Sender-Management auf SMNP-Basis SWR-Radio bereitet sich auf das Ende von UKW vor
Seit Anfang 2009 ist terrestrisch nur noch digitales Fernsehen empfangbar. Ab 2015 soll auch UKW durch digitale Übertragung abgelöst werden. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten müssen in der Übergangsphase analoge Technik noch parallel betreiben. Dafür rüstete der Südwestrundfunk mit einer Netzwerk-Management-Umgebung auf SNMP-Basis auf.
Anbieter zum Thema
Der SWR versorgt ein Sendegebiet mit insgesamt knapp 15 Millionen Menschen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die wenigsten Zuhörer beziehungsweise Zuschauer sind sich bewusst, welche organisatorischen und technischen Herausforderungen ein Medienunternehmen dieser Größe zu bewältigen hat. Ungefähr 150 Senderstandorte mit einer großen Anzahl an Sendern und technischen Systemen müssen vom SWR ständig überwacht und gewartet werden. Der SWR nutzt dazu unter anderem ein so genanntes Fernwirksystem. Durch die Zusammenführung von SDR und SWR vor elf Jahren sind sogar zwei unterschiedliche Systeme vorhanden. 2002 entschied sich der SWR, eine einheitliche Plattform zur Netzüberwachung zu verwirklichen. Sie sollte die klassische Technik durch eine auf dem Simple Network Management Protocol (SNMP) basierende Überwachung ersetzen.
Der Startschuss für die Umsetzung fiel 2006. Von Beginn an leitet Michael Schnaithmann, Abteilung Technische Planung und Projektmanagement beim SWR, das Projekt. Die Kollegen Lothar Schmidt und Matthias Räuchle, sowie Erhard Knopf aus der Betriebsabteilung vervollständigen das Projektteam.

Die wichtigste Forderung im Rahmen des Gesamtprojektes war die durchgängige Sendernetzüberwachung mittels eines SNMP-fähigen Management-Systems und damit die Ablösung der beiden bisherigen Systeme. Gefordert wurde die einheitliche Abbildung aller Netzwerk- und Senderkomponenten. Das neue Konzept sollte darüber hinaus die digitalen Sendeeinrichtungen (DAB, DVB-T, etc.) berücksichtigen. Darüber hinaus legte Schnaithmann großen Wert auf die Verbesserung der Dokumentation und der Fehlerauswertung durch die Einführung von Filter-, Report- und Analysewerkzeugen. Durch die Integration eines Trouble-Ticket-Systems strebte das Team die Verkürzung der Reaktionszeiten bei Störungen an.
Umfassende Erfahrung
Umfassende Erfahrung

Als Sieger der Ausschreibung im April 2006, sowie eines anschließenden Auswahlverfahrens ging die Firma Controlware hervor. Der Systemintegrator aus Frankfurt überzeugte den SWR mit einem leistungsfähigen technologischen Ansatz. Schnaithmann erklärt: »Die Controlware-Lösung arbeitete schnell, effizient und zuverlässig. Nur relevante Fehlermeldungen wurden gespeichert. Auch die uneingeschränkte SNMP-Fähigkeit der eingesetzten Datenbank war ausschlaggebend.« Einen weiteren Pluspunkt sammelte der IT-Dienstleister mit seinen umfassenden Erfahrungen im Bereich Sendeanstalten. Eine grundlegende Vorgabe des SWR war, das technische Anpassungen vom Technik-Team des SWR selbst vorgenommen werden können.
Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr, über den Weg vom Pilotprojekt bis hin zur offiziellen Inbetriebnahme.
(ID:2018874)