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Studie zu Homeschooling Schulnote drei für die Digitalisierung an deutschen Schulen

Autor: Ann-Marie Struck

Pünktlich zu den Herbstferien gibt eine Studie von YouGov im Auftrag von Samsung einen Einblick zum Stand der Digitalisierung an deutschen Schulen. Schüler durften Schulnoten vergeben. Das Zeugnis: Die technische Ausstattung ist versetzungsgefährdet.

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Mit 71 Prozent ist das klassische Schulbuch immer noch das meist genutzte Medium in deutschen Schulen, gefolgt von Stift und Papier mit 68 Prozent.
Mit 71 Prozent ist das klassische Schulbuch immer noch das meist genutzte Medium in deutschen Schulen, gefolgt von Stift und Papier mit 68 Prozent.
(Bild: © bramgino – adobe.stock.com)

Sieben Monate sind seit den Schulschließungen im März mit anschließendem Homeschooling vergangen. Das neue Schuljahr startete wie gewohnt, auch wenn in der Zwischenzeit die Politik einige Maßnahmen eingeleitet hat, um die Digitalisierung an Schulen schneller voranzutreiben. Doch deutsche Schulen sind bei der Digitalisierung weiterhin nur mittelmäßig – so das Ergebnis einer Studie von YouGov im Auftrag von Samsung, bei der im September 1.004 Schülerinnen und Schüler im Alter von elf bis 18 Jahren zur Digitalisierung ihrer Schule befragt wurden.

In allen Disziplinen vergeben die befragten Schüler insgesamt im Durchschnitt eine 3. Bei der technischen Ausstattung der Schulen für den Unterricht zu Hause fielen die Noten sogar noch schlechter aus: Jeder fünfte Schüler vergibt eine 5 oder 6. Verglichen mit den Gegebenheiten zu Beginn des Lockdowns im März, ist für viele Schüler über alle Bereiche hinweg kaum eine Steigerung zu erkennen.

Diese Einschätzung verwundert Sascha Lekic, Director IT & Mobile Communication B2B bei Samsung Electronics nicht: „Bei der Einführung und Umsetzung von digitalen Lernmodellen stehen Schulen vor diversen Herausforderungen: Die Prozesse, um Mittel zu beantragen, sind hochkomplex. Auf Schul- und Schulträgerseite fehlen hierfür Zeit und Personal. Gleichzeitig sollen die Schulen ihre Medienentwicklungspläne selbst erstellen, das dafür notwendige IT-Wissen ist jedoch nicht vorhanden. All das führt letztlich zu großer Unsicherheit und lähmt den Digitalisierungsprozess.“

Homeschooling

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hatten viele Schulen deutschlandweit geschlossen und schon wieder findet an manchen Schulen hybrider Unterricht, bestehend aus wechselndem Präsenz- sowie Online-Unterricht, statt. Doch das Resümee der befragten Schüler zum Fernunterricht beziehungsweise Homeschooling fällt durchwachsen aus. Die Umfrage zeigt klar, dass Homeschooling derzeit nicht mit dem Unterricht in Schulen gleichsetzt werden kann. 27 Prozent der Kinder und Jugendlichen geben an, dass sie während des Lockdowns gar keinen Unterricht hatten und lediglich Aufgaben gestellt bekamen. Dabei fühlte sich jeder vierte Schüler von seiner Schule häufig oder sogar immer allein gelassen. Online-Unterricht mit Kamera in der Gruppe oder allein mit dem Lehrer hatten der Umfrage zufolge 45 Prozent der Umfrageteilnehmer, davon 53 Prozent Gymnasiasten und 32 Prozent Realschüler.

Insgesamt erhielten 60 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler ihre Aufgaben per Mail. 8 Prozent mussten die Arbeitsaufträge auf Papier ausgedruckt in der Schule abholen, 7 Prozent erhielten sie per Post. Homeschooling bedeutete für viele Schüler und Schülerinnen also, einsam Aufgaben zu lösen. Doch auch bei den verwendeten Unterrichtsmaterialien geht es überwiegend analog zu. Mit 71 Prozent ist das klassische Schulbuch das meistgenutzte Medium im Unterricht, gefolgt von Stift und Papier mit 68 Prozent. Das Tablet rangiert mit 19 Prozent ganz hinten.

Chancenungleichheit

Dabei deckt die Studie auch die Chancenungleichheit in deutschen Schulen auf. Denn um überhaupt mit einem Tablet lernen zu können, sind die Schüler zum allergrößten Teil auf private Geräte angewiesen. Nur 5 Prozent der befragten Schüler und Schülerinnen haben die Möglichkeit, von der Schule ein Device zu bekommen, über ein Drittel der Befragten wiederum hat gar keinen Zugang dazu. Von den Schülerinnen und Schülern, die mit einem Tablet arbeiten, sehen 84 Prozent darin einen klaren Vorteil.

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 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin