Eine Befragung von SAP-Experten in der DACH-Region seitens Valantic zeigt unter anderem, dass die Skepsis gegenüber der Cloud schwindet. Gleichzeitig nimmt die Nutzung der Private Cloud stark zu. Außerdem werden Zukunftsthemen wie Process Mining und Conversational AI intensiv diskutiert.
Die Befragung von SAP-Experten in der DACH-Region seitens Valantic ergab: Die Umstellung auf S/4HANA ist in vollem Gang. 21 Prozent der befragten Unternehmen haben die Transformation bereits abgeschlossen.
(Bild: putilov_denis - stock.adobe.com)
Das Digital Solutions-, Consulting- und Software-Haus Valantic fragt im Jahresturnus seit 2018 SAP-Experten aus der DACH-Region nach dem Stand der Dinge in puncto S/4HANA-Migration, Investitionsabsichten, präferierten Technologien und Business-Chancen. Durch den Vergleich der Umfrage-Ergebnisse zielt Valantic darauf ab, Langfrist-Trends zu erkennen und Entwicklungen abzuschätzen. Im Folgenden lesen sie die wichtigsten Eckpunkte der Studie im Schnelldurchlauf.
Abgeschlossene SAP S/4HANA Migration
Die Migration auf SAP S/4HANA bleibt für die SAP-Anwenderunternehmen der DACH-Region ein strategisches Thema. Insgesamt ein gutes Fünftel (21 %) hat den Migrationsprozess bereits abgeschlossen und arbeitet produktiv mit S/4HANA. Drei Viertel haben die digitale Transformation auf SAPs Zukunftsplattform aber noch vor sich. Das Migrationstempo hat mit Blick auf den Jahresvergleich leicht abgenommen. Nach Einschätzung von Valantic liegt dies unter anderem an der brisanten geopolitischen und finanziellen Lage der letzten Jahre, in welcher sich viele Unternehmen befunden haben.
Migrationsmethodiken
Bei SAP S/4HANA handelt sich um die nächste Generation des SAP Business Suite ERP (Enterprise Resource Planning), das auf der SAP HANA In-Memory-Datenbank basiert. Ein „S/4HANA-Ansatz“ bezieht sich in der Regel auf die Strategie oder Methode zur Implementierung oder Migration zu S/4HANA in einem Unternehmen. Es gibt verschiedene Ansätze, die ein Unternehmen wählen kann, einschließlich:
Greenfield-Ansatz: Hierbei handelt es sich um eine völlig neue Implementierung von S/4HANA, bei der die bestehenden Prozesse und Systeme nicht berücksichtigt werden. Dies kann eine gute Wahl sein, wenn das aktuelle System stark veraltet ist oder nicht den Anforderungen des Unternehmens entspricht.
Brownfield-Ansatz (oder Conversion/Upgrade): Bei diesem Ansatz wird das bestehende SAP-ERP-System in S/4HANA konvertiert. Dies kann eine kosteneffektive Methode sein, insbesondere wenn das Unternehmen seine aktuellen Prozesse beibehalten möchte.
Bluefield-Ansatz: Dieser Ansatz kombiniert Elemente der Greenfield- und Brownfield-Ansätze. Unternehmen können auswählen, welche Teile ihres bestehenden Systems sie behalten und welche sie neu gestalten möchten. Dieser Ansatz bietet ein hohes Maß an Flexibilität und Kontrolle.
Die Mehrzahl der Unternehmen (39,7 %) gibt Brownfield-Ansätzen in unterschiedlicher Ausprägung den Vorzug, also einer zunächst eher technischen Migration auf S/4HANA mit leichten bis hin zu ausgeprägteren Verbesserungs- und Optimierungsinitiativen. Aber auch der Greenfield-Ansatz erfreut sich, nach einem kleinen Rückgang im Vorjahr, wieder deutlich steigender Beliebtheit (27,6 %).
Durchbruch für die Cloud
Die Cloud-Initiative „RISE with SAP“ wuchs im Bekanntheitsgrad von 69,1 Prozent im Vorjahr auf 75,8 Prozent in 2023. Einen großen Sprung machte diesbezüglich auch das Private-Cloud-Angebot der Walldorfer. Dieses wuchs von 41,8 Prozent im Vorjahr auf 72,7 Prozent. Für Valantic ist dies ein Indiz dafür, dass die Skepsis gegenüber dem Deployment-Modell Cloud in diesem Jahr erstmals erkennbar und deutlich nachlässt.
Die SAP Business Technology Plattform (BTP) scheint bei den DACH-Unternehmen dagegen noch nicht vollumfänglich angekommen zu sein. Knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer hat die BTP im Einsatz (34 %) oder ist mit der Einführung beschäftigt (13 %); die andere Hälfte lässt bislang die Finger davon. Als Hauptgrund gaben 64 Prozent der Befragten an, sich noch nicht ausreichend mit der SAP BTP beschäftigt zu haben. Auch geschätzte hohe Kosten halten knapp 18 Prozent der Umfrageteilnehmer von der Einführung ab.
Automatisierungstrends in der SAP Community
Im Vergleich zu den Vorjahren verliert der Geschäftsbereich Finance & Controlling, der Automatisierungsspitzenreiter des Jahres 2022, relativ gesehen an Boden (von 87,2 % in 2022 auf 69,8 % in 2023). Markant zugelegt haben dagegen Projekte im Bereich Logistik, wo das zweithöchste Automatisierungspotenzial gesehen wird (von 46,8 % in 2022 auf 67,4 % in 2023).
Einkauf und Sales liegen weitgehend unverändert gleichauf. Nach Einschätzung von Valantic findet die Automatisierung nicht mehr nur in den „naheliegenden“ und vermeintlich einfacheren Prozessschritten statt, sondern hält auch in komplexere Bereiche als relevanter Bestandteil prozessualer Lösungsarchitekturen Einzug.
Conversational AI, ChatGPT und Process Mining
Im Vorjahresvergleich deutlich zugelegt hat auch das Interesse an Conversational AI/Chatbots, das aktuell bei knapp 30 Prozent liegt. Nach dem Megahype, den ChatGPT seit November letzten Jahres weltweit ausgelöst hat, beginnen DACH-Unternehmen nun, belastbare Business-Szenarien für den Einsatz der Sprachmodelle zu evaluieren – offensichtlich mit Erfolg
Damit zusammenhängend sehen über 75 Prozent der Umfrageteilnehmer in Process Mining einen großen Mehrwert für ihr Unternehmen. Damit gemeint ist ganz besonders eine hohe Prozesstransparenz,-standardisierung und Prozessdigitalisierung. Mit dieser Technologie verschaffen sich die Unternehmen einen Überblick über die teils sehr umfangreichen Prozesslandschaften und starten dann Verbesserungsmaßnahmen. Im Fokus stehen dabei zurzeit die Geschäftsbereiche Vertrieb, Finance & Controlling, die Logistik und der Einkauf. Überhaupt gar nicht an der Technologie interessiert ist nur eine kleine Minderheit von 21 Prozent.
Stand: 08.12.2025
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In Process-Mining-Projekten zum Einsatz kommen die Plattform und die Tools der SAP-eigenen Signavio (38,1 %). Unternehmen arbeiten aber auch mit der Münchener Process-Mining-Spezialistin Celonis (28,6 %) und dem Prozessautomatisierer UiPath (11,9 %) zusammen, um ihre Geschäftsprozesse zu digitalisieren, zu optimieren und die damit verbunden Zeit- und Effizienzgewinne entlang der Prozess- und Wertschöpfungskette zu erzielen.