Education-Studie

Schulen fehlt es an IT-Ausstattung

| Autor: Ann-Marie Struck

In deutschen Schulen ist vieles noch „old school“.
In deutschen Schulen ist vieles noch „old school“. (Bild: BillionPhotos.com - stock.adobe.com)

An deutschen Schulen gibt es viel Verbesserungsbedarf, sei es bei den veralteten Klassenräume, den Geräte in den Sporthallen oder den Inhalten des Lehrplans. Was die Schüler nach einer Umfrage des Bitkom jedoch am meisten kritisieren, ist das Fehlen digitaler Medien im Unterricht.

Befragt man Schüler an deutschen Schulen, was sie in ihrem Schulalltag am meisten stört, ist es der fehlende Einsatz von digitalen Medien im Unterricht. 59 Prozent der Schüler in Deutschland sehen dies als eines der dringlichsten Probleme an. Weitere 56 Prozent bemängeln die schlechte technische Ausstattung. Das ist das Ergebnis einer Befragung des Digitalverband Bitkom unter 503 Schülern im Alter von 14 bis 19 Jahren in weiterführenden Schulen in Deutschland.

Die befragten Schülerinnen und Schüler stufen die fehlende Digitalisierung als das dringlichste Problem ein. Nur 38 Prozent klagen über überfüllte Klassen und 22 Prozent über inkompetente Lehrer. Im Vergleich aller weiterführenden Schulen schneidet die Mittelschule mit 69 Prozent beim Fehlen digitaler Medien im Unterricht laut der Umfrage am schlechtesten ab, gefolgt von integrierten Gesamtschulen (62 %). Bei 57 Prozent der Gymnasien und 53 Prozent der Realschulen fehlt die digitale Ausstattung.

Die schlechte technische Ausstattung verteilt sich aber über alle Schulformen gleichermaßen. „Diese Zahlen müssen uns wachrütteln – insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Schulen zur Eindämmung des Coronavirus für mehrere Wochen geschlossen sind. Überall dort, wo digitale Medien noch nicht fester Bestandteil des Unterrichts sind, wird es nun besonders schwer sein, die Schüler erfolgreich durch die nächsten Wochen und Monate zu führen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Mithilfe digitaler Technologien kann es jedoch gelingen, den Schulbetrieb auch in einer Ausnahmesituation wie dieser aufrechtzuerhalten. Das machen uns andere europäische Länder gerade vor.“

Das ist zum Beispiel in Frankreich der Fall. Dort wurde eine staatliche Webschule mit virtuellen Klassenzimmern eingerichtet. Dänemark verpflichtet beispielsweise alle Kommunen dazu, Fernunterricht anzubieten. Auch in Deutschland bieten einige Bundesländer Zugänge zu digitalen Unterrichtsplattformen an. Eine einheitliche Vorgehensweise gibt es jedoch nicht.

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