei dadurch internationaler Vorreiter bei der Nutzung der digitalen Dividende. Mit der Einführung von LTE werde zudem die Vision vom überall verfügbaren Breitband-Internet Realität.
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