Vom Informationsverlust zur Big-Data-Wertschöpfung So nutzen Unternehmen den Wert unstrukturierter Daten mit KI

Ein Gastbeitrag von Ralf Reich* 5 min Lesedauer

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In unserer datengesteuerten Welt bleibt ein Großteil der von Unternehmen verwalteten Informationen weitestgehend ungenutzt. Rund 90 Prozent der erfassten Daten sind unstrukturiert. Gerade diese Datenform bietet jedoch enormes Potenzial – wenn Unternehmen sie richtig zu nutzen wissen.

Mit einem entsprechenden Tool können unstrukturierte Daten effizient verwaltet werden.(Bild:  Iron Mountain)
Mit einem entsprechenden Tool können unstrukturierte Daten effizient verwaltet werden.
(Bild: Iron Mountain)

Unstrukturierte Daten bilden die Realität des Unternehmens ab, fallen rund um die Uhr an und stammen aus unzähligen Quellen. Sie liegen Unternehmen in einer Vielzahl von Formaten vor, von Texten und Bildern über Audio und Video bis hin zu Social-Media-Posts. Bis 2027 wird eine Menge der erstellten und replizierten Daten von bis zu 284 Zettabyte prognostiziert. Mit dieser replizierten Menge steigt auch die Menge der unstrukturierten Daten weiter.

Für wertschöpfungsorientierte Geschäftsmodelle sind unstrukturierte Daten von unschätzbarem Wert: Sie erhalten detaillierte und komplexe Informationen, die strukturierte Daten nicht bieten können. Strukturierte Daten sind bereits in eine bestimmte Form gebracht und für Geschäftsanwender:innen einfach nutzbar. Allerdings schränken der vordefinierte Zweck und das Format ihre Verwendungsmöglichkeiten stark ein. Unstrukturierte Daten hingegen werden in ihrem nativen Format gespeichert. Dadurch können sie einfach und schnell angehäuft werden und bieten einen größeren Pool an Anwendungsmöglichkeiten, da der Zweck der Daten anpassbar ist.

Allerdings erforderten sie bisher intensive Analysen und Interpretationen von Datenspezialisten, um ihren tatsächlichen Mehrwert zu realisieren. Nutzer:innen ohne Spezial-Know-how können unstrukturierte Daten kaum interpretieren. Aber auch IT- und Datenentscheidungsträger stehen weltweit vor der Herausforderung, sinnvoll auf unstrukturierte Daten zuzugreifen, relevante und qualitativ hochwertige Inhalte zu identifizieren und diese sicher sowie regelkonform zu speichern.

Mit generativer KI den Wert unstrukturierter Daten freisetzen

Im Kontext generativer Künstlicher Intelligenz (KI) und Maschine Learning (ML) erkennen Firmen zunehmend das Potenzial hinter unstrukturierten Daten bewusst. KI und ML ermöglichen es, große Datenmengen automatisch zu verarbeiten sowie zu strukturieren. Während die Diskussion über Big Data und unstrukturierte Daten in der Informations- und Technologiebranche bereits seit über einem Jahrzehnt läuft, haben Fortschritte in der generativen KI es Unternehmen erleichtert, den Wert dieser Daten zu erschließen.

Fortschrittliche intelligente Dokumentenverarbeitung (Intelligent Document Processing; kurz: IDP) ermöglicht es, Daten zugänglich und nutzbar zu machen und sicher sowie konform zu speichern. Natural Language Processing (NLP) klassifiziert Dokumente in vordefinierte Kategorien, indem der Inhalt und die Textzusammenhänge erfasst werden. So können die in den Dateien enthalten Informationen exakt extrahiert und zwischen den Dateien Verknüpfungen hergestellt werden. Dies erleichtert es Unternehmen, einen umfassenden Überblick zu behalten, manuelle Aufwände zu reduzieren, die Effizienz zu steigern und strategische Initiativen voranzutreiben.

Zugänglichkeit im Fokus: Warum Daten digital bereitstehen müssen

Für den Erfolg von KI-Initiativen sind die Digitalisierung von Unternehmensinformationen sowie eine einheitliche Asset-Strategie entscheidend. Während ein Großteil der Daten bereits digital vorliegt, sind viele Informationen noch in (Alt-)Systemen oder analogen Formaten wie Papier oder Film gespeichert. Um alle Daten automatisiert analysieren zu können, müssen diese Informationen bedarfsgerecht digitalisiert und zentral verwaltet werden.

