Einstieg in Telekommunikations-Markt Arques schnappt sich TK-Distributor NT plus AG
Arques Industries AG setzt den Eroberungszug durch die hiesige Distributionslandschaft weiter fort: Mit dem Osnabrücker Distributor NT plus AG hat sich der Konzern jetzt in den TK-Markt eingekauft. Wie bei den bisherigen Übernahmen wird auch bei NT plus das bestehende Management mit Vorstand Axel Grellhorst übernommen. Die Zustimmung der europäischen Kartellbehörden vorausgesetzt soll der Deal Anfang Januar 2008 unter Dach und Fach sein.
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Bis dahin hüllen sich alle beteiligten Parteien in Schweigen darüber, wie die künftige Zusammenarbeit der Distributoren-Gruppe konkret aussehen wird, die mittlerweile neben COS, Chikara, die Actebis-Gruppe und künftig auch NT plus umfasst. Man werde in den nächsten Wochen und Monaten mit allen Beteiligten mögliche Potenziale ausloten, erklären jedoch alle Vorstände und Geschäftsführer praktisch unisono.
»Es gibt keine fertigen Strategien, die jetzt aus den Schreibtisch gezogen werden und umgesetzt werden, die Ausrichtung erarbeiten wir uns selbst, das macht auch den Charme dieser Konstellation aus«, erklärt NT plus-Vorstand Axel Grellhorst.
Entscheidungsfreiheiten
Einigkeit herrscht unter den Arques-Töchtern auch dahingehend, dass das operative Geschäft der einzelnen Gesellschaften unverändert weiter gehen wird, bis sich aus der gemeinsam erarbeiteten Strategie Änderungen beschlossen werden. Lediglich bei der Actebis-Gruppe laufen momentan die Vorbereitung für den Börsengang im kommenden Jahr bereits auf Hochtouren.
»Wir haben in dieser Konstellation gegenüber den anderen beiden großen Broadlinern einen ganz entscheidenden Vorteil: Wir können hier und jetzt mit kurzen Wegen entscheiden, wenn wir etwas umsetzen möchten und müssen uns nicht erst mit Zentralen in den USA abstimmen. Diese unternehmerische Freiheit ist ein Riesenvorteil«, bringt Actebis-Geschäftsführerin Bärbel Schmidt einen Aspekt zur Sprache, den auch alle anderen Beteiligten wiederholt ins Feld führen.
Rollenwechsel
Bislang hat sich Arques Industries AG vor allem einen Namen als Sanierer gemacht, der marode Firmen in unterschiedlichen Branchen aufkauft, diese saniert, und möglichst schnell wieder verkauft. Mit dem Einstige in den IT-Distributionsmarkt fährt der Konzern offenbar seine Weichen stärker in Richtung Investor eingeschlagen – ohne dabei den mittelfristigen Verkaufsgedanken zu verhehlen. »Die Actebis-Gruppe ist ebenso wie NT plus ein profitables Unternehmen, hier gibt es keine Notwendigkeit zur Sanierung«, erklärte Arques-Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Vorderwülbecke gegenüber IT-BUSINESS.
Konvergenz-Strategie
Für NT plus-Vorstand Grellhorst hat die Übernahme durch Arques viel Charme, vor allem im Hinblick auf Actebis: „Der IT-, CE- und TK-Markt konvergieren. Die Konstellation Actebis und NT plus ist einzigartig, denn sie ist bislang die erste, die dieser Konvergenz auf Distributionsseite tatsächlich gerecht wird. Wenn diese zwei etablierten Player künftig in einer – wie auch immer gearteten Holding-Struktur - eng abgestimmt den Markt bearbeiten, ist das ein für alle Beteiligten sehr positives Szenario“.
Die Aufgabe der beiden direkten Arques-Töchter NT plus und Actebis sei es nun »gemeinsam Zukunfts- und Wachstumsstrategien erarbeiten, um aus der Konvergenz der Märkte für Kunden und Hersteller einen maximalen Nutzen ziehen zu können«, stellt Arques-Akquisitions-Vorstand Dr. Michael Schumann klar.
Vorerst keine Integration
Den Aussagen des Arques-Vorstands zufolge plant der Investor offenbar NT plus als operativ eigenständige Einheit weiterzuführen und nicht in die Actebis-Gruppe zu integrieren: »NT plus ist ein erfolgreiches Unternehmen und hat sich in der Telekommunikation einen hervorragenden Namen erarbeitet. Die weiteren Aktivitäten innerhalb der Arques-Gruppe werden sich darauf konzentrieren, diese Position der NT plus AG auszubauen und die NT plus als eigenständiges Unternehmen weiter zu stärken. Wir werden die Stärken beider Unternehmen nutzen«, so Schumann. Den Zusammenschluss unter einer gemeinsamen Holding schließt das allerdings nicht aus.
Europa im Visier
Vorderwülbecke machte nach der NT plus-Übernahme unmissverständlich klar, dass damit noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sei. Denn erklärtes Ziel der Arques ist es nach wie vor, eine führende Rolle im europäischen Distributionsgeschäft einzunehmen. »Wir prüfen hier alle Optionen, europaweit«, erklärte er.
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