Mitarbeiter-Sensibilisierung Security Awareness macht KMU weniger angreifbar

Von Ira Zahorsky 3 min Lesedauer

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Das BSI, die ENISA, Cybersecurity-Anbieter und Versicherungen warnen: KMU sind äußerst anfällig für Cyberangriffe – sind sich dessen aber oft nicht bewusst. Die existenzbedrohende Gefahr kann durch Security Awareness verringert werden.

Security-Awareness-Schulungen für Mitarbeiter sind ein wichtiger Baustein der Cyberresilienz, vor allem für KMU.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Security-Awareness-Schulungen für Mitarbeiter sind ein wichtiger Baustein der Cyberresilienz, vor allem für KMU.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

In Deutschland gibt es rund 3,5 Millionen KMU. Rund eine Million davon waren schon von Cyberangriffen betroffen. Schaut man sich nur die mittelständischen Unternehmen mit 50 bis 250 Mitarbeitenden an, waren es sogar 57 Prozent. Das geht aus der Forsa-UmfrageCyberrisiken im Mittelstand 2024“ im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. „Rund zwei Drittel der mittelständischen Unternehmen in Deutschland lassen die IT-Sicherheit schleifen“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Dennoch glaubt nur gut ein Drittel (34 %), selbst gefährdet zu sein, ergab die HDI-Cyberstudie 2024. Doch: „Auch Klein- und Kleinstunternehmen sowie Freiberufler werden für die Angreifer immer interessanter,“ stellt dazu Christian Kussmann, Vorstand Firmen und Freie Berufe der HDI Versicherung, fest. Und bei durchschnittlichen Schäden von 95.000 Euro ist es höchste Zeit, Maßnahmen zu ergreifen, um die Security Awareness zu erhöhen.

70 Prozent der erfolgreichen Cyberangriffe beginnen mit einer Phishing-Mail, die nicht als solche erkannt wird.

Werner Grohmann, Geschäftsführer bei Grohmann Business Consulting

Das empfiehlt auch Werner Grohmann, Geschäftsführer bei Grohmann Business Consulting. Denn: „Die Zahlen belegen eindeutig: Der Mensch ist sowohl der größte Risikofaktor als auch die wichtigste Ressource für wirksamen Schutz. 95 Prozent aller Verstöße gegen die Cybersicherheit basieren auf menschlichem Versagen, und 70 Prozent der erfolgreichen Cyberangriffe beginnen mit einer Phishing-Mail, die nicht als solche erkannt wird.“

Zunehmende Bedrohung für KMU

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt in seinem aktuellen Lagebericht 2024, dass die Gefahrenlage für KMU besonders hoch ist. In die gleiche Kerbe schlägt die European Union Agency for Cybersecurity (ENISA): Dem „2024 Report on the State of the Cybersecurity in the Union“ zufolge entfallen rund 60 Prozent der Cyberattacken in Deutschland auf den Mittelstand, da die Angreifer hier meist nur geringe Sicherheitshürden überwinden müssen. Doch da KMU häufig Teil einer Lieferkette sind, dienen sie auch als Einfallstor in große Unternehmen.

Security-Awareness-Programm

Grohmann macht Hoffnung: Seiner Meinung nach könnten Unternehmen mit einem strukturierten Security-Awareness-Programm die Erfolgsquote von Phishing-Angriffen um bis zu 70 Prozent reduzieren. Der finanzielle Aufwand liegt seiner Einschätzung nach bei 50 bis 100 Euro pro Mitarbeitendem und Jahr.

Über die Studien und Reports

  • Cyberrisiken im Mittelstand 2024
  • Im Rahmen der Initiative CyberSicher beauftragt der GDV die Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH seit 2018 jährlich mit einer Befragung von 300 Entscheidern und IT-Verantwortlichen von KMU zu ihrer Wahrnehmung von Cyberrisiken und den IT-Sicherheitsmaßnahmen der Unternehmen.

  • HDI-Cyberstudie 2024
  • Das Versicherungsunternehmen HDI befragte rund 1.500 IT- und Versicherungs-Entscheider von KMU sowie Selbstständige Ende 2024 zum dritten Mal zu ihren Erfahrungen rund um die Bedrohung durch Cybercrime.

  • BSI Lagebericht 2024
  • Mit seinem Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland gibt das BSI jährlich einen umfassenden Überblick über die Bedrohungen im Cyberraum.

  • 2024 Report on the State of the Cybersecurity in the Union
  • Ziel des ersten Berichts zum Stand der Cybersicherheit in der Union, der von der ENISA in Zusammenarbeit mit der NIS-Kooperationsgruppe und der Europäischen Kommission gemäß Artikel 18 der Richtlinie (EU) 2022/2555 erstellt wurde, ist es, politischen Entscheidungsträgern auf EU-Ebene einen faktenbasierten Überblick über den aktuellen Stand der Cybersicherheitslandschaft und der Cybersicherheitskapazitäten auf EU-, nationaler und gesellschaftlicher Ebene zu bieten und politische Empfehlungen zur Behebung festgestellter Mängel und zur Verbesserung der Cybersicherheit in der gesamten Union zu geben.

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