Wenn Facility Management und Property Management verschmelzen Smarte Gebäude benötigen intelligente Netzwerke

Ein Gastbeitrag von Christian Rannetshauser 5 min Lesedauer

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Intelligente bzw. smarte Gebäude brauchen auch intelligente Netzwerke, mit denen sich IT- und OT-Technologien über ein einziges konvergentes IP-Netzwerk betreiben lassen. Denn erst die Gebäudeleittechnik und das konvergierte Netzwerk machen ein Gebäude intelligent.

Christian Rannetshauser von Allied Telesis sagt, dass ein zuverlässiges, konvergentes Datennetzwerk, das sowohl die IT- als auch die OT-Systeme integriert, unerlässlich ist, um eine optimale Gebäudeleistung zu erreichen.(Bild:  Carmen Lindemann HUMAN IN TIME - Allied Telesis)
Christian Rannetshauser von Allied Telesis sagt, dass ein zuverlässiges, konvergentes Datennetzwerk, das sowohl die IT- als auch die OT-Systeme integriert, unerlässlich ist, um eine optimale Gebäudeleistung zu erreichen.
(Bild: Carmen Lindemann HUMAN IN TIME - Allied Telesis)

Moderne Gebäude sind heutzutage weit mehr als einfache, große Behausungen für Menschen als Arbeitsplatz oder Zuhause. Denn sie liefern einen wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden. Man denke nur daran, wenn Beleuchtung, Heizung oder Belüftung nicht funktionieren. Gleichzeitig bieten sie den Menschen Schutz und Sicherheit.

Ging es in der Vergangenheit bei Gebäuden wohl eher darum, welche Kosten und welchen Nutzen sie durch Aufzüge, Isolierung, etc. liefern, spielen mittlerweile auch Themen wie die CO2-arme (oder gar freie) Heizung, moderne Haustechnik und Energiesparen durch den Einsatz von IoT-Devices eine immer größere Rolle. Gerade der letzte Aspekt zur Optimierung der Bequemlichkeit bei gleichzeitiger Reduzierung des Energieverbrauchs wird immer wichtiger.

Wie wichtig, zeigt sich an den Angaben der Experten des Marktforschungsunternehmens Gartner. Den Analysten zufolge werden die IoT-Ausgaben für intelligente Gebäude bis 2030 voraussichtlich 108 Milliarden US-Dollar erreichen. Daher ist es offensichtlich, dass die Nachfrage nach energieeffizienten Gebäuden mit fortschrittlichen Systemen für Sicherheit, Beleuchtung, Brandschutz, Sanitäranlagen, Heizung, Lüftung und Klimatisierung (mittlerweile oft HVAC abgekürzt für Heat, Ventilation, Air Conditioning) usw. steigen wird. Es ist jedoch entscheidend, dass die verschiedenen Elemente eines Gebäudes gut zusammenarbeiten, um den optimalen Nutzen des IoT-Einsatzes zu erreichen. Damit dieses Zusammenspiel bestmögliche Ergebnisse liefert, ist ein Faktor von besonderer Bedeutung, der vielleicht zu oft als selbstverständlich betrachtet wird: Ein sicheres Netzwerk.

Gebäudemanagementsystem

In vielen Gebäuden können die Facility Manager nicht effizient auf alle Systeme von einem Gerät oder Standort aus zugreifen. Dies beeinträchtigt ihre Fähigkeit, die Anlage auf dem erwarteten Leistungsniveau zu halten. Um dieses Problem zu lösen, verfügt eine wachsende Zahl moderner Gebäude über ein zentrales Gebäudemanagementsystem (Building Management System, BMS). Das BMS ist eine Lösung aus mehreren Komponenten, die Informationen über das Gebäude und seine verschiedenen Systeme sammeln und verarbeiten. Die Facility Manager nutzen die Informationen des BMS, um den aktuellen Status des Gebäudes zu bewerten und Entscheidungen zur Optimierung der Umgebung für die Bewohner oder Mitarbeiter zu treffen.

Intelligente Netzwerke für intelligente Gebäude

Doch um die Daten zu erfassen und zu sammeln, benötigen diese intelligenten Gebäude auch intelligente Netzwerke, die in der Lage sind, IT- und OT-Technologien über ein einziges konvergentes IP-Netzwerk zu betreiben. Und erst die Gebäudeleittechnik und das konvergierte Netzwerk machen ein Gebäude intelligent, indem sie das Facility Management und das Property Management miteinander verknüpfen. Dadurch können diese bisher getrennten Systeme miteinander verbunden und zentral verwaltet und optimiert werden.

Sicher und geschützt

Aber weil auch OT-Geräte von der IT abhängig sind, steigt die Gefahr digitaler Attacken, da die Kombination beider Welten aufgrund der größeren Angriffsflächen mehr Risiken ausgesetzt ist. Durch den Betrieb beider Netzwerke über ein konvergentes Netzwerk, das von der IT-Abteilung geschützt wird, kann eine Art sich „selbstverteidigendes Netzwerk“ entstehen, das sich selbst gegen interne und externe Bedrohungen zur Wehr setzt. Das ist deshalb notwendig, da Bedrohungen der Cybersicherheit häufig schwierig zu erkennen sind; da sie jedoch die Funktionsweise des BMS beeinträchtigen (können), stellen digitale Risiken unmittelbar auch eine Gefahr für Nutzer und Bewohner des Hauses dar.

