Schutz vor Insolvenz durch Vermittlung und Beratung Wie ein Sanierungspakt aus der Klemme hilft

Autor / Redakteur: Rechtsanwalt Dr. Ulrich Weistermann / Regina Böckle

Umsatzeinbrüche können in Krisenzeiten schnell zu Liquiditäts-Engpässen führen. Einen Ausweg aus dieser Situation bietet der Sanierungspakt, der schon zahlreiche Firmen vor der Insolvenz bewahrte.

Firmen zum Thema

Dr. Ulrich Weistermann, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Procon Treuhand
Dr. Ulrich Weistermann, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Procon Treuhand
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat zu einem umfangreichen Rettungs- und Unterstützungspaket geführt, von dem Banken und Großunternehmen profitieren. Für kleinere Unternehmen gibt es dagegen keine Unterstützung, so dass Umsatzeinbrüche und daraus entstehende Liquiditätsengpässe möglicherweise zu einer Insolvenz führen könnten, noch bevor der nächste Aufschwung da ist.

Wenn kein Eigenkapital vorhanden ist und Fremdfinanzierungen nicht möglich sind, bleibt als einziger Ausweg ein Sanierungspakt mit Lieferanten und sonstigen Gläubigern. Dazu wird in einer Übergangsphase von rund sechs Monaten die Tilgung der aufgelaufenen Verbindlichkeiten vom laufenden Geschäftsergebnis abhängig gemacht. Hat sich das Unternehmen wieder erholt, werden die alten Verbindlichkeiten zurückgeführt.

Bildergalerie
Dieser Beitrag stammt aus der Mutmacher-Ausgabe von IT-BUSINESS (5/2009 vom 2.3.2009, zur CeBIT 2009). (Archiv: Vogel Business Media)

Dieser Weg erfordert Verständnis bei Lieferanten und Gläubigern, bringt ihnen aber auch erhebliche Vorteile, da die Insolvenz – als einzige Alternative – bei kleinen Unternehmen nur selten zu nennenswerten Tilgungen führt. Außerdem erfordert der Sanierungspakt die Einsetzung eines unabhängigen Controllers durch den Schuldner, der auch die Einhaltung der insolvenzrechtlichen Vorschriften gewährleistet.

Erlösabhängige Tilgung

Gerät ein kleines Unternehmen in eine Liquiditätskrise, kann es diese immer nur aus eigener Kraft überwinden, da Kapitalhilfe von außen nicht zu erwarten ist. Damit eine Lösung schnell, effizient und ohne zusätzlichen Kapitaleinsatz funktioniert, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Das operative Geschäft:Das Unternehmen muss seine ganze Kapazität einschließlich der verbliebenen Liquidität auf das operative Geschäft konzentrieren.
  • Tilgungen: Während einer Übergangsphase erfolgen deshalb Tilgungen der Altschulden nur insoweit, wie die Liquiditätslage dies zulässt und das operative Geschäft dadurch nicht gefährdet wird.

Eine vorübergehende erlösabhängige Tilgung nützt auch den Gläubigern, da Altverbindlichkeiten nur aus zukünftigen Erlösen zurückgeführt werden können: »Zahlen kann schließlich nur, wer Geld hat.« Ein solcher Sanierungspakt zwischen Schuldner und allen Gläubigern erlangt in Rezessionszeiten immense Bedeutung.

Erfahren Sie auf der nächsten Seite mehr über den Sanierungsverlauf.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2019485)