Vendor-Lock-In wurde früher vor allem mit dem Kauf ewiger Lizenzen in Verbindung gebracht und verschiedene Formen des Cloud Computing als Problemlöser präsentiert. Schnell wurde klar, dass auch die Cloud-Ära ihre Abhängigkeiten kennt.
Mit der Metapher des goldenen Käfigs wird gerne die Form des Vendor-Lock-Ins beschrieben, bei der man sich selbst freiwillig von den „fancy Tools“ einzelner Marktakteure schlichtweg durch deren Nutzung abhängig macht.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Die Vendor-Lock-In-Problematik ist ein vielschichtiges Problem. Darunter fallen auch Kosten und personeller sowie organisatorischer Aufwand, die dem Cloud-Flexibilitätsversprechen entgegen stehen. Wenn also Daten und Workloads idealerweise flexibel von Cloud zu Cloud verschoben werden sollen, stehen Formen des Vendor-Lock-In dem mitunter entgegen. Oft hat man sich freiwillig abhängig gemacht, schlichtweg, weil man durch deren Nutzung die „fancy Tools“ bestimmter Anbieter so sehr ins Tagesgeschäft eingebaut hat, dass man nicht mehr davon loskommt.
Flexible Nutzungsmodelle
Bei AWS – einem der Anbieter von „fancy Tools“ im Cloud-Umfeld – kennt man die Problematik. Michael Hanisch, Head of Technology bei AWS in Deutschland, sagt: „Die Wahlfreiheit bei Cloud-Anbietern ist entscheidendes Merkmal moderner IT-Infrastruktur.“ Er hebt AWS folgendermaßen hervor: „Anders als bei traditionellen Technologieanbietern, die ihre Kunden durch langjährige Lizenzverträge binden, setzen moderne Cloud-Services wie AWS auf ein flexibles Nutzungsmodell.“
In den letzten Jahren habe sich hier einiges getan, insbesondere hätten Kunden vermehrt Serverless- oder Cloud-native-Architekturen eingesetzt, die flexibler und leichter portabel sind.
Wer testet trifft bessere Entscheidungen
„Auch der mittlerweile sehr häufige Einsatz von Infrastructure as Code (IaC) trägt dazu bei, dass beispielsweise Infrastrukturen und Workloads leichter parallel auf mehreren Anbietern getestet oder bei einem Zwischenfall leicht auf einer anderen Cloud neu aufgebaut werden können“, sagt der AWS-Technologie-Chef. So sei vergangenes Jahr mit dem Verzicht auf Datentransferkosten bei der Migration von AWS zu einem anderen Anbieter außerdem ein oft genanntes Hindernis gefallen.
Die Flexibilität der Cloud zeige sich aber auch in Bereichen, wo es klassischerweise einen hohen Grad an Lock-In gab, nämlich bei Datenbanken: „Unsere Kunden können nicht nur zwischen verschiedenen Datenbanktypen wählen, sondern auch Datenbanken anderer Anbieter auf AWS betreiben.“ Auch wenn ein Anbieterwechsel naturgemäß mit Aufwand verbunden ist – etwa für Datenmigration und Mitarbeiterschulungen – gebe es hier keine vertraglichen Hindernisse. Dies – so die Sichtweise von Hanisch – sei ein fundamentaler Unterschied zum klassischen „Vendor-Lock-In“ der Vergangenheit.
Wachstum bis zum Anschlag
Cloud Computing ist für Hanisch zentraler Treiber der digitalen Transformation: „Die Wachstumsprognosen sind nach wie vor beeindruckend: Der globale Cloud-Markt soll laut Grand View Research bis 2030 jährlich um mehr als 21 Prozent wachsen.“
Zahlen und Hintergrund
Führt das Cloud-Wachstum in den Himmel?