Um diesen Risiken zu begegnen, verfügen moderne, konvergierte IP-Netzwerke für intelligente Gebäude über ein Netzwerksicherheitssystem, das auf ungewöhnliche Aktivitäten achtet. Dazu gehören unter anderem wiederholt fehlgeschlagene Benutzeranmeldungen, Anmeldungen über ungewöhnliche Endgeräte, ungewöhnliche Benutzerbewegungen, Datenlecks und abnormale Netzwerkaktivitäten.

Wichtig ist dabei, dass (vermeintlich oder tatsächlich) korrumpierte Geräte oder andere Ressourcen im Netzwerk in Echtzeit isoliert werden können. Dies gibt den Security-Teams, der IT-Abteilung oder dem Management genügend Zeit, das Problem zu untersuchen und zu beheben – wohl gegenwärtig die bestmögliche Option für die Sicherheit und Integrität eines modernen, intelligenten Gebäudes.

Darüber hinaus kann ein BMS in das Sicherheitssystem eines Gebäudes integriert werden, um Bedrohungen zu erkennen und automatisch darauf zu reagieren, beispielsweise bei einem Einbruch, einem Brand oder bei Überschwemmung.

Intelligente Optimierung

Neben der verbesserten Sicherheit ermöglicht das BMS den Facility Managern eine verbesserte Verwaltung der zugrundeliegenden Infrastruktur und der angeschlossenen Systeme. Ein automatisiertes und reaktionsschnelles BMS kann die Umgebungsbedingungen im Gebäude basierend auf der Nutzung ändern. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass alle Systeme mit optimalen, dynamisch angepassten Werten betrieben werden.

Das Ziel besteht darin, den Gesamtenergieverbrauch des Gebäudes zu reduzieren, die Energiekosten zu senken und die CO2-Emissionen sowie die Umweltbelastung zu verringern. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Mieter bereit sind, im Durchschnitt 20 Prozent mehr für das Wohnen in einem intelligenten Gebäude zu zahlen, und energieeffiziente Gebäude einen um 17 Prozent höheren Verkaufspreis erzielen, 35 Prozent höhere Mieteinnahmen generieren und eine 18 Prozent höhere Belegungsrate aufweisen.

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Ein einziges konvergentes IP-Netzwerk, das gut geschützt und für alle Gebäude- und Geschäftssysteme zugänglich ist, ermöglicht auch eine effizientere Ressourcennutzung. Es bietet nicht nur Konnektivität für die Mitarbeiter, sondern ermöglicht auch den Anschluss von Sensoren und anderen Geräten, die Daten für das Gebäudemanagementsystem liefern. Dadurch können die gleichen Geräte für mehrere Zwecke genutzt werden, was den ROI (Return on Investment) erhöht und die Betriebskosten senkt.

Das Datennetzwerk kann auch automatisiert werden, um den Zeitaufwand, die Kosten und das Risiko menschlicher Fehler bei Wartung, Upgrades und anderen regelmäßigen Aufgaben zu verringern. Netzwerkgeräte können zudem automatisch abgeschaltet werden, um den Energieverbrauch zu senken oder die Leistung bei hoher Auslastung zu steigern.

Dashboards liefern Übersicht

Einer der Vorteile eines konvergenten Netzwerks ist, dass der Fluss von Daten über ein solches Netzwerk leicht auf einem einzigen Dashboard dargestellt werden kann. Dadurch können intelligente, regelbasierte Änderungen an den Einstellungen eines Gebäudes vorgenommen und vorausschauende Wartungsentscheidungen auf Grundlage von Echtzeitdaten getroffen werden. Dieser Ansatz bietet einen großen Vorteil in intelligenten Gebäuden, da die Integration zwischen den verschiedenen Systemen hauptsächlich auf Netzwerkebene erfolgt.

Fazit

Moderne Gebäude, ihre Nutzer und Bewohner haben vielfältige Bedürfnisse, wie ein effizientes Energiemanagement, einen geringeren Energieverbrauch und ein hohes Maß an Sicherheit. Ein zuverlässiges, konvergentes Datennetzwerk, das eine Vielzahl von Informationen von zahlreichen Endgeräten und Systemen an die Gebäudeleittechnik liefert, ist unerlässlich, um eine optimale Gebäudeleistung zu erreichen. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass es auch des entsprechenden Know-hows bedarf, um auf Basis umfangreicher Erfahrung mit Technologien der Gebäudeleittechnik, -Systemen und -Protokollen optimale Ergebnisse zu erzielen.

Christian Rannetshauser.(Bild:  Carmen Lindemann HUMAN IN TIME - Allied Telesis)
Christian Rannetshauser.
(Bild: Carmen Lindemann HUMAN IN TIME - Allied Telesis)

Über den Autor

Christian Rannetshauser ist Vice President European Channel Management & Director Regional Sales bei Allied Telesis.

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