Axis Communications Wie die KI Sehen und Hören gelernt hat

Von Dr. Stefan Riedl 3 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz kann aus Live-Bildern beispielsweise Rauchbildung, am Boden liegende Personen und verdächtige Fahrzeuge erkennen. Auch weiß sie, wie sich Gewaltakte oder verbotene Partys anhören. Diese Fähigkeiten lasen sich für „Security im Leben jenseits der IT“ einsetzen.

KI krempelt die Auswertung von Bewegtbildern disruptiv um.(Bild:  Midjourney / Stefan Riedl)
KI krempelt die Auswertung von Bewegtbildern disruptiv um.
(Bild: Midjourney / Stefan Riedl)

Videoüberwachung funktionierte vor der Ära der Künstlichen Intelligenz so: Wachpersonal vor einer gewissen Anzahl an Über­wachungsmonitoren versucht, ungewöhnliche Vorgänge zu entdecken. Und das mag auch dem Grunde nach immer noch so sein, allerdings hat das Personal kompetente Helfer bekommen: KI-Algorithmen. Der IP-Kamera-Pionier Axis hat in diesem Umfeld einen eigenen Chip am Start. „Axis Object Analytics“ heißt die hauseigene und auf Geräten vorinstallierte Analysefunktion, die unterstützt von Künstlicher Intelligenz Objekte lokalisiert und klassifiziert. Im Informatik-Kontext zählen auch Menschen oder in Abgrenzung dazu Hunde zur Klasse „Objekt“.

Attribut „verdächtig“

So kann die trainierte KI beispielsweise rennende Menschen oder verdächtig langsam vorbeifahrende Fahrzeuge erkennen und schlussfolgern wie ein erfahrener Wachmann: Den Objekten werden in Kombination mit Eigenschaften wie der Geschwindigkeit das Attribut „verdächtig“ zugeordnet und entsprechende Alarm-Events getriggert. In der Praxis meist dahingehend, dass menschliches Wachpersonal darauf aufmerksam gemacht wird. Ebenso kann Rauch detektiert werden – alles eine Frage des KI-­Algorithmen-Trainings.

Smoke Detection, Nummernschilderkennung, et cetera

Maximilian Galland, Manager Sales DACH, Axis Communications(Bild:  Axis Communications)
Maximilian Galland, Manager Sales DACH, Axis Communications
(Bild: Axis Communications)

Als Schnittstelle dient die Axis Camera Application Platform, mit der kundenspezifische Anwendungen in Axis-Geräte integriert werden können. „Hier spielen Partner eine zentrale Rolle, die hier die verfügbaren Analysefunktionen auf KI-Basis stetig erweitern“, erläutert ­Maximilian Galland, Manager Sales DACH, Axis Communications. Solche Anwendungen werden dann unter Umständen und falls gewünscht gemeinsam vermarktet. „Neben Smoke Detection spreche ich hier beispielsweise von Nummernschilderkennung, Fahrzeugtypen-Erkennung oder dem Erkennen von Notfallsituationen, weil Personen auf dem Boden liegen und ähnliches“, erläutert der Manager.

KI und Video in der Produktion

Aber auch abseits der klassischen Über­wachung hebt KI die IP-Videotechnologie auf das nächste Level. Konkrete KI-­Anwendungen finden sich beispielsweise bei BMW, wo mit Kameratechnologie auf Produktionsstraßen die Spaltmaße von Türen überprüft werden. Und in Lackierereien wird beispielsweise KI-basiert überprüft, ob sich qualitätsmindernde Blasen im Lack gebildet haben.

Partner erweitern die verfügbaren Analysefunktionen auf KI-Basis, beispielsweise mit einer Lösung für Smoke Detection.

Maximilian Galland, Manager Sales DACH, Axis Communications

Wie hört sich ein Gewaltakt an?

Anderes Beispiel: In Personallosen, 24/7-Läden wird eine Kombination aus IP-Videotechnik und Audiolösungen eingesetzt, deren Daten-Stream in Echtzeit ausgewertet wird. In der Praxis werden Kamera-, Mikrofon- und- KI-Einsatz bereits abgestimmt und trainiert: Per Zähler, Video und Durchsagen wird inzwischen verhindert, dass Gruppen in solche vollautomatisierten Läden eintreten. Wird drinnen eine Party gefeiert, erkennt die KI das Geräuschmuster genauso wie das zerbrechender Flaschen oder von Gewaltakten. Erkennt die KI eine am Boden liegende Person, ertönt eine Ansage: „Sie sind gestürzt. Benötigen Sie Hilfe?“ Ein menschlicher Mitarbeiter in einem ­Service-Center wird alarmiert, kann auf Live-Videomaterial zugreifen und interagieren: Durchsagen per Mikrofon, Putzroboter losschicken oder Rettungsdienst sowie Polizei alarmieren.

Artpec-Chip in der achten Generation

Axis tourte mit einer Roadshow durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. „Zu den wichtigen Themen, die wir angehen, zählen – wie soll es dieser Tage anders sein – auch KI-Funktionalitäten“, berichtet Galland. Im Mittelpunkt der Strategie steht der Ansatz, Intelligenz gleich auf die Kamera zu packen. „Wir setzen dabei auf unseren hauseigenen Artpec-Chip, den es inzwischen in der achten Generation gibt und der Analyseanwendungen auf Grundlage von Deep Learning ‚on the edge‘ ermöglicht.“

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