Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Tricksereien mit Versandkosten

Autor Katrin Hofmann

Ein Händler, verschiedene Online-Absatzkanäle: Verschickungs- und damit Gesamtkosten im Internet fahren oft Achterbahn. Manchmal erscheinen die Differenzen wild anstatt gezielt kalkuliert. Oder wird hier doch bewusst getrickst?

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Wer mit Versandkosten gekonnt jongliert, kann durchaus den ein oder anderen Euro mehr generieren.
Wer mit Versandkosten gekonnt jongliert, kann durchaus den ein oder anderen Euro mehr generieren.
(Bild: Pixabay)

Die Verbraucherzentrale NRW spricht von „tricksen“. Fakt ist: Mal ist der Versand kostenlos, mal wird er auf den Grundpreis umgelegt oder Händler kassieren Aufschläge. Der „Preisaufschlag“ kann abhängig vom Gewicht, dem Wert der Ware sein oder aber davon, ob per Rechnung, Kreditkarte oder Paypal bezahlt wird. Selbst wer sich für einen Händler entschieden hat, findet oft ein verwirrendes Durcheinander und muss auf die verschiedenen von dem Anbieter genutzten Online-Kanäle schauen, um das preiswerteste Angebot ausfindig zu machen.

Das zeigt eine Stichprobe der Verbraucherzentrale, der zufolge es zahlreiche Merkwürdigkeiten gibt. So stolperten Käufer auf Online-Marktplätzen immer wieder darüber, dass sie beim selben Händler mit jedem weiteren Artikel im Warenkorb automatisch zusätzliche Versandkosten bezahlten. Und das, obwohl die gesamte Bestellung später in einem Paket oder Päckchen eintrudelte. Die Verbraucherschützer nennen in diesem Zusammenhang den Amazon-Marketplace, über den eine solche Beschwerde vorliege.

Absichtlich intransparent oder Indiz für Überforderung?

Firmen, die einen eigenen Shop und Präsenzen beispielsweise auf Amazon und Ebay betreiben, offenbarten zumindest in dieser Stichprobe eine scheinbar wilde Preisfindung. So werden für gleiche Warenmengen unterschiedliche Versandkosten verlangt. In einem untersuchten Fall für eine einzelne Fliese auf Amazon kostete der Versand weniger als im eigenen Webshop. Wurde jedoch die Liefermenge erhöht, drehte sich das Verhältnis um. Der Versandkostenpreis auf Amazon schoss nach oben, während er im hauseigenen Shop unverändert blieb. Und es ist wohl kein Einzelfall, dass bei steigender Liefermenge plötzlich in den Onlinepräsenzen Gesamtpreise voneinander abweichen und das gesuchte Produkt dann an anderer Stelle als vorher preiswerter ist.

Wer in allen Webangeboten des jeweiligen Händlers schaut, kann zudem durchaus einen Blick darauf erhaschen, wie Versandkosten getarnt werden. So lockte einer der untersuchten Händler auf Ebay und im eigenen Shop mit kostenlosem Versand bei einem Warenpreis von knapp 30 Euro. Ähnlich lag sein Gesamtpreis bei Amazon, wovon allerdings rund neun Euro auf den Versand fielen.

Insgesamt fuhr der Endpreis in den verschiedenen Shops eines Anbieters laut Verbraucherzentrale NRW „Achterbahn“. Die Stichprobe bei den (lediglich) fünf Händlern hätte gezeigt, dass in jeder der drei Einkaufsmöglichkeiten Ebay, Amazon und eigenem Shop das günstigste Angebot zu finden sein konnte.

Versandkosten: Mehr als das Porto

Generell, so die Verbraucherzentrale, gelte für Versandkosten: „Shops dürfen nicht nur das Porto, sondern auch ihre Auslagen fürs Handling und Verpacken an die Kunden weitergeben. Sie müssen jedoch über die veranschlagten Versandkosten vor Abgabe der Bestellung korrekt informieren.“

Haben Sie bei Online-Bestellungen von IT-/TK- oder CE-Produkten für den späteren Weiterverkauf schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht? Schreiben Sie mir!

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