Ehrgeizige Wachstumspläne

Systemhaus Cema will die 100 Millionen Euro-Grenze knacken

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Mitarbeiterwerbung für Schlafstadt Heimat

Steckenborn hat hier bereits vor vielen Jahren ein Gesamtkonzept erarbeitet, das deswegen gut ankommt, weil es allen Anforderungen an den bis zum Nomaden flexibilisierten modernen Arbeitnehmer widerspricht. „Bei uns schlafen die Mitarbeiter zuhause, zumindest die, die das so wollen“, sagt Steckenborn, der auf eine Art Regionalprinzip setzt. Kunden, die vor Ort Ansprechpartner haben und Angestellte, die unter der Woche nicht skypen müssen, um Frau und Kinder zu sehen, schätzen diese Vorteile. Virtuell und in der Cloud zentralisiert dürfen die hochmodernen IT-Infrastrukturen sein, die Cema gemeinsam mit IBM, HP oder anderen Partner wie Citrix, VMware oder Wyse anbietet. Aber die eigenen Mitarbeiter samt Büro in die Cloud auszulagern, das kommt für Cema nicht in Frage. „Unsere Standorte haben eine Seele und sind eine Heimat für Cema-Mitarbeiter“, spricht der bodenständige, in der Pfalz verwurzelte Unternehmer.

Doch das Regionalprinzip allein hilft noch nicht. Steckenborn setzt bei der Mitarbeiterakquise schon seit Jahren auf enge Zusammenarbeit mit Hochschulen und beschäftigt eineinhalb Vollzeitkräfte für die Suche nach Kandidaten, interner Aus- und Weiterbildung sowie Trainings im Rahmen eines High-Potential-Programms für künftige Führungskräfte.

Insbesondere von IBM kommt hier viel Know-how zu Cema und anderen IBM-Partner, lobt Steckenborn Big Blue. Doch der Manager, der auch im deutschen Händlerbeirat von HP sitzt, kann die Farbe auf ein Stichwort hin schnell wechseln. Wenn man ihn auf die Gewerbesteuererhöhung der Stadt Mannheim anspricht, leuchtet sein Kopf so rot wie die LEDs der einwandfrei funktionierenden Festplatten in HPs neuen Proliant-Servern. Nur mit dem Unterschied, dass man diese Gesichtsfarbe eines Unternehmers tunlichst als Warnsignal für mögliche Auswanderungspläne erkennen sollte – trotz Liebe zur Heimat und Region. ?

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