Die Macht des proaktiven Handelns 5 Monitoring-Tipps für die Cybersecurity von OT-Netzen

Ein Kommentar von Daniel Sukowski 4 min Lesedauer

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Die Integration von IT- und OT-Systemen revolutioniert die Arbeitsweise von Unternehmen und steigert ihre Effizienz. Doch diese Entwicklung bringt auch erhebliche Herausforderungen für die Cybersicherheit mit sich. Wie können Unternehmen ihre OT-Netzwerke besser schützen?

Für die Cybersicherheit von OT-Netzwerken ist ein vielschichtiger und proaktiver Ansatz notwendig.(Bild:  © Tierney – stock.adobe.com)
Für die Cybersicherheit von OT-Netzwerken ist ein vielschichtiger und proaktiver Ansatz notwendig.
(Bild: © Tierney – stock.adobe.com)

OT-Netzwerke sind nun neuen Risiken und Gefahren ausgesetzt, während die zunehmende Verbreitung von IoT- und IIoT-Geräten die Angriffsfläche weiter vergrößert. Die steigende Zahl von Cyberangriffen, darunter Ransomware, Session Hijacking und Advanced Persistent Threats (APTs), unterstreicht die Bedeutung robuster Cybersicherheitsmaßnahmen für OT-Systeme.

In der vielschichtigen Bedrohungslandschaft stellen insbesondere Session Hijacking und APTs große Risiken dar. Beim Session Hijacking nutzen Angreifer Remote-Sitzungsprotokolle, um auf sensible Daten und Systeme zuzugreifen. Die Folgen können weitreichend sein – von Betriebsunterbrechungen über hohe Kosten bis hin zu Gefahren für Leib und Leben in kritischen Bereichen. APTs wiederum stellen eine anspruchsvolle Herausforderung dar, da OT-Systeme nicht mehr isoliert sind, sondern zur Analyse mit IT- und Cloud-Umgebungen verbunden werden müssen. Dies setzt OT-Netze neuen Schwachstellen und Angriffsvektoren aus.

Für die Cybersicherheit von OT-Netzwerken ist daher ein vielschichtiger und proaktiver Ansatz notwendig. Unternehmen müssen umfassende Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, die ein kontinuierliches Netzwerk-Monitoring, starke Isolierungsstrategien und ein proaktives Schwachstellenmanagement umfassen. Der Schutz kritischer Systeme vor aktuellen Bedrohungen erfordert die Kombination robuster Monitoring-Lösungen mit strategischen Cybersicherheitsmaßnahmen.

Netzwerk-Monitoring als ideale Ergänzung für die OT-Cybersicherheit

Monitoring spielt eine Schlüsselrolle bei der frühzeitigen Erkennung von Anomalien im Netzwerk, sei es durch die Analyse unerwarteter Datenströme oder Abweichungen im Datenverkehr. Es führt Daten aus verschiedenen Segmenten wie Netzwerk, Infrastruktur und Anwendungen zusammen und trägt so zu einer umfassenden Cybersicherheitsstrategie bei. Darüber hinaus kann Monitoring bestehende IPS- und IDS-Systeme sinnvoll ergänzen, indem es kontinuierliche Datenströme überwacht und verdächtige Aktivitäten schneller identifiziert.

Ein besonderer Vorteil ist das native Monitoring von Protokollen wie OPC UA, das Transparenz über industrielle Kommunikationsprozesse schafft. Auch industrielle Firewalls lassen sich zuverlässig überwachen – einschließlich Status, Updates und Lizenzinformationen. So unterstützt Netzwerk-Monitoring dabei, kritische Systeme im OT-Bereich ganzheitlich im Blick zu behalten und Sicherheitslücken frühzeitig zu erkennen.

Kombination aus aktivem und passivem Netzwerk-Monitoring

Für eine umfassende Cybersicherheitsstrategie sind sowohl aktives als auch passives Monitoring des Netzwerks wichtig. Beim passiven Monitoring verarbeiten und verwalten externe Anwendungen Signale oder Traps von Netzwerkgeräten wie Routern und Switches. Bei Änderungen oder Problemen im Netzwerk informiert die Monitoring-Lösung proaktiv und umgehend, sodass schnell Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.

Aktives Monitoring hingegen führt regelmäßige, vom Tool initiierte Prüfungen durch, um den Betriebsstatus von Netzwerkgeräten und -diensten zu ermitteln. Dieser Ansatz liefert zeitnahe Informationen über den Zustand der Systeme und ermöglicht frühzeitige Warnungen bei potenziellen Problemen.

