Übernahme im Cybersecurity-Markt ServiceNow will Cyber-Exposure-Management ausbauen

Von Elke Witmer-Goßner 2 min Lesedauer

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ServiceNow will seine Position im Cybersecurity-Markt deutlich stärken und übernimmt den Spezialisten Armis. Mit dem geplanten Zukauf für 7,75 Milliarden US-Dollar entsteht eine integrierte Plattform für Cyber-Exposure-Management und Sicherheitsoperationen.

Mit der Übernahme von Armis will ServiceNow eine einheitliche Sicherheitsplattform für die gesamte Angriffsfläche schaffen, die die Lücke zwischen dem Erkennen von Schwachstellen und deren Behebung schließt und so Milliarden von vernetzten Geräten autonom schützt.(Bild: ©  twindesigner - stock.adobe.com)
Mit der Übernahme von Armis will ServiceNow eine einheitliche Sicherheitsplattform für die gesamte Angriffsfläche schaffen, die die Lücke zwischen dem Erkennen von Schwachstellen und deren Behebung schließt und so Milliarden von vernetzten Geräten autonom schützt.
(Bild: © twindesigner - stock.adobe.com)

Mit der Übernahme von Armis erweitert ServiceNow sein Sicherheitsportfolio um umfassende Cyber-Exposure-Management-Funktionen. Armis ist auf die Erkennung und Absicherung von IT-Systemen, industriellen Anlagen, IoT- und medizinischen Geräten spezialisiert – also genau jenen Bereichen, die von klassischen Security-Tools häufig nur unzureichend erfasst werden. Gemeinsam wollen die Unternehmen eine durchgängige Sicherheits- und Operationsplattform schaffen, die Bedrohungen in Echtzeit sichtbar macht, Risiken bewertet und automatisierte Gegenmaßnahmen einleitet.

Wachstumstreiber KI und steigende Bedrohungslage

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Angriffsflächen durch den zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Laut ServiceNow wird das weltweite Budget für Informationssicherheit 2026 voraussichtlich auf 240 Milliarden US-Dollar steigen. Insbesondere KI- und generative KI-Anwendungen gelten als Treiber für neue Sicherheitsanforderungen.

ServiceNow will mit Armis die eigene Security-, Risk- und OT-Sparte ausbauen und Unternehmen dabei unterstützen, Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielt zu adressieren. Die Akquisition soll das Marktpotenzial von ServiceNow im Bereich Security und Risk mehr als verdreifachen und den Weg zu einer autonom agierenden, proaktiven Cyberabwehr beschleunigen.

Integration von Armis in die ServiceNow-Plattform

Technologisch ergänzt Armis die ServiceNow-Plattform um eine agentenlose, kontinuierliche Erkennung und Klassifizierung aller verbundenen Assets – einschließlich nicht gemanagter Geräte. Diese Daten werden mit der ServiceNow-CMDB (Configuration Management Database – eine spezielle Datenbank für die Konfigurationsverwaltung) und den KI-Funktionen der Plattform verknüpft, um Sicherheitsrisiken in einen geschäftlichen Kontext zu setzen. Sicherheits-Insights sollen automatisch an die zuständigen Teams weitergeleitet und Gegenmaßnahmen workflow-basiert ausgelöst werden. Ziel ist es, fragmentierte Sicherheitswerkzeuge durch eine zentrale, KI-native Plattform zu ersetzen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf cyber-physischen Umgebungen wie Fertigung, Energieversorgung und Gesundheitswesen. Hier sollen Unternehmen und öffentliche Einrichtungen in die Lage versetzt werden, Risiken nicht erst nach einem Sicherheitsvorfall zu adressieren, sondern proaktiv zu minimieren. Armis bringt dafür eine etablierte Plattform mit, die laut Unternehmensangaben bereits von mehr als 35 Prozent der Fortune-100-Unternehmen sowie zahlreichen Behörden und kritischen Infrastrukturen genutzt wird.

Strategische Bedeutung für ServiceNow

ServiceNow hatte im dritten Quartal 2025 erstmals die Schwelle von einer Milliarde US-Dollar jährlichem Vertragsvolumen im Bereich Security und Risk überschritten. Mit Armis will das Unternehmen diese Entwicklung beschleunigen und Sicherheit stärker als integralen Bestandteil seiner KI- und Workflow-Plattform positionieren. Beide Unternehmen betonen, dass moderne Cyberrisiken nicht mehr isoliert betrachtet werden können und Sicherheit cloud-, asset- und KI-übergreifend gedacht werden muss.

Die Transaktion soll vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 abgeschlossen werden. ServiceNow plant, den Kaufpreis aus vorhandenen Barmitteln und Fremdkapital zu finanzieren. Nach dem Closing wird das rund 950 Mitarbeitende starke Armis-Team Teil von ServiceNow.

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