Digitalpakt Schule Schulen vernetzen: Es gilt viel zu beachten!

Von Martin Droysen

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Der Digitalpakt Schule ist eine gute Sache, doch lediglich Geräte zu installieren reicht nicht, denn auch die IT-Infrastruktur muss passen. Und es gilt, sich zu sputen, denn in sechs Bundesländern ist die Frist für einen Antrag bereits abgelaufen.

Der Digitalpakt bedeutet für IT-Unternehmen eine hohe Herausforderung.(Bild:  ake1150 - stock.adobe.com)
Der Digitalpakt bedeutet für IT-Unternehmen eine hohe Herausforderung.
(Bild: ake1150 - stock.adobe.com)

Aufwandsträger verantworten die Umsetzung der Digitalisierung und stehen daher vor großen Aufgaben. „Für viele der Verantwortlichen ist dies aber sehr kompliziert, und so manch einer ist überrascht, das auch WLAN noch Kabel benötigt“, sagt Dirk Hetterich, Business Development Public bei Lancom. Der Hersteller ist seit vielen Jahren im Bildungswesen unterwegs und hat über 3.000 Schulen bundesweit mit IT-Infrastruktur ausgerüstet und fit für die Digitalisierung gemacht.

Devices für speziellen Markt entwickeln

Die Umsetzung erfolgt mit Hilfe von über 50 Systemhäusern, die in den Schulen die Installationen vornehmen. Dafür gibt es bei Lancom die Education-Zertifizierung, um das benötigte Knowhow sicherzustellen. Wichtig ist laut Hetterich, im Gespräch alle Beteiligten mitzunehmen, als IT-Unternehmen gut zuzuhören und entsprechend Teil des Prozesses zu sein. Lancom hat für den Markt den Router 1900 CF entwickelt, der vom BSI zertifiziert ist, das Schul- und Verwaltungsnetz getrennt behandelt und mit einem optimierten Jugendschutzfilter punktet. Schließlich ist es eine echte Herausforderung, Schulen im Rahmen des Digitalpaktes auszurüsten, da schon mal 1.000 Schüler gleichzeitig das WLAN nutzen wollen. IT-Konzepte ähneln so rasch denen von größeren Unternehmen. Und mit Clouds aus Deutschland oder Europa geht das auch DSGVO-konform. Es gilt, den Endspurt zu nutzen, im Bereich IT-Infrastruktur sind nämlich erst knapp 60 Prozent der Gelder ausgeschöpft. Nach Ablauf der Frist Ende des Jahres verfällt aber der Rest von gut 40 Prozent.

Verantwortliche und IT an einen Tisch bringen

Verantwortliche bei Trägern, Gemeinden und Schulen mit klaren Standards zu überzeugen ist für Indasys ein sehr wichtiger Aspekt, um Projekte im Digitalpakt Schule umzusetzen. „Es ist viel Kommunikation nötig, welche Erwartungen etwa erfüllbar sind, wie Anforderungen genau definiert werden können und nachhaltige sowie kostengünstige Lösungen kein Widerspruch sind“, sagt Patrick Wirkner, Leiter Vertrieb Öffentliche Auftraggeber, Indasys. Statt wie früher einen Mischbetrieb unterschiedlichster Devices entstehen zu lassen, der schwer zu überblicken und noch schwerer zu handhaben war, kommen nun moderne Netzwerk-Devices, von Switchen der neuesten Generation bis zu Cloud-gesteuerte WiFi 6 Access-Points von Extreme Networks oder ­Fortinet zum Einsatz, die über kombinierte Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen verfügen und zentral verwaltet und konfiguriert werden können. Dafür ist es wichtig, alle Verantwortlichen an Bord zu nehmen und mit allen Beteiligten offen zu kommunizieren. Sind die technischen Basics standardisiert gelegt, so Wirkner, ist der problemlose Betrieb der IT-Netzwerke in den Schulen kostengünstig und nachhaltig machbar. Das gilt sowohl für kleine Schulen mit 80 Schülern bis hin zu Campusgrößen mit bis zu 8.000 Lernenden. Und Lehrkräfte können Wissen vermitteln, ohne sich um die Infrastruktur kümmern zu müssen.

Der beste Zeitpunkt für Schulen über Netzwerkmanagement und IT-Ausrüstung zu entscheiden ist jetzt, mit den Fördergeldern die Digitalisierung in der Bildung voranzubringen. Zyxel unterstützt Träger, Gemeinden und Schulen mit einem Sortiment an Geräten und Lösungen, vom Switch über drahtlose Access-Points bis hin zu Firewalls mit Sandboxing-Technologie. Die Geräte arbeiten mit dem WLAN-Standard WiFi 6, der sich perfekt für Schul-Netzwerke mit hoher Dichte an gleichzeitigen Benutzern eignet. Zyxel kombiniert in puncto Sicherheit den zentralen Verwaltungspunkt mit dem Verständnis des Netzwerkverkehrs. Auch Cloud Computing hat den Experten von Zyxel zufolge ein riesiges Potenzial. Dank des zentralen Netzwerkmanagements mit Fernzugriffsoption regelt das IT-Team einer Schule den Datenverkehr zu jeder Zeit und von jedem Ort aus oder behebt Störungen. Zyxels Management-Plattform Nebula stellt die zentrale Kontrolle aller angeschlossenen Netzwerkkomponenten sicher, inklusive Firmware-Aktualisierungen und Updates. Zudem klafft eine Lücke zwischen dem, was Schulen mit ihren Netzwerken realisieren müssen und dem, was sie erreichen könnten. Hier gibt es nach wie vor einen hohen Handlungsbedarf, der jedoch mit passenden Konzepten angegangen wird.

Verborgene Hindernisse überwinden

Hochperformante Lösungen für den Schulbetrieb realisiert auch Huawei. „Wir sind beim Digitalpakt im Schulterschluss mit ECS (Enterprise Communications and Services Deutschland GmbH)“, erläutert Alexios Grammatikopoulos, Channel Sales Huawei Deutschland. Das Unternehmen hat die nötige Expertise im Bereich der Ausschreibungen, Huawei die technischen Lösungen. In Schulen kommen Wireless-Geräte der Serie AirEngine Wi-Fi 6 zum Einsatz, die auch 5G unterstützen und die teils hohen Anforderungen von Schulen sowohl beim Einsatz von kabellosen Netzwerken im Innen- als auch im Außenbereich erfüllen. Mit intelligenter Antennentechnologien, 16 Antennen bieten 10 GBit/s und mehr, können auch bandbreitenhungrige Anwendungen wie 4K/VR realisiert werden. In der Zusammenarbeit mit ECS, sagt Grammatikopoulos, war der erste Ansatz etwas blauäugig. In der Realität sind Schulen vergleichbar mit mittelständischen Unternehmen, mit ähnlichen oder gar größeren Herausforderungen an die Dienstleister. So haben Schulgelände manch verborgene Hindernisse, die ein einfaches WLAN-Konzept gnadenlos scheitern lässt. Bestes Beispiel war die Ausleuchtung eines dortigen Gebäudeteils mit unerklärlichen Netzwerkabbrüchen. Die Ursache: die Bücherei. Und die in Büchern vorhandene Feuchtigkeit, die Signale einfach blockt. In herkömmlichen Unternehmen ist das eher selten der Fall.

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