Für eine effektive Cybersicherheit in OT-Netzwerken ist eine Kombination beider Monitoring-Ansätze empfehlenswert. Dies gewährleistet einen ganzheitlichen Ansatz zur Erkennung potenzieller Probleme, bevor sie sich auf das Netzwerk auswirken können. So werden ein tieferes Verständnis der Ursachen und eine schnelle Reaktion ermöglicht.

Ganzheitliche OT-Sicherheit durch Kombination von Monitoring und Anomalie-Erkennung

Eine kombinierte Lösung aus Netzwerk-Monitoring und Anomalie-Erkennung schafft die Grundlage, um technische Störungen, Ausfälle und Cyberangriffe frühzeitig zu erkennen – besonders wichtig in industriellen OT-Netzwerken, bevor Produktionsprozesse beeinträchtigt werden. Während das Netzwerk-Monitoring Transparenz über den Zustand der gesamten OT-Infrastruktur liefert, identifiziert die Anomalie-Erkennung verdächtige Verhaltensmuster im industriellen Datenverkehr in Echtzeit.

Diese technologische Kombination ermöglicht eine durchgängige Überwachung von OT-Netzwerken, ohne in deren Funktion einzugreifen. Die Systeme erfassen kontinuierlich Kommunikationsmuster sowie Netzwerkzustände und erkennen sowohl technische Fehler als auch potenzielle Sicherheitsrisiken. Integriert in ein zentrales Dashboard lässt sich die gesamte OT-Sicherheitslage effizient und nachvollziehbar überwachen.

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5 Tipps für das Monitoring von OT-Netzen

Bei der Implementierung einer OT-Monitoring-Lösung für die Cybersicherheit sollten Unternehmen folgende fünf Punkte berücksichtigen:

  • 1. Überwachung von Wechseldatenträgern: Wechseldatenträger wie USB-Sticks sind ein häufiger Risikofaktor bei Cyberangriffen auf industrielle Steuerungssysteme. Eine effiziente Überwachung ihrer Verwendung ist essenziell.
  • 2. Monitoring kritischer Dateien auf Endpoints: Die Integrität des Dateiaustauschs, insbesondere bei verteilten Steuerungssystemen (DCS) und speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS), ist entscheidend. Die Überwachung dieser kritischen Dateien hilft, Cybersicherheitsrisiken zu identifizieren und einzudämmen.
  • 3. Betriebssysteme und Patches: Veraltete oder nicht unterstützte Betriebssysteme stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Die genaue Kenntnis der Betriebssystemversionen und installierten Patches ist unerlässlich für das Verständnis von Schwachstellen und die Planung geeigneter Gegenmaßnahmen.
  • 4. Monitoring von Endpoints: Empfehlenswert ist die Implementierung einer Kombination aus aktiven und passiven Monitoring-Methoden für Endpoints. Aktives Monitoring bietet eine robustere Netzwerktransparenz, während passives Monitoring weniger wahrscheinlich wichtige Netzfunktionen beeinträchtigt.
  • 5. Benutzerauthentifizierung auf Endpoints: In OT-Umgebungen ist eine ordnungsgemäße Benutzerauthentifizierung, einschließlich Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), besonders wichtig. Eine geeignete Cybersicherheitslösung sollte Authentifizierungsmechanismen auf Endpoints erkennen und Lücken in Protokollen wie Modbus schließen können.

Unternehmen, die diese Aspekte bei der Auswahl und Implementierung einer Lösung für das OT-Netzwerkmonitoring berücksichtigen, können ihre Cybersicherheit erheblich verbessern und ihre kritischen Infrastrukturen besser schützen.

Fazit

Die Cybersicherheit von OT-Netzwerken erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der Netzwerk-Monitoring, Anomalie-Erkennung und spezifische Sicherheitsmaßnahmen kombiniert.

Daniel Sukowski.(Bild:  Paessler)
Daniel Sukowski.
(Bild: Paessler)

Durch die Implementierung robuster Monitoring-Lösungen und die Berücksichtigung der genannten Tipps können Unternehmen ihre OT-Infrastrukturen effektiv vor Cyberbedrohungen schützen und die Betriebssicherheit erhöhen. In einer Zeit, in der die Konvergenz von IT und OT voranschreitet, ist ein proaktiver Ansatz für die Cybersicherheit nicht nur empfehlenswert, sondern unerlässlich für den langfristigen Erfolg und die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen.

Über den Autor

Daniel Sukowski ist Global Business Developer bei Paessler.

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