Siemens fokussiert Cybersecurity Schutz der OT-Systeme wird Priorität

Von Ira Zahorsky 3 min Lesedauer

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Für Industrieunternehmen ist der Schutz ihrer OT-Systeme heute wichtiger denn je. Steht die Produktion still, kostet jede Minute hunderte Euro. Das Bewusstsein dafür kommt immer mehr in den Unternehmen an. Auch dank NIS2.

Industrielle Produktionsanlagen werden immer öfter von Cyberkriminellen angegriffen. Daher ist eine umfassende OT-Security Pflicht!(Bild:  God Image - stock.adobe.com / KI-generiert)
Industrielle Produktionsanlagen werden immer öfter von Cyberkriminellen angegriffen. Daher ist eine umfassende OT-Security Pflicht!
(Bild: God Image - stock.adobe.com / KI-generiert)

Mit der fortschreitenden Konvergenz von IT und OT in der industriellen Fertigung werden Produktionsanlagen immer mehr zum Ziel von Cyberangriffen. Auch die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen begünstigen Hacker-Attacken. Erfolgreich sind die Angriffe unter anderem deshalb, weil die Unternehmen das Thema bislang unterschätzen. Das bestätigt eine Cisco-Studie. Michael Metzler, seit Oktober 2021 VP Horizontal Management Cybersecurity for Digital Industries bei Siemens, glaubt jedoch, dass auch aufgrund der Medienberichte das Thema immer mehr in den Unternehmen ankommt.

Die häufigsten Angriffe – auch in der OT sind dies inzwischen Ransomware-Attacken – finden laut Metzler über Trojaner statt, die die Produktionsanlagen stilllegen, was jede Minute hunderte Euro kostet. Eindringen können die Cyberkriminellen unter anderem über unzureichend gesicherte Netzwerke, in welche die Anlagen integriert sind. „Bei IT-Security-Angriffen werden Daten gestohlen. Das beeinträchtigt unter anderem die Reputation eines Unternehmens. Bei der OT-Security kommt erschwerend hinzu, dass dort das Geld verdient wird!“, konkretisiert Metzler das Problem. Den Firmen fehle häufig auch ein Playbook, was im Fall der Fälle konkret zu tun ist, kritisiert der Manager.

Unterschiede zwischen IT- und OT

Michael Metzler, VP Horizontal Management Cybersecurity for Digital Industries bei Siemens(Bild:  Siemens)
Michael Metzler, VP Horizontal Management Cybersecurity for Digital Industries bei Siemens
(Bild: Siemens)

Als Technologieunternehmen hat Siemens sein Angebot für industrielle Cybersicherheit in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. „Cybersecurity ist ein Kernthema und eine Kerntechnologie bei Siemens“, betont Metzler. Die selbst entwickelte Software wird auch in der eigenen Produktion eingesetzt und getestet. Durch das so erworbene Knowhow schafft Siemens bei den Kunden Vertrauen.

Sowohl im IT-Bereich als auch bei der OT müssen die Systeme immer wieder auf Schwachstellen überprüft werden. Doch die Bedingungen sind sehr unterschiedlich. Während die IT-Komponenten eine kurze Lebensdauer von wenigen Jahren haben, laufen die Anlagen in der Produktion häufig 10 bis 15 Jahre. Eine Herausforderung hierbei ist auch, dass die Komponenten einer Produktionsanlage trotz unterschiedlichen Alters gleichermaßen abgesichert werden müssen.

In der IT hat die Vertraulichkeit der Daten eine hohe Priorisierung, in der OT steht die Verfügbarkeit der Anlagen an erster Stelle. Um die Kunden entsprechend zu schützen, ist es wichtig, beide Bereiche Security-seitig abzudecken. In der Produktion sei ein Schutz über mehrere Ebenen hinweg unabdingbar. Bei Siemens nennt sich das „Defense-in-Depth-Konzept“, das auf dem IEC-Standard 62443 für industrielle Umgebungen basiert. Der Multilayer-Ansatz soll von der Feld- bis zur Produktionsebene die Betriebsumgebung absichern.

Mit Herstellern wie Microsoft, Palo Alto und Fortinet hat Siemens Kooperationen zur Produktentwicklung, um Gesamtlösungen für den Markt anbieten zu können. Vertrieben werden diese dann über ein gemeinsames Partner-Ökosystem und den IT-Channel.

NIS2: Unternehmen müssen handeln!

„NIS2 ist ein großes Thema bei uns und wir haben einen Ansatz gefunden, auch unsere Kunden entsprechend zu bedienen“, ist Metzler überzeugt. „Wir sehen einen starken ‚Pull‘ bei den Kunden, die die Voraussetzungen erfüllen müssen.“ Siemens bietet hier für den OT-Bereich nicht nur Vulnerability-Management-Lösungen, sondern auch Assessment, Training, On-Premises-Lösungen und Cloud-SaaS-Lösungen an.
Obwohl NIS2 nur ein Security-Basis-Framework ist und man vermuten sollte, dass die Unternehmen diese Absicherungen längst implementiert haben, ist es „erschreckend, dass viele Unternehmen trotzdem kalt erwischt werden“, kritisiert Metzler. Gerade im produzierenden Gewerbe ist es wichtig, dass auch die Lieferkette die NIS2-Vorgaben erfüllt. Bricht hier ein Zulieferer weg, ist die Fertigung des Endkunden gefährdet. „Wir verdeutlichen den Unternehmen in unseren Schulungen, dass sie handeln müssen!“

Verständnis zwischen OT und IT ist essenziell

Oft verstehe die IT-Security-Abteilung nicht die speziellen Herausforderungen der OT. In Kundengesprächen werde jedoch klar, dass diese mehr und mehr in den Fokus rückt. Dazu trägt auch die fortschreitende Digitalisierung bei. „Die Quintessenz ist, dass OT- und IT-Security mehr zusammenarbeiten müssen“, postuliert Metzler. Dazu zählt unter anderem eine gemeinsame Security-Strategie, regelmäßige Kommunikation, um Awareness zu schaffen, sowie eine gemeinschaftliche Überwachung und Reaktion, soweit erforderlich. „Das Wichtigste ist das Verständnis für die jeweils andere Abteilung! Ist dies nicht vorhanden, ist es das größte Hindernis“, verdeutlicht Metzler.

Siemens auf der it-sa

Mit Informationen zum Thema OT ist Siemens auch bei der IT-Sicherheitsmesse it-sa vertreten, die vom 22. bis 24. Oktober 2024 in Nürnberg stattfindet. Der Siemens-Stand befindet sich in Halle 7 (Stand 423).

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