Der Medienrummel um die jüngst veröffentliche Nintendo Switch, zeigt, dass der japanische Spielzeugkonzern zu den innovativen Marktführern bei den Spielekonsolen zählt. Dabei begann seine Geschichte in dem Bereich 1977 relativ bescheiden: Mit einem einfachen Pong-Klon.
Am 1. Juni 1977 veröffentlichte Nintendo mit dem TV-Game 6 seine erste Spielkonsole, die an heimische Fernseher angeschlossen wurde.
Heute zählt Nintendo zu den Giganten der Videospielindustrie. Der Release einer neuen Spielkonsole, wie jüngst die Nintendo Switch, verursacht einen großen Medienrummel und sorgt nicht nur bei eingefleischten Videospielern für große Aufmerksamkeit. Das kommt nicht ganz zu unrecht: Das Unternehmen hat mit seiner neuen Konsole, die effektiv die Konzepte eines Handhelds mit einem stationären heimischen Spielegerät verheiratet, einmal mehr gezeigt, dass Nintendo zumindest im Home-Entertainment-Bereich zu einer der innovativsten und kreativsten Firmen im Markt zählt.
Als Nintendo vor 40 Jahren beschloss, in den Heimkonsolenmarkt einzusteigen, war diese Entwicklung noch nicht abzusehen. Denn Mitte der 1970er Jahre drohte dem 1889 gegründeten Spielzeugkonzern der Bankrott. Die Ölkrise von 1973 hatte dem Unternehmen schwer zugesetzt und seine besten Geschäfte, darunter eine Laser-Schießbude für Spielhallen, waren zusammengebrochen.
Ab 1975 begann der damalige Konzernpräsident, Hiroshi Yamauchi (1927–2013), sich für den jungen Videospielmarkt zu interessieren. Im Sommer dieses Jahres hatte Videospielpionier Atari erstmals eine Heimversion seines Spielhallenhits Pong vorgestellt und mit dem Konzept einer auf einem integrierten Schaltkreis basierenden Heimkonsole einen gigantischen Verkaufshit gelandet. Noch im selben Jahr erschienen die ersten Klon-Produkte auf dem japanischen Markt.
Um sein Unternehmen vor dem Niedergang bewahren beschloss Yamauchi, in den noch jungen Arcade- und Heimkonsolenmarkt einzusteigen. Um die Herstellung der nötigen Technik leisten zu können, ging das Unternehmen eine Kooperation mit Mitsubishi Electric ein, das neue Elektronikmärkte erschließen wollte. Um Zeit und Kosten für die Entwicklung gering zu halten, lizensierte Nintendo die Technologie der weltweit ersten Spielkonsole, der bereits 1972 erschienenen Magnavox Odyssey.
Auch wenn der Videospielmarkt noch in den Kinderschuhen steckte, steckten bereits nach wenigen Jahren zahlreiche Hersteller mit ihren eigenen Pong-Klonen in einem harten Wettstreit. Um sich in dem Umfeld behaupten zu können, setzte Nintendo auf zwei Strategien. Die erste war Optik: Während die meisten anderen Heimkonsolen nur ein Schwarz-weiß-Bild produzierten, sollten die Spiele auf Nintendos Konsole wenigstens ein farbiges Hintergrundbild erzeugen.
Die Zweite war der Preis: Yamauchi wollte ein Videospielgerät für unter 10.000 Yen präsentieren (oder effektiv unter 90 DM nach dem Wechselkurs von 1977), zu einer Zeit, wo die meisten Konkurrenzprodukte noch das Doppelte kosteten. Da allerdings die Fertigung der Konsole alleine 12.000 Yen verschlang, veröffentlichte Nintendo zwei Varianten: Am 1. Juni 1977 erschien in Japan zuerst das Color TV-Game 6, mit sechs enthaltenen Spielen und zu einem Kaufpreis von 9.800 Yen. Eine Woche später veröffentlichte das Unternehmen für 15.000 Yen das Color TV-Game 15. Bis auf die Anzahl der integrierten Spiele waren beide Geräte technisch gesehen absolut identisch.
Die Rechnung ging auf: Sowohl das TV-Game 6 als auch das TV-Game 15 verkauften sich jeweils eine Millionen Mal in ihrem Heimatland und stiegen zu den populärsten Spielkonsolen Japans auf (andere Quellen sprechen davon, das beide Geräte auf einem Gesamtabsatz von 1.000.000 Einheiten kommen) Schon bald lizensierten andere Unternehmen die Technik von Nintendo und boten eigene Varianten an. Nintendo, das noch vor wenigen Jahren kurz vor dem Aus, stieg bis 1980 zu Japans Marktführer im Videospielbereich auf. Auch im Arcade-Bereich stellten sich schnell Erfolge für Nintendo ein.
Bis 1980 erschienen fünf Varianten der Color-TV-Game-Reihe. Im selben Jahr erschien mit den Game & Watch Modellen auch die erste populäre Handheld-Reihe aus dem Hause Nintendo, das damit seine Marktführerschaft zumindest im eigenen Land zementierte. Da in allen Geräten die Spiele fest einprogrammiert waren, waren diese Heimkonsolen allerdings nicht besonders nachhaltig und verloren schnell ihren Reiz. Um die Spitzenposition zu halten, entwickelte Nintendo einen Nachfolger der 1983 im eigenen Land erschien und 1985 auch im Westen den Videospielmarkt revolutionieren sollte: Das Nintendo Famicom, hierzulande besser bekannt als NES.
In 40 Jahren hat Nintendo eine lange Reihe erfolgreicher und dominanter Heimkonsolen und Handhelds produziert; allerdings erwies sich die eine oder andere angedachte Innovation auch als fulminanter Flop. In unserer Bildergallerie finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Meilensteine in Nintendos 40-jähriger Konsolengeschichte – vom ersten Color-TV-Game Modell bis hin zum brandneuen Nintendo Switch.
Stand: 08.12.2025
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Dieser Beitrag erschien zuerst in unserem Partnerportal Elektronikpraxis.