Multichannel ist Pflicht Stärken und Schwächen stationärer Läden

Autor Katrin Hofmann

Was schafft oder verhindert Frequenz im stationären Handel? Dieser erfolgskritischen Frage bei anhaltendem E-Commerce-Boom ist eine Studie auf den Grund gegangen.

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Es gibt durchaus noch Kunden, die sich beim Bummel durch die Einkaufspassagen und Ladenstraßen inspirieren lassen.
Es gibt durchaus noch Kunden, die sich beim Bummel durch die Einkaufspassagen und Ladenstraßen inspirieren lassen.
(Bild: © danr13 - Fotolia.com)

Man hätte meinen können, es sei das häufig erwähnte „Touch & Feel“-Erlebnis, das Kunden zu Händlern vor Ort treibt. Von wegen! Sie wollen sparen. Das wiederum verwundert auf den ersten Blick. Das überraschende Ergebnis der Studie offenbart nämlich: Kunden wollen Versandkosten sparen. Gemäß einer Umfrage der Hochschule Niederrhein und dem App- und Onlineangebot kaufDA unter deutschen Verbrauchern sagen 34 Prozent der Smartphone- und Tablet-Nutzer, dass sie deshalb ein Produkt schon einmal im Ladengeschäft eingekauft haben, nachdem sie es online ausgesucht hatten.

Hauptgründe für Vor-Ort-Kauf

Erst danach folgen mit je zwölf Prozent die Möglichkeit, das Produkt anzufassen und zu testen, und die sofortige Verfügbarkeit. Elf Prozent meinten, „flexibler bei der Selbstabholung“ zu sein, zehn Prozent nannten die Möglichkeit, das Produkt schneller zurückgeben zu können. Geringere Relevanz haben Gründe wie „War ohnehin in der Nähe des Händlers oder bei diesem“ oder „Wäre bei Anlieferung nicht zu Hause gewesen“.

Fragt man die Verbraucher aber danach, was ihnen bei stationären Händlern besonders wichtig ist – man also auf die Wünsche zielt – sieht das Ergebnis anders aus. Die „Verfügbarkeit“ nannten 46 Prozent der Befragten. Die Möglichkeit zur Retoure folgt mit 41 Prozent, das Erleben des Produktes kommt immerhin auf 41 Prozent. Dass der Händler nicht zu weit weg sein sollte, sagten 38 Prozent, das keine Wartezeiten bestehen 35 Prozent, und für 31 Prozent ist die Barzahlung wesentlich.

Welcher Händler? – Auswahlkriterien

Ähnliche Antworten lieferte auch die überschneidende Frage nach den Auswahlkriterien für einen Offline Store. In erster Linie zählt hier die Nähe, das sagten 56 Prozent. „Auffällig“ ist laut Studienautoren, dass auch der Preis hochrelevant ist, zumal er zweimal erwähnt wird. 46 Prozent der Befragten nannten einen „fairen Preis“, 37 Prozent einen „günstigen Preis“.

Warum im Internet kaufen?

Für Online-Angebote spricht aus Sicht von 53 Prozent der Befragten, dass dort die Bestellung und Anlieferung einfacher sei. 33 Prozent sehen keinen passenden Laden in ihrer Nähe. 29 Prozent sagten, bei Amazon gleich alles Benötigte einkaufen zu können. 18 Prozent bezeichneten die Befreiung von den Versandkosten als einen wesentlichen Grund, dass sie noch nie offline gekauft haben. Zu weite Wege nannten 17 Prozent. Dass jedoch auch stationäre Händler ohne Druck durch das Internet zum Zuge kommen können, zeigt folgendes Ergebnis: 17 Prozent „lassen sich lieber vor Ort inspirieren, ohne vorher online zu schauen.“

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