Im Geschäftsjahr 2009 Produktivität und Erträge gesteigert Also Deutschland hat Umsatz und Margen erhöht
Damit hatten selbst die Also-Deutschlandchefs Michael Dressen und Thomas Kasper nicht gerechnet: In einem insgesamt schrumpfenden Markt fuhr der Straubinger Distributor 2009 das beste Ergebnis der Firmengeschichte ein. Der Umsatz kletterte um zehn Prozent und auch die Marge wurde verbessert. Der Also-Gesamtkonzern fuhr mit einem Umsatz von 4,409 Milliarden Schweizer Franken (umgerechnet etwas über drei Milliarden Euro) wieder Gewinn ein. Außerdem soll konzernweit SAP als IT-Plattform eingeführt werden.
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Geplant hatte Michael Dressen, Also-Konzernleitungsmitglied und Sprecher der Geschäftsführung Also Deutschland, Anfang 2009 mit einem Umsatzrückgang von zehn bis 15 Prozent. „Wir haben uns angesichts der allgemeinen Krise auf einen massiv schrumpfenden Markt eingestellt“, sagte er damals. Kosten senken, Profitabilität erhöhen, lautete die Devise – wie immer. Am Ende des Jahres bilanzierte Also Deutschland dann das beste Ergebnis seiner gesamten Firmengeschichte – nicht nur wegen eines Umsatz-Plus von 10 Prozent, sondern auch, weil die Marge verbessert wurde, was den gesamten Also-Konzern weitaus wichtiger ist.
Der Umsatz, der für Deutschland und die Schweiz immer nur kombiniert ausgewiesen wird, betrug im vergangenen Jahr insgesamt 3,066 Milliarden Schweizer Franken – umgerechnet rund 2,1 Milliarden Euro. Das sind zwei Prozent weniger als 2008, währungsbereinigt liegt der Umsatz auf Vorjahres-Niveau. Der Löwenanteil von 2,104 Milliarden Schweizer Franken (rund 1,43 Milliarden Euro) ging dabei auf das Konto der Straubinger Konzerntochter, die damit den Umsatzrückgang der Schweizer Schwestergesellschaft (Minus 13 Prozent) ausgleichen konnte. Also Deutschland beschäftigte Ende des Jahres 2009 wieder rund 330 Mitarbeiter – etwa so viel wie im Vorjahr. „Deutschland ist sicherlich unser großes Highlight in diesem Jahr“, so das Fazit des Also-Konzernchefs Thomas Weissmann.
Auch in der Schweiz konnte Also die Marge verbessern. Damit stieg das Betriebsergebnis in der Gesamtregion Schweiz-Deutschland um 26 Prozent auf 54,2 Millionen Schweizer Franken (rund 37 Millionen Euro). Da gleichzeitig auch der Finanzaufwand erheblich sank, fiel das Vorsteuerergebnis mit 41,6 Millionen Schweizer Franken (rund 28,4 Millionen Euro) substanziell höher aus als im Vorjahr (plus 56 Prozent).
„Wir sind keine Billigheimer“
Um dieses Ergebnis zu schaffen, hatte der Distributor in Straubing mit Blick auf die heraufziehende Wirtschaftskrise bereits Ende 2008 begonnen, einerseits die Kosten zu senken: das Portfolio wurde auf 20 Hersteller reduziert, das Arbeitszeit-Modell komplett flexibilisiert, der Urlaub unternehmensweit von sechs auf fünf Wochen verkürzt. Zum anderen wurden die Margen erhöht, auch durch Preiserhöhungen.
„Ich höre immer wieder, wir seien die Billigheimer, würden nur in der Presse ankündigen, dass wir die Preise erhöhen, diese Erhöhungen aber nicht umsetzen. Die Bilanz 2009 beweist, dass wir es sehr wohl getan haben und dass das geht. Denn nur über Kostensenkungs-Maßnahmen allein wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen“, kommentiert Dressen die Zahlen. Hinzu komme ein dritter Punkt: „Wir haben ein anderes Konzept als die klassischen Broadliner, wir sind Fokus-Distributor und bieten unsere Dienstleistungen ganz gezielt für eine geringe Zahl von Herstellern an, mit denen wir jedoch heute schon 70 Prozent des Kundenbedarfs abdecken. Auch das ermöglicht uns eine weitaus günstigere Kostenstruktur. Und wir verzichten auf eine zweite Management-Ebene, die sich andere Distributoren noch leisten.“
Details zur Bilanz des Gesamtkonzerns und zu den Erwartungen für das laufende Jahr gibt es auf der nächsten Seite.
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