Business Scout: Digital Engineering

Von der Idee über ein virtuelles Objekt zum realen Produkt

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Das Formatproblem

Jürgen Kronas, Teamleiter der Geschäftseinheit »Application Egineering Design Software« bei Tech Data, kennt die Knackpunkte dabei: »Spezialisierte Systemhäuser berichten uns, es gebe in diesem Bereich vor allem folgende Probleme: Die Endkunden nutzen nicht nur die drei gängigsten CAD/CAM-Lösungen, sondern sämtliche Anwendungen, darunter auch solche, die seit 20 und mehr Jahren existieren. Das Problem ist immer, diese Daten dann in gängige Formate umzuwandeln.« Auch hierbei setzen sich Spezialisten durch.

Konvertierung als Dienstleistung

Hans-Peter Roitsch ist PLM-Projektleiter Chef der CAx-Coordination der Mahle Filtersysteme und muss sich durch den Formatdschungel im Computer-Aided-Umfeld kämpfen. Sein Arbeitgeber, ein Hersteller von Motorenfiltern, agiert genau in jenem Spannungsfeld zwischen Product Lifecycle Management, Projektarbeit und zu migrierenden Daten. Er setzt dabei auf Datenmigrationsdienstleister. Bei der Konvertierung von Daten aus verschiedenen CAD-Modellen in Kunden-Lieferanten-Projekten bietet der Konvertierungs-Software-Hersteller Proficiency die Konvertierung von CAD-Daten inzwischen als Dienstleistung an.

Oft verfügen Unternehmen nicht über die Resourcen und Werkzeuge, um eine solche Umsetzung selbst durchzuführen. Davon profitiert Ralf Pelz. Er ist Geschäftsführer der Proficiency GmbH. »Eine manuelle Neumodellierung ist aufwändig und fehleranfällig, doch für die einmalige Migration lohnen sich hohe Investitionen in hauseigene Lösungen für die CAD-Interoperabilität nicht.« Statt auf eine eigene, teure Infrastruktur für derlei Migrationsprojekte zu setzen, können sich CAD/CAM-Unternehmen auch eine entsprechende Dienstleistung bei Proficiency einkaufen. Kunden senden dabei ihre zu konvertierenden CAD-Modelle an Proficiency und erhalten diese im gewünschten Zielformat zurück.

Medienbrüche machen Ärger

Aber nicht nur der Einsatz unterschiedlicher CAD-Modelle bremst die reibungslose Zusammenarbeit in der Praxis aus. Jürgen Kronas berichtet von folgendem Problem, wenn die Datenverarbeitung nicht »volldigital« statt findet: »Die Übergabe an den Fertigungsbereich – auf Papier, in 2D oder 3D ist häufig mit fehlenden Fertigungsinformationen verbunden und macht einen Neuaufbau notwendig.« Unterm Strich führe die digitale Abbildung der gesamten Produktentwicklung zwar zu einem beständigen Zuwachs digitaler Informationen, räumt Kronas ein, einher gehen aber auch niedrigere Kosten, eine höhere Qualität und vor allem mehr Freiräume für Innovationen. »Es schafft die Möglichkeit, das Produkt zu verstehen, zu visualisieren, zu analysieren und die Funktionen zu simulieren, bevor der erste Span fliegt«, so der CAD-Profi.

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