Definition Wer ist Huawei?

Von Agnes Panjas 3 min Lesedauer

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Huawei Technologies Co., Ltd. ist ein chinesischer Telekommunikationsausrüster und Hardwarehersteller mit Sitz in Shenzhen, einer Sonderwirtschaftszone in China.

Huawei hat von einem einfachen Vertriebsagenten zu einem der größten Telekommunikationsausrüster der Welt entwickelt.(Bild:  Huawei)
Huawei hat von einem einfachen Vertriebsagenten zu einem der größten Telekommunikationsausrüster der Welt entwickelt.
(Bild: Huawei)

Der private Technologie-Konzern Huawei startete als Anbieter von Telefonschaltern und hat sich zu einem der großen Technologieunternehmen entwickelt. Inzwischen bietet der Tech-Gigant neben mobilen Endgeräten vor allem Produkte und Lösungen für Netzwerk-Infrastrukturen und Cloud-Lösungen an. Heute beschäftigt der ITK-Riese rund 207.000 Mitarbeiter in 170 Ländern. Davon arbeiten rund 55 Prozent in der Fertigung und Entwicklung. Huawei gehört zu den umsatzstärksten Unternehmen weltweit – Nr. 103 der „Global Top“ – mit etwa einem Wachstum von 30 Prozent.

Huawei arbeitet mit einigen der größten Telekommunikationsbetreiber der Welt zusammen und zählt British Telecom (BT), Vodafone, Orange und T-Mobile zu seinen Partnern. Heute sind die Produkte und Lösungen von Huawei in über 170 Ländern im Einsatz. Laut offiziellem Jahresbericht von Huawei betrug der Umsatz von Huawei im Jahr 2023 umgerechnet 99,5 Milliarden US-Dollar.

Gründung und erste Jahre von Huawei

Gegründet 1987 von Ren Zhengfei in Shenzhen, China, konzentrierte sich Huawei als ländlicher Vertriebsagent erst auf den Vertrieb von Private Branch Exchange (PBX) Schaltern, die aus Hongkong importiert wurden. In der Zeit von 1996 bis 1998 expandierte Huawei zunächst in die chinesischen Ballungsgebiete, da die städtische Bevölkerung explodierte.

Der Gründer Ren Zhengfei ist Mitglied des 17-köpfigen Board of Directors von Huawei.(Bild:  Vintent Yu/AP/dpa)
Der Gründer Ren Zhengfei ist Mitglied des 17-köpfigen Board of Directors von Huawei.
(Bild: Vintent Yu/AP/dpa)

Der Durchbruch des Unternehmens kam 1993 mit der Markteinführung des C&C08 Program-Controlled-Telefon-Switches, der zu dieser Zeit der leistungsstärkste auf dem chinesischen Markt war. Die 1996 von der chinesischen Regierung beschlossene Politik der Förderung einheimischer Telekommunikationsunternehmen und der Beschränkung des Zugangs für ausländische Wettbewerber stärkte die Position von Huawei weiter.

1997 erfolgte der Anstoß zur Internationalisierung, definiert durch den ersten Auslandsauftrag mit Hutchison Whampoa in Hongkong.

Über den Namen „Huawei“

Der Firmengründer Ren Zhengfei gab an, dass der Name Huawei von einem Slogan an einer Wand inspiriert wurde. Dieser lautete „Zhonghua youwei“, was "China hat Errungenschaften" (中华有为; Zhōng huá yǒu wéi) bedeutet. Dies war die Zeit, als er das Unternehmen gründete und einen Namen brauchte. Die beiden Teile des Namens, "Zhonghua" und "youwei", bedeuten "China" und "vielversprechend". Andere mögliche Übersetzungen sind "großartige Leistung" oder "China ist fähig".

Internationale Geschäftserweiterung von Huawei

Ein entscheidender Wandel vollzog sich in den 2000er Jahren mit Huaweis Wachstum als globaler Player. Das Unternehmen ergriff die Chance, in Schwellenländern Fuß zu fassen. 1999 eröffnete das Unternehmen ein Forschungs- und Entwicklungszentrum (F&E) in Bangalore, Indien, um eine breite Palette von Telekommunikationssoftware zu entwickeln.

Danach beschleunigte Huawei seine Expansion in Überseemärkte und erzielte bis zum Jahr 2000 einen internationalen Umsatz von über 100 Millionen US-Dollar. Die ersten Schritte des Unternehmens auf europäischem Boden erfolgten im Jahr 2000 mit der Gründung eines Forschungs- und Entwicklungszentrums in Stockholm, Schweden.

Ein weiterer Meilenstein war die Gründung der Mobilgeräte-Abteilung im Jahr 2003, was den Eintritt in den Massenelektronikmarkt markierte. Der Start des ersten Android-Smartphones im Jahr 2009 und die Einführung der Ascend-Serie im Jahr 2012 festigten Huaweis Platz als Smartphone-Hersteller.

Über Huawei:

  • Das Unternehmen mit Hauptsitz in Shenzhen hat weltweit 207.000 Mitarbeiter, die in über 170 Ländern tätig sind.
  • Huawei Enterprise Business betreut weltweit mehr als 50.000 Unternehmenskunden.
  • Seit 2001 ist Huawei in Deutschland tätig und beschäftigt über 2.500 Mitarbeiter an 18 Standorten.
  • Der Hauptsitz des europäischen Forschungszentrums von Huawei befindet sich in München.

Geschäftsfelder von Huawei

Huawei hat sich bis heute als globales Technologieunternehmen in verschiedenen Geschäftsfeldern etabliert.

  • Das Kerngeschäft liegt nach wie vor im Bereich der Telekommunikationsausrüstung, das etwa die Hälfte des Unternehmensumsatzes ausmacht. Hier entwickelt und produziert Huawei Netzwerkinfrastruktur, 5G-Ausrüstung und Lösungen für Mobilfunkanbieter.
  • Ein weiterer wichtiger Geschäftsbereich ist das Enterprise-Segment, in dem Huawei ICT-Infrastruktur, Cloud-Computing und digitale Transformationslösungen für Unternehmen verschiedener Branchen anbietet.
  • Im Consumerbereich ist Huawei weiterhin mit der Produktion von Smartphones, Tablets, Laptops und Wearables aktiv.
  • Zudem hat das Unternehmen mit der Digital Power Division einen Geschäftsbereich etabliert, der sich auf saubere Energielösungen und Stromsysteme für verschiedene Industrien konzentriert.
  • Ein relativ neues, aber schnell wachsendes Geschäftsfeld ist der Automotive-Sektor, in dem Huawei Technologien für vernetzte und intelligente Fahrzeuge entwickelt.
  • Huawei investiert auch in die Integration von KI-Technologien in allen Geschäftsbereichen, von KI-Chips und Computing-Infrastruktur bis hin zu KI-gestützten Lösungen für Telekommunikationsnetze.

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