IT-Security 2023 Sicherheitsstrategie: Das sollte man wissen – Teil 1

Von Barbara Gribl 3 min Lesedauer

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Sicherheit in den Alltag zu integrieren, stellt Unternehmer vor einen großen Berg an neuen Anforderungen. Was brauche ich aus technologischer, rechtlicher und strategischer Sicht? Die wichtigste Voraussetzung ist schon mal erfüllt: das richtige Mindset.

IT-Security aktuell: Neues steht in den Startlöchern, Altes auf dem Prüfstand. Sicherheitsspezialisten entdecken neue Umsatznischen, doch dazu braucht es einen Fahrplan. Allmählich kommt der Stein ins Rollen.(Bild:  Elnur - stock.adobe.com)
IT-Security aktuell: Neues steht in den Startlöchern, Altes auf dem Prüfstand. Sicherheitsspezialisten entdecken neue Umsatznischen, doch dazu braucht es einen Fahrplan. Allmählich kommt der Stein ins Rollen.
(Bild: Elnur - stock.adobe.com)

Geschäftsführer haben im Alltag einige Hürden zu meistern. IT-Security ist eine neue, enorm anspruchsvolle Herausforderung, die zwangsläufig auf der Prio-Liste ganz weit nach oben rutschte. Die geopolitische Situation seit Beginn des Ukraine-Kriegs machte das Thema IT-Sicherheit brisanter. Zudem werden Angriffe in kreativsten Ausführungen immer raffinierter.

Wir waren zwar nicht so stark betroffen, wie anfangs befürchtet. Dennoch haben wir einiges an Attacken mitbekommen, insbesondere in Sachen Ransomware.

Dr. Gerhard Schabhüser, BSI

„Zudem bringen Innovationen in puncto Künstlicher Intelligenz (KI), Sprachmodelle, ChatGPT oder Erweiterungen durch 5G und 6G große Chancen, aber eben auch große, mögliche Gefahren“, sagt Dr. Gerhard Schabhüser, Vizepräsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), in seiner Eröffnungsrede beim IT-Sicherheitskongress des BSI.

Es gilt, technologische Neuheiten – die derzeit bekannteste ist wohl ChatGPT – genauer zu beleuchten und die aktuellen Sicherheitsanforderungen im Blick zu behalten. Zu letzteren gehört auch die Gesetzeslage in Bezug auf die IT, in der sich einiges tut. NIS2, Cyber Resilience Act und Cyberversicherungen sind hier Stichworte. Über alle Sachlagen und Verteidigungsmöglichkeiten tiefgreifend informiert zu sein, ist komplex. Einer Sache sollte man sich als Unternehmer bewusst sein: „Seien Sie vorbereitet! Und setzen Sie Maßnahmen um, mit welchen Sie im Ernstfall aus der Krise mit wenig Schäden wieder herauskommen“, rät Schabhüser.

Vorbereitung ist die halbe Miete

Erfahrene IT-Sicherheitsexperten raten Unternehmen dringend dazu, sich gut vorzubereiten und Was-ist-wenn-Szenarien – im Falle eines Angriffs – konkret durchzuspielen. Wie reagiert man, um welche Schwachstelle handelt es sich, wie resilient ist man und welches Backup hat man?

Das Investment in IT-Sicherheit lohnt sich. Der Gedanke „Die Attacke wird schon an uns vorbeiziehen“ kann fatale Folgen haben. Dabei sind nicht alle Auswirkungen sichtbar.

Man unterscheidet zwischen sichtbaren und unsichtbaren Konsequenzen nach einem gelungenen Cyberangriff.

Eileen Walther, Country Managerin Deutschland bei Northwave

Dies zeigt eine Studie von Northwave, die die psychischen Folgen nach einem schweren Cyberangriff beleuchtet. „Neben den sichtbaren Auswirkungen, etwa dass die Sicherheitsspezialisten 12 bis 16 Stunden am Tag arbeiten und alle unter Adrenalin stehen, gibt es unsichtbare wie große Sorgen, schlaflose Nächte der Chefs, Schuldfragen und auch Verunsicherung bei den Mitarbeitern.“ Oft haben Betroffene, Mitarbeiter und Geschäftsführer nach einem Vorfall noch lange Zeit danach mit psychischen Folgen zu kämpfen – zeigen auch die Ergebnisse der Studie.

Ransomware und Phishing mit Rekordzahlen

Mit Blick auf die Zahlen in Bezug auf Ransomware- und Phishing-Angriffe sollte man Prävention ernst nehmen. Allein Barracudas „Ransomware Report 2023“ zeigt auf, dass mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen zweimal oder öfter Opfer einer Ransomware-Attacke wurde. 83 Prozent der Unternehmen sind bei einem Ransomware-Angriff auf die Zahlungsanforderungen eingegangen – belegt ein Bericht von ExtraHop. Dabei spielt nicht mehr allein sofortiges Verschlüsseln der Daten gegen Lösegeldforderung die Hauptrolle. Angreifer suchen gezielt nach personenbezogenen Daten, um den Druck zu erhöhen. Bei Missachtung der Datenschutzgrundverordnung droht den Unternehmen nämlich eine saftige Strafe.

Zunehmende Verbreitung von Malware

Verschiedene Malware-Varianten machten sich zudem breit, angeführt von der Wiper-Schadsoftware. Diese kann dafür sorgen, dass komplette Festplatten gelöscht werden. Versäumnisse in der Cybersicherheit seien nach wie vor unter anderem nicht behobene Sicherheitsschwachstellen wie ungepatchte Software. Auch die Zahlen der Phishing-Angriffe aus den vergangenen Monaten sind alarmierend. So zeigte die Threatlabz-Studie von Zscaler im stark betroffenen Bildungswesen einen Anstieg von 576 Prozent an. Der Vorsorge-Appell ist aber bei den meisten angekommen.

How do you eat an elephant? One bite at a time.

Englisches Sprichwort, zitiert von Markus Rex, General Manager Services bei Synaxon

Dieses englische Sprichwort lässt sich auf den Berg von Security-Anforderungen, vor dem Verantwortliche meistens stehen, gut übertragen. Die Antwort: Schritt für Schritt. „Man muss überhaupt erst einmal anfangen“, sagt auch Rex.

Mehr zum Blickfang von IT-Security 2023 finden interessierte Leserinnen und Leser in der Printversion des Channel Guides „IT-Security“ oder im E-Paper.

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