Executive Summit 2012

Auf der Suche nach den Wertschöpfungstreibern der Zukunft

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Des Deutschen liebstes Kind

Dr. Andreas Hirning, Partner bei Mieschke Hofmann und Partner, führte aus, warum die Automobilindustrie die IT-Kosten als Investition in die Zukunft sieht. Dabei stellt er gleich zu Anfang seines Vortrages fest: „Das liebste Kind des Deutschen ist nicht mehr sein Auto, sondern sein iPad, iPhone oder seine Uhr.“ Auch wenn das Beratungsunternehmen, für welches er tätig ist, eine Porsche-Tochter ist, so berät es doch Marken-unabhängig. „Wir verstehen uns als Prozesslieferant für die Automobil-Indus-trie: vom Hersteller über den Zulieferer bis hin zum Händler“, erklärt Hirning. „Früher war unser größter Wettbewerber T-Systems, aber mittlerweile sind wir einzigartig.“ Bei einem 40.000 Euro teuren Auto betragen die IT-Kosten gerade einmal 125 Euro, legt Hirning zudem offen.

Sein Vorredner Hupperts stellt am Ende des Statements einen wichtigen Unterschied zwischen der Automobil-Industrie und Krankenhäusern heraus: In einer Klinik werden die Endgeräte alle fünf Jahre erneuert, ein Auto muss länger halten. Nach so viel Input gab es beim Abendessen, bei dem österreichische Spezialitäten serviert wurden, noch eine Reihe von angeregten Diskussionen bei Tisch. Diese rissen auch in der gemütlicher Runde an der Hotelbar nicht ab.

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Erfolg und Fachkraft

Obwohl am nächsten Tag die Teilnehmer scherzend überlegten, aufgrund des Sonnenscheins lieber eine Runde um den See zu gehen als sich in den Konferenzraum zu begeben, fanden sich dort alle pünktlich um 9 Uhr zur zweiten Runde ein.

Hauptthemen am Freitag waren Strategien für den Unternehmenserfolg und die Personalsuche. Die Keynote zum Start des Tages lieferte Dr. Olaf Plötner, von der European School of Managment and Technology, mit „Counter Strategies für den Unternehmenserfolg“. Dabei ging er auf die Verschiebung im globalen Wettbewerb ein. „Je einfacher ein Produkt ist, desto schneller kann es nachgebildet werden, und das machten Länder wie China“, erklärte Plötner. „Komplexität ist also eine Chance für Unternehmen, erfolgreich zu sein.“ Als Beispiel nannte er das Konzept der Unternehmensberatung McKinsey, deren komplexe Struktur sich nur schwer nachahmen lasse. Die Technik eines Auto könne jedoch recht schnell kopiert werden.

Die zweite Keynote hielt Prof. Dr. Heinrich Wottawa von der Ruhr-Universtiät Bochum. Dort befasst er sich mit computergestützter Diagnostik, insbesondere mit der Erstellung von E-Assessment-Instrumenten sowie den automatisierten Entscheidungsregeln bei der Beratung und Auswahl von Bewerbern. Er sprach über „Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen – Möglichkeiten zur Identifikation von IT-Spezialisten mit Führungspotenzial“. Einem Thema, dem die Anwesenden gespannt lauschten. Stellte sich doch in der anschließenden Diskussion heraus, dass nahezu jeder Teilnehmer nach fähigen Mitarbeitern sucht. Dabei betonte Wottawa: „Fachkenntnisse können erlernt werden, aber nicht die Softskills. Deshalb sollten Unternehmen lieber ihre Bewerber nach den vorhandenen Softskills auswählen.“

Ausklang

Den Ausklang der Veranstaltung machte ein Mittagessen auf der Seeterrasse bei strahlendem Sonnenschein. Alle Teilnehmer waren begeistert, und die meisten von ihnen erklärten bereits jetzt, dass sie auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sind.

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