Dies muss allerdings nicht mit einem Mal geschehen: Eine vollumfängliche Digitalisierung ist nicht nur selten zielführend. Mit Lösungen wie „Image on Demand“ können Papierunterlagen schrittweise elektronisch erfasst und die physische mit der digitalen Welt sukzessive miteinander verknüpft werden. Eine durchdachte Digitalstrategie gewährleistet dabei die Dokumenten- und Informationssicherheit und berücksichtigt die sichere Entsorgung von Papierdokumenten.

Um eine einheitliche Asset-Strategie und damit einen nachhaltigen Informationsfluss im Unternehmen erfolgreich umzusetzen, ist außerdem eine robuste IT-Infrastruktur nötig. Diese muss eine nahtlose Integration von Datenquellen und Tools ermöglichen, damit Informationen schnell und präzise verfügbar sind.

Mit maßgeschneidertem Tool komplexe Informationsökosysteme vereinfachen

Traditionelle Datenmanagementprozesse sind oft unzureichend, um die Menge dieser Informationen zu bewältigen und effizient zu verarbeiten. Umfassende Software-as-a-Service-Lösungen können helfen, den digitalen Informationslebenszyklus zu steuern. Sie vereinfachen komplexe Informationsökosysteme in Unternehmen, indem sie physische Informationen digitalisieren, Arbeitsabläufe automatisieren und Informationsmanagement-Fähigkeiten verbessern.

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Um KI-fähig zu werden, ist eine skalierbare Plattform erforderlich, um unstrukturierte Inhalte zu integrieren und zu verarbeiten, damit sie in bestehende Systeme aufgenommen werden können. Dabei sind IDPs Teil der Lösung, diese Informationen zu extrahieren, zu klassifizieren und nutzbar zu machen. So werden physische und digitale unstrukturierte Informationen in strukturierte, verwertbare Daten umgewandelt, die in integrierten Geschäftsanwendungen sowie als Grundlage für KI-Initiativen verwendet werden können. Vorgefertigten Konnektoren, Arbeitsabläufe und Metadaten-Tagging erleichtern das Suchen, Kategorisieren und Aktivieren von Daten.

Außerdem gilt es darauf zu achten, ein Low-Code-Lösungsdesign zu wählen. Dieses ermöglicht es, benutzerdefinierte automatisierte Arbeitsabläufe intuitiv durch Drag-and-drop-Funktionen zu erstellen. Dies erleichtert es Organisationen, sich flexibel an sich ändernde Geschäftsanforderungen anzupassen, verkürzt die Entwicklungszeit, senkt die Kosten und beschleunigt Innovation.

Mit einem entsprechenden Tool können Unternehmen Aufgaben wie die Einarbeitung und Compliance-Prüfungen vereinfachen. Gleichzeitig schafft das Datenmanagement-Tool Freiräume und wertvolle Zeit für Mitarbeiter:innen. Wenn sie von repetitiven Tätigkeiten und der Suche nach den passenden Daten befreit sind, können sie sich noch besser auf kreative Tätigkeiten, Innovation und strategisches Wachstum zu konzentrieren.

Erfahrene Partner als Schlüssel zu innovativem Informationsmanagement

Um das volle Potenzial aller Unternehmensdaten auszuschöpfen, können erfahrene Partner eine maßgebliche Unterstützung sein. Sie helfen, die jeweilige Situation konkret zu erfassen und Lösungen bedarfsgerecht umzusetzen. Die Wahl des richtigen Tools macht Assets zugänglich und KI-fähig, automatisiert Workflows und sorgt für die Einhaltung von Audit-Vorschriften. Die kürzlich erschienene Iron Mountain InSight Digital Experience Platform (DXP) wäre ein solches Tool. Damit verwandelt der Spezialist für Archivierungs- und Digitalisierungslösungen physische und digitale, strukturierte und unstrukturierte Informationen von ungenutztem Potenzial in wertvolle, umsetzbare Leistung.

Ralf Reich, Commercial Vice President Northern Europe bei Iron Mountain.(Bild:  Iron Mountain)
Ralf Reich, Commercial Vice President Northern Europe bei Iron Mountain.
(Bild: Iron Mountain)

* Der Autor: Ralf Reich verantwortet als Commercial Vice President Northern Europe das Geschäft von Iron Mountain im DACH-Raum, Nordics und Polen. Er hat über 30 Jahre Erfahrung in der IT-Branche. Seine Karriere begann er bei IBM und Hewlett-Packard in den Bereichen IT-Services und strategisches Outsourcing. Später wechselte er zu Wipro und Softserve.

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