Es rappelt im ERP-Markt SoftM wird Trägermarke für polnische Comarch-Software

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Comarch verfolgt durch den Kauf von SoftM eine Wachstumsstrategie: Der Brand »SoftM« soll als Trägermarke für ERP-Software auch die Warenwirtschaft »Altum« in den hiesigen Markt bringen. Das Partnerprogramm wird aber vom Dresdner Comarch-Ableger aufgelegt.

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Mitte November 2008 wurden Börsianer, Analysten und die Presse von einer freundlichen Übernahme des Münchner ERP-Anbieters SoftM überrascht. Das polnische Software-Unternehmen Comarch S.A. erwarb über die hundertprozentige Tochtergesellschaft Comarch Software AG mit Sitz in Dresden die Mehrheit an den SoftM-Aktien. Die Polen kauften 1,75 Millionen Aktien von privaten Altaktionären im Wert von etwas mehr als sechs Millionen Euro.

Das Comarch-Gebäude wirkt wie eine Festung. (Archiv: Vogel Business Media)

Nun hat die hierzulande weniger bekannte, neue SoftM-Eignerin ins polnische Mutterhaus eingeladen, um deutschen Analysten und Medienvertretern einen Eindruck vom Konzern und der weiteren Vorgehensweise zu vermitteln.

Der erste Eindruck: Der Firmencampus der Comarch-Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Krakau erinnerte einige an eine Festung, die im Keller neben dem Datacenter auch ein Fitness-Studio sowie einen Pool für die Mitarbeiter beherbergt.

Der Comarch-Chef bohrt keine dünnen Bretter

Der Unternehmensgründer Professor Janusz Filipiak gründet, seit er Comarch im Jahr 1991 aus der Taufe hob, eifrig Niederlassungen, Tochterunternehmen und neue Business Units. Sein Wachstumskurs führte ihn bislang zu einem 3.500 Mitarbeiter-starken Software-Konzern, der im Jahr 2008 immerhin 185 Millionen Euro Umsatz generierte. Im Vergleich dazu: Die übernommene SoftM kam im selben Zeitraum auf 55 Millionen Euro.

Filipiak, der von vielen »der Professor« genannt wird, sagte auf der Veranstaltung: »Je älter ich werde, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass es wichtig ist, eine gute Strategie zu haben.« Seine Strategie für 2009 lässt sich wie folgt zusammen fassen: »Große Investitionen und Expansion in West- und Osteuropa sowie der Aufbau des Geschäfts in den Wachstumsregionen Vietnam und China.« Wie Filipiak betonte, ist auch Polen von den Lohnkosten her inzwischen kein günstiges Land mehr, so dass eine Expansion in Schwellenländer auch in Hinblick auf Human Capital wichtig ist. So kostet eine Arbeitsstunde im Bereich Software-Testing, die im Vergleich zur Programmierung noch relativ günstig ist, in Polen inzwischen rund 22 Euro. In Rumänien sind es 20 Euro, in Indien 14 Euro. In China sind es immerhin noch 12 Euro.

Lesen Sie im nächsten Teil, wie SoftM als Trägermarke für die Software Altum dienen soll.

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