Exponentielles Wachstum muss in keiner unaufhaltsamen Explosion münden – wie bei der Schachbrett-Geschichte, bei der sich auf jedem Feld die Anzahl der Reiskörner verdoppelt und zum Schluss ganze Reis-Welternten rauskommen. Oft flacht es sich ab, denn in der Realität gibt es Dämpfungsmechanismen, die Wachstum begrenzen und wie auch immer geartete Exponentialkurven einbremsen. Beim Cloud Computing zeigt sich dieser Effekt: Der Cloud-Hunger nimmt im Laufe der Zeit zu, wächst aber nicht in den Himmel. Nachfrage- und angebotsseitige Faktoren wie Infrastrukturkosten, Energieverbrauch und Regulierung bremsen das Tempo trotz des Trends zu einem sich beschleunigenden Wachstum.
Aktuelle Daten aus dem Jahr 2024 bestätigen das anhaltende Wachstum im Cloud-Computing-Sektor. Laut Fortune Business Insights wurde die Größe des globalen Cloud-Computing-Marktes im Jahr 2023 auf 587,78 Milliarden US-Dollar geschätzt. Prognosen zufolge könnte der Markt bis 2032 ein Volumen von 2.291,59 Milliarden US-Dollar erreichen, was einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 16,5 Prozent entspricht. In Deutschland zeigt der Bitkom Cloud Monitor 2024, dass 81 Prozent der Unternehmen Cloud Computing nutzen, während 14 Prozent die Einführung planen oder diskutieren. Nur fünf Prozent der Unternehmen betrachten das Thema als irrelevant.
Prägende Trends
Aus Sicht des AWS-Managers prägen aktuell Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit und ein Wandel der Infrastruktur den Markt: „KI-Anwendungen durchdringen zunehmend alle Geschäftsbereiche, von der Kundenbetreuung bis zur Logistik. Dies erfordert erhebliche Rechenkapazitäten.“ Die Cloud würde durch gemeinsame Ressourcennutzung negative Umweltauswirkungen minimieren.
Hintergrund
Künstliche Intelligenz treibt Cloud Computing vor sich her
KI treibt Cloud Computing voran, weil KI-Anwendungen enorme Rechenleistung und große Datenmengen benötigen. Die Cloud bietet die nötige Infrastruktur, um diese Ressourcen flexibel und kosteneffizient bereitzustellen. Unternehmen können so KI-Modelle trainieren und nutzen, ohne teure eigene Hardware zu betreiben. Gleichzeitig profitieren Cloud-Anbieter von der steigenden Nachfrage nach leistungsfähigen Servern und spezialisierten KI-Diensten. Dadurch entwickeln sich beide Technologien gemeinsam weiter.
Michael Hanisch, Head of Technology, AWS Deutschland
(Bild: AWS)
Rechenzentren sprießen wie Pilze aus dem Boden
In Europa wird ein Rekordausbau der Rechenzentrumskapazitäten erwartet, angetrieben durch die Expansion von KI und Cloud Computing. Amazon setzt in diesem Marktumfeld laut Hanisch mit seiner Investitionsstrategie klare Schwerpunkte im Cloud-Bereich: „Ein bedeutendes Beispiel ist das Investment von 7,8 Milliarden Euro in die AWS European Sovereign Cloud in Brandenburg bis 2040 – damit unterstreichen wir unser Engagement für die digitale Souveränität Europas. Der steigende Bedarf an Rechenleistung erfordert dabei innovative Energiekonzepte.
Drei wichtige Entwicklungen prägen aktuell den Markt: Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit und ein Wandel der Infrastruktur.
Michael Hanisch, Head of Technology bei AWS in Deutschland
Konkret investiert AWS in verschiedene Innovationen, die Design und Betrieb von Rechenzentren effizienter machen können – „beispielsweise durch neue Lüftungs- und Kühlungssysteme, die bis zu 46 Prozent weniger mechanische Energie verbrauchen, über neue Stromverteilungssysteme oder Systeme für die Platzierung von Rechnern, die es uns erlauben, bis zu 12 Prozent mehr Rechenleistung pro Rechenzentrum für Kunden bereitzustellen“, so der Manager. So will man seinen Beitrag leisten um dem Rechenzentrumshunger auf eine effiziente Art und Weise zu begegnen.
(ID:50349172)
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.