Effizientere Kanzlei-Prozesse über Online-Portal Steuerberater gehen in die Cloud
Schneller, günstiger und sicherer: Für die Kommunikation zwischen Steuerberatern, Mandanten und Behörden hat Softwarehersteller Addison eine Cloud-Plattform entwickelt. Softwarepartner können das Portal als Vertriebsplattform für ihre ergänzenden Applikationen nutzen.
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Da wäre die Sache mit der Verdienstbescheinigung, die Ralf Gärtner, Geschäftsführer von Addison Software und Service GmbH, beispielhaft dafür aufführt, dass die IT- und insbesondere die Softwarebranche Effizienz heute völlig neu definiert. Berechnen, ausdrucken, verschicken, archivieren: Rund zehn Euro monatlich muss ein Steuerberater seinem Firmenkunden für die Gehaltsabrechnung eines Mitarbeiters in Rechnung stellen, damit er rentabel arbeiten kann. Mit der vollständigen Umstellung auf elektronische Kommunikation aller Belege und Informationen könnte der Preis auf einen bis 1,50 Euro sinken, sagt der ehemalige Vorstand von SoftM und Comarch. Es sind solche Kostenvorteile, die den Wandel „weg von prozessorientierten Softwaresystemen hin zu Cloud Computing“ vorantreiben, ist sich Gärtner sicher. Die „neue Ära der Kommunikation“ zwischen Steuerberatern und ihren Mandanten hat das zum Wolters Kluwer-Konzern gehörende Tochterunternehmen Addison mit seinem Online-Portal für Steuerberater eingeläutet.
Datendrehscheibe
Die Cloud-Lösung von Addison ist neben der elektronischen Belegabwicklung auch eine Datendrehscheibe, die entsprechende Informationen an Sozialkassen und Krankenversicherungen weiterleitet. Weitere Funktionen wie Online-Kassenbuch, Lohnvorerfassung oder ein Fakturierungsprogramm sind integriert. Scan-to-Cloud, also die elektronische Belegerfassung, ersetzt den Weg zum Steuerberater und dicke Leitzordner. Ab April soll diese Funktion möglich sein. Weitere Applikationen werden die Cloud-Lösung künftig ergänzen.
Gärtner ist davon überzeugt, dass immer mehr Steuerberater die Vorteile der Cloud erkennen. Die hohe Zahl der Registrierungen seit der Einführung des Cloud-Portals stimmt ihn zuversichtlich. Auch der Platzhirsch Datev hat in seine Rechenzentren und entsprechende Cloud-Dienste kräftig investiert. Was sowohl Addison als auch den Nürnberger Genossen der Datev aber noch gelingen muss: Nicht nur den Steuerberater mit in die Cloud zu nehmen, sondern auch seine Mandanten. Die Erfahrung aus einer anderen, mächtigen Datendrehscheibe, nämlich des gescheiterten Behördenportals ELENA (elektronisches Entgeltnachweis-Verfahren), zeigt auch, wie schwer es ist, gelernte Prozesse in die vernetzte Cloud-Welt zu überführen.
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