Den Tech-Konzernen Apple, Amazon und Intel brachte die Corona-Pandemie bisher Auftrieb – doch nun haben auch sie mit härterem Gegenwind zu kämpfen. Apple macht der Lockdown in Shanghai zu schaffen, Amazon steigende Kosten und bei Intel sinkt der Umsatz.
Dass es nicht immer so weitergehen konnte, war klar. Tech-Konzerne sind nun gefragt, ihre Zukunft zu gestalten.
(Bild: Photocreo Bednarek - stock.adobe.com)
Apples Probleme folgen direkt auf das drittbeste Quartal der Konzerngeschichte. Der Umsatz stieg in den drei Monaten bis Ende März im Jahresvergleich um neun Prozent auf 97,3 Milliarden Dollar (rund 92 Mrd Euro). Unterm Strich blieb ein Gewinn von 25 Milliarden Dollar in den Kassen - knapp sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Es war Apples dritthöchster Quartalsgewinn. Der Rekord von 34,6 Milliarden Dollar wurde erst im Vierteljahr davor erzielt.
Beim wichtigsten Apple-Produkt, dem iPhone, legten die Erlöse um 5,4 Prozent auf knapp 50,6 Milliarden Dollar zu. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma Canalys konnte Apple als einziger der großen Smartphone-Anbieter im vergangenen Quartal den Absatz erhöhen. Canalys zufolge verkaufte Apple 56,5 Millionen Geräte – 7,8 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.
Doch fürs laufende Quartal rechnet Apple damit, dass Chip-Engpässe und die Corona-Lockdowns in Shanghai den Umsatz um vier bis acht Milliarden Dollar drücken könnten. „Wir sind nicht immun gegen solche Herausforderungen“, sagte Konzernchef Tim Cook. Die Probleme würden die meisten Produktkategorien treffen. Auch der Stopp des Geschäfts in Russland als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine werde das Umsatzwachstum bremsen, sagte Finanzchef Luca Maestri. Die Aktie gab im vorbörslichen Handel am Freitag zeitweise um 2,7 Prozent nach.
Wo krankt es bei Amazon?
Mit Amazon gingen die Anleger härter ins Gericht und ließen die Aktie um 8,5 Prozent fallen. Sie waren überrascht von den Schwächen im Geschäft des weltgrößten Online-Händlers zu Jahresbeginn. Der Betriebsgewinn brach im ersten Quartal um 58 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar ein. Der Umsatz wuchs um 7 Prozent auf 116,4 Milliarden Dollar - damit verzeichnete Amazon das schwächste Wachstum seit der sogenannten Dotcom-Krise vor zwei Jahrzehnten.
Die Pandemie und der Krieg in der Ukraine hätten zu „ungewöhnlichen Herausforderungen“ geführt, sagte Amazon-Chef Andy Jassy. Angesichts des engen US-Arbeitsmarkts sowie weltweiter Lieferketten- und Logistikprobleme steigen die Ausgaben des Unternehmens stärker als die Erlöse. Amazon stemmte sich im Auftaktquartal mit Preisanhebungen für seinen "Prime"-Service, der kostenlosen Versand und Streaming-Dienste umfasst, und höheren Gebühren für Händler gegen den Inflationsdruck. Das konnte die Bilanz aber nicht retten.
Unterm Strich erlitt der Konzern einen Quartalsverlust von 3,8 Milliarden Dollar. Das lag aber vor allem an einer 7,6 Milliarden Dollar schweren Wertkorrektur bei Amazons Beteiligung am Elektroautobauer Rivian. Die Aktien des Tesla-Rivalen waren im ersten Vierteljahr 2022 um mehr als 50 Prozent abgestürzt. Das brockte Amazon den ersten Netto-Quartalsverlust seit 2015 ein. Vor einem Jahr hatte der von der Pandemie entfachte E-Commerce-Boom dem Unternehmen noch einen Überschuss von 8,1 Milliarden Dollar beschert.
Wie geht es Intel?
Der Chip-Riese Intel bekam im vergangenen Vierteljahr das Abflauen des Corona-Booms in der PC-Branche zu spüren. Der Umsatz fiel um 7 Prozent auf 18,4 Milliarden Dollar. Ein Auslöser war das Schrumpfen des Geschäfts mit Notebook-Chips um 14 Prozent auf knapp 6 Milliarden Dollar.
Während das Interesse seitens der Unternehmen weiter stark sei, habe es eine Delle bei günstigeren PCs für Verbraucher und Bildung gegeben, sagte Intel-Chef Pat Gelsinger. Der Konzern rechnet jedoch damit, dass die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte wieder anzieht.
Dem PC-Markt, der mit dem verstärkten Arbeiten und Lernen von Zuhause in der Corona-Pandemie seit 2020 einen Boom erlebte, war im vergangenen Jahr insgesamt die Puste ausgegangen: Nach Berechnungen Analysefirma IDC sank der PC-Absatz im Jahresvergleich um rund fünf Prozent.
Die aktuellen Halbleiter-Engpässe könnten auch in zwei Jahren noch nicht ganz ausgestanden sein, warnte Gelsinger. Die Probleme bei der Fertigungskapazität und der Verfügbarkeit nötiger Maschinen dürften mindestens bis zum Jahr 2024 andauern.
Stand: 08.12.2025
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