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Good-Morning-Editorial vom 24.07.2017

Sich selbst erhaltende Systeme

| Autor: Sylvia Lösel

Automatisch gelöschte E-Mails sorgen dafür, dass der Anwender den Papierkorb dursucht, um sicherzustellen, dass keine wichtigen Nachrichten gelöscht wurden.
Automatisch gelöschte E-Mails sorgen dafür, dass der Anwender den Papierkorb dursucht, um sicherzustellen, dass keine wichtigen Nachrichten gelöscht wurden. (Bild: Pixabay)

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„Insgesamt sind nur 35 Prozent der Unternehmensprozesse automatisiert. Darunter leiden auch Führungskräfte, die zwei Tage pro Woche für manuelle administrative Aufgaben verschwenden.“ Dieses Ergebnis einer ServiceNow-Studie überrascht mich nicht. Die Schlussfolgerung, dass Automatismen Abhilfe schaffen könnten, lässt bei mir allerdings den Gedanken aufkommen, dass die Branche ein ganz perfides, sich selbst erhaltendes System ist.

Natürlich könnten Automatismen beispielsweise dafür sorgen, dass mein Postfach schon bereinigt ist, bevor ich es jeden Morgen öffne. Statt 200 neuer Mails sind es dann vielleicht nur noch 20 – und im Idealfall sogar die richtigen 20. Aber soll man das wirklich glauben? Viel wahrscheinlicher ist doch, dass auch diese Software fehlerbehaftet ist. Während die wichtige Nachricht eines Kunden dann ungelesen im Papierkorb landet, gehen Meldungen zu ominösen Gewinnbenachrichtigungen durch.

Und was ist dann gewonnen? Der Anwender durchsucht sicherheitshalber auch noch den Papierkorb.

Meiner Meinung nach unterstützen derartige Automatismen dieses „sich selbst erhaltende System“ indem sie mit neuen Lösungen neue Probleme schaffen. Das provoziert bei mir „Ausbruchsgedanken“. Aber wie? Wieder auf Briefversand umsteigen, Schwarzes Brett statt Chat-Room? Haben Sie Antworten?

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